17.12.2009 · Nach schönen Kursgewinnen ist die Stimmung unter Börsianern glänzend. Nun sei aber ein Bewertungsniveau erreicht, welches solide Erträge nur noch nach sorgfältiger Aktienselektion erwarten lasse, erklärt Fondsmanager Franz Führer.
Nach schönen Kursgewinnen in den vergangenen Monaten ist die Stimmung unter Börsianern glänzend. Viele rechnen angesichts der etablierten Trends und in optimistischer Erwartung einer robusten wirtschaftliche Erholung mit weiteren Kursgewinnen. Die Unternehmen seien in der Vergangenheit regelmäßig gestärkt aus Krisen hervorgegangen. Angesichts der tiefen Zinsen gäbe es zudem kaum eine Alternative zur Aktienanlage, heißt es gemeinhin.
Auf der anderen Seite führten genau diese in den vergangenen zehn Jahren bei starken Kursschwankungen zur schlechtesten Durchschnittsrendite seit den Dreißigerjahren. Ob sich daran etwas ändern wird ist angesichts verbliebener Risiken aus der Kreditkrise und struktureller Probleme in der Weltwirtschaft offen. Das ist ein Umfeld für alternative Anlagekonzepte.
Ziel: Marktunabhängiger Mehrertrag bei begrenztem Risiko
Zum Beispiel den Lupus alpha All Opportunities Fund (Isin LU0329425713). Manager Franz Führer genießt Freiheiten wie Long-Short-Manager der ersten Stunde. Die taktische Nutzung günstiger Gelegenheiten sowie eine geschickte Kombination von Aktien guter Unternehmen mit Wetten auf fallende Kurse bei Wertpapieren schwacher Gesellschaften sollen zu einem marktunabhängigen Mehrertrag bei begrenztem Risiko führen.
Genauer: Zu einer absoluten Rendite in Höhe des Drei-Monatszinssatzes plus drei Prozentpunkte, bei einer Volatilität zwischen vier und sechs Prozent. Also bei einer Schwankungsintensität, die nur einem Viertel des Marktes entspricht. Mit einer durchschnittlichen Jahresvolatilität von 13 Prozent seit Auflage des Fonds zu Beginn des vergangenen Jahres ist das zwar noch nicht ganz gelungen. Auf der anderen Seite lag die jährliche Rendite bei 15 Prozent, während MDax-Werte ein Minus von knapp 13 Prozent einbrachten.
„Das Fondskonzept wird ständig verbessert,“ erklärt Führer. Etwa indem das allgemeine Marktrisiko nach schlechten Erfahrungen mit reinen Stopp-Loss-Aufträgen nun auch zusätzlich mit Futures abgesichert wird. „Wir kommen nun in einen Markt für Stockpicker,“ denkt er. Nach dem Kursaufschwung der vergangenen Monate sei an den Börsen ein Bewertungsniveau erreicht worden, welches solide Erträge nur noch nach sorgfältiger Aktienselektion auf fundamentaler Basis erwarten lasse. Dazu nutzt er den direkten Kontakt zu Kollegen, Brokern und den Unternehmen selbst ebenso wie den Besuch von Konferenzen.
Diese führen ihn auf der Suche nach interessanten Aktien kleinerer und mittlerer Unternehmen regelmäßig quer durch Deutschland sowie nach Italien, Spanien und Griechenland. In den südeuropäischen Staaten sei die volkswirtschaftliche Lage aufgrund struktureller Defizite problematisch, so Führer. Spanien beispielsweise sei zu stark vom überhitzten Immobilienmarkt abhängig. Das schließe aber nicht aus, selbst in kritischen Branchen auf interessante Unternehmen zu stoßen.
Interessante Aktien lassen sich auch in problematischen Märkten finden
Auf die Raffinerie Motor Oil Hellas etwa, die im Gegensatz zur Konkurrenz Hellenic Petroleum einen hohen Komplexitätsindex aufweise und deswegen hohe Margen erzielen könne. Top Holdings im Fonds sind Aktien der Conwert Immobilien Invest SE, Papiere des Biotech-Unternehmens Intercell sowie Anteilsscheine von Lanxess. Conwert investiert in hochwertige, innerstädtische Wohnimmobilien mit besten Lagen und Entwicklungspotenzial, hauptsächlich in Wien und in Deutschland. Die Marktkapitalisierung liege noch deutlich unter dem inneren Wert, erklärt Führer und freut sich, in den vergangenen Monaten günstig an eine so werthaltige Anlageform mit Blick auf den realen Gegenwert der Immobilien gekommen zu sein.
Langfristig sieht er auch Potential für die weitere Entwicklung von Intercell. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung prophylaktischer und therapeutischer Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten spezialisiert und erwirtschaftet bereits Mittelzuflüsse. Mit Ixiaro hat es einen Impfstoff gegen die Japanische Enzephalitis auf dem Markt und mehrere andere in der Entwicklung, etwa gegen Hepatitis C und Tuberkulose. Sie befinden sich ebenso in einer fortgeschrittenen Studienphase wie so genannte Impfpflaster. Die Entwicklung eines Impfpflasters in Kombination mit einem Grippeimpfstoff H5N1 gegen pandemische Grippe läuft in Kooperation mit dem amerikanischen Department of Health and Human Services, das die Finanzierung voll übernimmt.
Ansonsten nutzt er Gelegenheiten wie das Ausspielen der Vorzugsaktien von Boss gegen die Stammaktien, so genannte Squeeze-Out-Operationen, Kursrigiditäten im Zusammenhang mit Börsengängen oder auch nur unnatürlich starke Kursbewegungen. Ein Beispiel war der Kauf der Wandelanleihe von Klöckner, nachdem sie auf 50 Prozent ihres Nominalwertes gefallen war.
Fondsdetails:
Isin LU0329425713, Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent, Managementgebühren von einem Prozent, Performancegebühr von 20 Prozent, mit Hochwassermarke
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 9.001,37 | +0,61% |
| EUR/USD | 1,3239 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 118,24 $ | +0,29% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |