08.05.2006 · Japan hat Fondsanleger in der Vergangenheit oft enttäuscht. Immer wieder gab es Hoffnungen, die sich nicht erfüllt haben. Doch dieses Mal, meinen Experten, sieht es besser aus. Fünf Japan-Fonds im Vergleich.
„Für mich war Japan lange Jahre fast so etwas wie ein Haßland“, sagt ein Fondsmanager im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Lange Zeit hatte es immer wieder Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung und höhere Aktienkurse gegeben. Aber immer wieder hatte die Hoffnung getrogen. Es war zum Verzweifeln.“
Mittlerweile ist die japanische Wirtschaft in Schwung gekommen, und dieses Mal könnte die Entwicklung von Dauer sein. „Heute komme ich fast schon ins Schwärmen über den japanischen Aktienmarkt“, meint der Fondsmanager. „Dieses Mal sieht es besser aus. Die Reformen etwa des Bankwesens tragen Früchte, und auf dem Arbeitsmarkt tut sich auch etwas.“ Japan, lange Zeit der kranke Mann unter den großen Industrienationen, erhebt sich zu neuer Blüte - vielleicht für längere Zeit.
„Japanische Aktien sind noch nicht zu teuer“
Der Aktienmarkt hat auf die wirtschaftliche Erholung bereits im vergangenen Jahr reagiert. 2005 gehörte Japan sogar zu den Modethemen in der Finanzberichterstattung. Daher stellt sich die Frage, ob der japanische Aktienmarkt die bessere Wirtschaftslage nicht schon angemessen in den aktuellen Kursen berücksichtigt.
Doch trotz der jüngsten Hausse sehen Experten noch Kurspotential. „Die japanischen Aktien sind noch nicht zu teuer“, sagt Hans-Jörg Naumer, Leiter der Kapitalmarktanalyse der Fondsgesellschaft Dit. Fondsmanager berichten denn auch von einem lebhaften Interesse deutscher Anleger für Fonds mit Schwerpunkt Asien. Als Depotbeimischung mögen sie sich eignen.
Der Sieger-Fonds verlangt hohe Gebühren
Am besten abgeschnitten hat in den vergangenen drei Jahren der „Callander F-Japan New Growth“ (Isin LU0097747421). Größte Werte im knapp 150 Millionen Euro schweren Fonds waren Ende Februar Sony, Toyota, Sharp, Mitsubishi UFJ Financial und Nikon (siehe Tabelle).
Das Management „investiert in japanische Unternehmen mit voraussichtlich schnellem Ertragswachstum, das heißt in Aktien, die ein Wachstumspotential über dem Marktdurchschnitt versprechen“, wie es in der Umschreibung der Anlagestrategie heißt. Die Managementgebühr beträgt zwei Prozent im Jahr.
Yen-Tranche schneidet schlechter ab
Auf Sicht von drei Monaten hat der Fonds allerdings fast vier Prozent verloren. Die Nummer zwei auf der Liste, der „Vitruvius Japanese Equity Euro“ (LU0117772284), hat in diesem Zeitraum dagegen 3,3 Prozent an Wert gewonnen. Der Vitruvius-Fonds hat zum 31. März Komatsu als größten Wert gelistet, gefolgt von Mizuho Financial, Mitsubishi und Daiwa Securities. Die Managementgebühr beträgt 1,85 Prozent im Jahr.
Die in Yen denominierte Tranche dieses Fonds (LU0103754957) kommt auf der Rangliste nur auf Platz vier. Das mag zum einen an Währungseffekten liegen, zum anderen an der höheren Verwaltungsvergütung von jährlich 2,5 Prozent.
Finanz- und Einzelhandelswerte hoch gewichtet
Der „UBAM Japan Equity AC“ (LU0052780409), Nummer drei auf der Liste, verlangt nur 1,5 Prozent Gebühren im Jahr. Auffällig ist, daß ein mehr als Viertel der Gelder in Einzelhandelswerte investiert ist, mehr als in den anderen Fonds. Größte Posten im Portfolio sind Mitsubishi UFJ Financial, Sumitomo Mitsui Finance, JTEKT und Toshiba.
Den fünften Platz belegt der „Baring Japan Growth“ (GB0000798628), dessen größte Werte Sumitomo Mitsui, Mizuho Financial, Mitsubishi und Mitsui Fudosan sind. Die größte Gewichtung im Baring-Fonds liegt auf Finanzdienstleistungen. Auch dieser Fonds verlangt vergleichsweise niedrige Managementgebühren von jährlich 1,5 Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |