Der Kreditkartenanbieter Mastercard senkt die Verrechnungspreise für alle internationalen Transaktionen mit Maestro-EC-Karten und Privatkunden-Kreditkarten. Das teilte die Europäische Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Die EU-Behörde verzichtet im Gegenzug darauf, ein im Jahr 2007 wegen der ihrer Ansicht nach überhöhten Preise begonnenes Kartellverfahren voranzutreiben. Die neuen Tarife sollen von Anfang Juli an gelten. Die Preissenkung käme den Einzelhändlern wie auch den Verbrauchern zugute, sagte die verantwortliche Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Nun müssten die EU-Staaten sicherstellen, dass auch die Preise für nicht grenzüberschreitende getätigte Geschäfte gesenkt würden.
Den Verrechnungspreis muss die Bank des Händlers an Mastercard zahlen, wenn sich dieser etwa per Kreditkarte bezahlen lässt. Diese Gebühr wiederum geben die Banken an die Händler und diese in Regel an ihre Kunden weiter, indem sie die Preise für ihre Waren erhöhen. Das neue Preissystem sieht vor, dass für Zahlungen per Kreditkarte im Durchschnitt rund 0,3 Prozent der bezahlten Summe und für Debitkarten – wie die EC-Karte – 0,2 Prozent anfallen. Zuvor hat Mastercard bis zu 1,2 Prozent berechnet. Die Händler und damit die Verbraucher könnten damit 200 Millionen Euro im Jahr sparen, hieß es aus der EU-Kommission. Sänken die Preise für Transaktionen innerhalb der EU-Staaten auf ein ähnliches Niveau, könne es zwanzigmal so viel sein.
Nach Angaben von Mastercard ist das neue Preissystem „provisorisch“. Der Konzern hatte 2008 die Verrechnungspreise zunächst gestrichen, später im Jahr aber andere Gebühren, die Händler bezahlen müssen, erhöht. Auch diese Preiserhöhung wird zurückgenommen. Kroes kündigte an, die Umsetzung des neuen Preissystems zu überwachen. Die Kommission dringt darauf, dass auch Mastercard-Konkurrent Visa sein Preissystem anpasst. Auch hier läuft ein EU-Kartellverfahren.