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Kauf von Wertpapieren Prominente Anleger trotzen der Finanzkrise

23.11.2007 ·  Die Fondsmanager Bill Gross und Bill Miller sowie der legendäre Warren Buffett kaufen unter Druck geratene Wertpapiere. Und die Investmentbank Goldman Sachs legt einen neuen Hedge-Fonds auf.

Von Norbert Kuls
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Einige der bekanntesten amerikanischen Investoren erhoffen sich von der Krise an den Finanzmärkten überdurchschnittliche Renditen. Bill Gross, Chef-Anleger der weltgrößten Rentenfondsgesellschaft Pimco, Bill Miller, Chef-Anleger der großen Fondsgesellschaft Legg Mason, und Warren Buffett, Vorstandschef der Anlage- und Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway, haben in den vergangenen Monaten massiv in Wertpapiere investiert, deren Kurse im Zuge der Hypothekenkrise stark gefallen waren. Inmitten der Krise plant zudem die Investmentbank Goldman Sachs einen neuen Hedge-Fonds im Volumen von bis zu 6 Milliarden Dollar. Dieser Fonds für reiche Privatanleger und institutionelle Investoren soll sich auf die Auswahl attraktiv erscheinender Einzelaktien konzentrieren, hieß es.

Gross, Miller und Buffett stockten Positionen vor allem in der stark unter Druck geratenen Finanzbranche auf. Gross, der im vergangenen Jahr korrekt den Abschwung im amerikanischen Häusermarkt vorhergesagt hatte, kaufte Anleihen des größten amerikanischen Finanzdienstleisters Citigroup, der Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs sowie der Deutschen Bank und dem spanischen Banco Santander. Zudem erwarb Gross Hypothekenanleihen, die von den in staatlichem Auftrag agierenden Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac ausgegeben werden. Fannie und Freddie gehören nach Ansicht von Gross in eine Kategorie von Instituten, die „zu groß sind, um zusammenbrechen“ zu können. „Wir haben von Fannie und Freddie garantierte Hypothekenanleihen mit 30-jähriger Laufzeit und einer Rendite von 5,75 Prozent gekauft“, sagte Gross jüngst in einem Interview.

„Finanztitel werden zu den niedrigsten Bewertungen gehandelt“

Der Rückgang der amerikanischen Häuserpreise hatte zu steigenden Ausfällen vor allem bei Subprime-Hypotheken geführt, die an zahlungsschwache Hauskäufer vergeben worden waren. Die Konsequenz: ein drastischer Preisverfall bei Anleihen, die mit diesen Darlehen besichert waren. Zahlreiche Banken, die Subprime-Papiere besitzen, mussten hohe Wertberichtigungen vornehmen. Seit Jahresanfang sind die Kurse der Finanztitel im breitgefassten Aktienindex S&P 500 um 23 Prozent gefallen. Für Miller und Buffett war das Anlass, Finanzaktien zu kaufen. „Finanztitel werden zu den niedrigsten Bewertungen seit vielen Jahren gehandelt. Jeder hasst sie“, sagt Miller, dessen Legg Mason Value Trust-Fonds große Positionen bei den Großbanken J.P. Morgan Chase und Citigroup hält.

Miller wurde berühmt, weil er mit dem Value Trust bis 2005 den S&P 500 fünfzehnmal in Folge geschlagen hat. In diesem Jahr hängt der Fonds dem Marktbarometer aber hinterher. 15 Prozent des Value Trust sind in Finanzaktien und 27 Prozent in konjunkturabhängige Konsumtitel investiert. Konsumaktien haben auch an Wert verloren, weil die Hypothekenkrise die Verbraucher verunsichert. Die ebenfalls unter Druck geratenen Hausbauunternehmen zählen dazu. Miller rechnet aber auch dort mit einer Erholung. „Derzeit dominiert Angst die Aktienkurse von Häuserbauern, Hypothekenanbietern, Finanzwerten und vielen Konsumtiteln“, sagt Miller.

Warren Buffett, der mit der Anlage in unterbewertete Aktien zum zweitreichsten Amerikaner geworden ist, hat die fallenden Kurse bei Banken in den vergangenen Monaten für die Aufstockung bereits bestehender Positionen genutzt. Wie aus einer Meldung an die Börsenaufsicht hervorging, kaufte Buffett jüngst Aktien von U.S. Bancorp, Bank of America und von der stark im Hypothekengeschäft engagierten großen Regionalbank Wells Fargo.

Quelle: F.A.Z., 24.11.2007, Nr. 274 / Seite 21
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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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