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Kapitalerträge Unbekannte Abgeltungssteuer

13.11.2007 ·  Die erheblichen Auswirkungen der Abgeltungssteuer auf die Geldanlage verdrängen die meisten Privatanleger derzeit noch. Nach einer repräsentativen Umfrage der Cominvest, haben knapp zwei Drittel der Deutschen noch nichts von der neuen Steuer gehört.

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Die erheblichen Auswirkungen der Abgeltungssteuer auf die Geldanlage verdrängen die meisten Privatanleger derzeit noch. Nach einer repräsentativen Umfrage, die die Commerzbank-Fondsgesellschaft Cominvest in Auftrag gab, haben knapp zwei Drittel der Deutschen noch nichts von der neuen Steuer gehört. Nur 7 Prozent schätzten sich in dieser Angelegenheit als gut informiert ein, 16 Prozent konnten immerhin mit dem Begriff etwas anfangen. Eine Umfrage der amerikanischen Fondsgesellschaft Fidelity war kürzlich zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Danach wussten nur 14 Prozent der befragten Wertpapierbesitzer, was mit dem Begriff Abgeltungssteuer überhaupt gemeint ist.

Von 2009 an erhebt der Fiskus auf Kursgewinne, Zinseinnahmen und Dividenden einen einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag, der bisher 5,5 Prozent der Einkommensteuer beträgt. Bislang können Kursgewinne nach mindestens einem Jahr steuerfrei vereinnahmt werden. Für Zinseinkünfte jenseits des Sparerfreibetrags wird der persönliche Steuersatz fällig. Dadurch werden mit der Einführung der Abgeltungssteuer - vereinfacht gesagt - Aktien steuerlich schlechter und Zinspapiere steuerlich besser gestellt.

Den Steuersatz von 25 Prozent hält Cominvest-Geschäftsführer Sebastian Klein zwar für zu hoch. Ansonsten konnte er bei der Vorstellung der Anlegerumfrage der Abgeltungssteuer aber auch gute Seiten abgewinnen. Zum einen bringe sie mehr Transparenz in die Besteuerung von Kapitalerträgen, was auch zu einer Vereinfachung von Geldanlagen führe. Zum anderen werde durch die neue Steuer eine Rückbesinnung auf den langfristigen Charakter einer Anlage in Investmentfonds möglich.

Tatsächlich besteht in einer provisionsgetriebenen Anlageberatung der Anreiz, im Jahresrhythmus vor allem Aktienfonds zu wechseln, weil dann wieder eine Abschlussprovision in Form des Ausgabeaufschlags fällig wird. Künftig wird der häufige Wechsel teurer.

Quelle: F.A.Z., 14.11.2007, Nr. 265 / Seite 23
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