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Investmentfonds : Thailand-Fonds trotzten bisher der Krise

Thailands Binnenwirtschaft ist weiter stark Bild: dpa

Eine einzige Kategorie von Aktienfonds hat sich im jüngsten Kursrutsch behaupten können: Thailand-Fonds. Doch ob sich diese auf Dauer der Schwächer der Weltwirtschaft entziehen können, ist fraglich.

          Aktienfonds waren im vergangenen Monat sicher nicht das beste Investment. Da die Kurse auf breiter Front und weltweit fielen, kam kaum eine Klasse ohne Wertverluste davon. Am härtesten traf es dabei Türkei-Fonds, die im vergangenen Monat mehr als 22 Prozent verloren.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Gut schnitten schon Fondskategorien ab, wenn der durchschnittliche Wertverlust nur zehn Prozent betrug, wie dies bei in Asien anlegenden Aktienfonds der Fall war. Doch ein Minus von 10 bis 20 Prozent ist die Regel.

          Einzige Aktienfondskategorie im Plus

          Tatsächlich aber gab es sogar eine Kategorie von Aktienfonds, die im Durchschnitt sogar einen Wertzuwachs verzeichnete. Die kleine Gruppe der auf Thailand spezialisierten Aktienfonds gewann im Mittel 1,6 Prozent hinzu.

          Bild: F.A.Z.

          Der thailändische Börsenindex SET-50 setzte auch nach Beginn der Kursrückgänge an den meisten Weltbörsen den Aufwärtstrend noch weiter fort und erreichte am 1. August bei 801 Punkten sogar ein 15-Jahres-Hoch. Selbst danach blieben die Abgaben mit rund 9 Prozent moderat, seit dem Tief am 9. August hat sich der SET sogar wieder per saldo erholt.

          Thailand kam allgemein der ruhige Verlauf der Wahlen von Anfang Juli zugute, die Investoren wieder größeres Vertrauen schöpfen ließ, dass das Land nun wieder eine ruhigere und stabilere Episode haben werde.

          Dividendenhoffnungen nach guter Berichtssaison

          Stützend wirkte sich eine recht gute Berichtssaison thailändischer Unternehmen aus, die sich in höheren Dividendenerwartungen niederschlugen. Beispielsweise stieg der Gewinn des Mineralölkonzerns PTT im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 91 Prozent.

          Zudem trug der Optimismus hinsichtlich der Entwicklung der thailändischen Wirtschaft. Die Binnenwirtschaft zeige ein gesundes Wachstum, hieß es etwa von der Bank HSBC, die sich gleichzeitig optimistisch gab, dass das Land die Inflation werde unter Kontrolle halten können, da die die Politik der Zentralbank stabilitätsorientiert sei.

          Einer der erfolgreichsten Fonds war der Amundi Equity Thailand. Größte Position im Fonds war zum 30. Juni zumindest eben die Aktie von PTT mit einem Gewicht von 8,5 Prozent. Mit einer Index-Gewichtung von mehr als 13 Prozent ist PTT die wichtigste Aktie im Auswahlindex SET-50.

          Das Schwergewicht lag allerdings auf Banken-Aktien, denen etwa der Broker Aira Securities gute Dividendenausschüttungen zutraute. Im Durchschnitt prognostizieren Analysten den zehn schwersten Aktien im Amund-Fonds Dividendenrenditen von mehr als 3 Prozent.

          Wachstum fällt überraschend

          Indes erhielten die Hoffnungen für Thailand am Montag einen Schlag. Denn im zweiten Quartal fiel die Wachstumsrate auf das Jahr gerechnet nach Angaben des National Economic and Social Development Board (NESDB) auf 2,6 Prozent. Analysten hatten mit einer Beschleunigung der Wachstumsrate auf 3,55 Prozent gerechnet. Als Auslöser für diesen Abschwung gilt das Erdbeben in Japan, wodurch es zu Engpässen in der Zulieferung von Autoteilen an die thailändische Autoindustrie kam.

          Gleichzeitig senkte das NESDB die Wachstumsprognose für das Gesamtjahr auf 3,5 bis 4 Prozent. Ursprünglich hatte die Prognose 3,5 bis 4,5 Prozent betragen. Damit liegt die neue Wachstumsprognose unter der bisherigen Prognosen der Analysten von 4,2 Prozent. Gleichzeitig erhöhte die Behörde die Inflationsprognose auf 3,6 bis 4,0 von 3,0 bis 3,5 Prozent.

          Allerdings soll die Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte um 5 Prozent wachsen, wenn sich der positive Trend erwartungsgemäß fortsetzen sollte. Nichtsdestoweniger wurde die Prognose für den Handelsbilanzüberschuss für dieses Jahr um 2,4 Milliarden auf 8 Milliarden Dollar gesenkt.

          Investoren reagieren maßvoll

          Handelsminister Kittiratt Na Ranong empfahl der Zentralbank, ihre Zinspolitik zu überprüfen, auf dass diese nicht zu einer Erhöhung der Produktionskosten führe. Nalin Chutchotitham, Analyst bei der Kasikornbank erwartet jedoch keine Veränderung der Zinspolitik. Die Wachstumsdaten seien zwar schwächer als erwartet, doch durchaus zu erwarten gewesen angesichts der Unterbrechung der Lieferkette und des schwächeren Wachstums in den Industrieländern. Thailand ist sehr stark exportabhängig.

          Nichtsdestoweniger halten sich die Auswirkungen in Grenzen. Der SET-50 gibt am Montag lediglich um 0,35 Prozent nach, setzt damit aber die Verluststrecke der vergangenen Woche fort, derweil die Investoren verstärkt zu thailändischen Staatsanleihen greifen. Auch der Baht wertete gegenüber dem Dollar leicht ab.

          Export- und Inflationssorgen

          Insgesamt scheinen die Wachstumsdaten dem Glauben an Thailand derzeit noch nicht zu schaden, auch wenn Patrick Perret- Green, Chef der Singapurer Devisenabteilung der Citigroup Zweifel an der Regierungspolitik und der Fähigkeit der thailändischen Wirtschaft äußerte, sich außenwirtschaftlich zu behaupten.

          Gerade letzteres ist ein chronisches Problem exportorientierter Volkswirtschaften. Eine sinkende Nachfrage aufgrund der Schuldenprobleme der entwickelten Länder sei ein Schlüsselproblem für das thailändische Wachstum, sagte auch Usara Wilaipich von der Standard Chartered Bank der BBC.

          Auch der jüngste Wachstumsoptimismus der HSBC stand schon unter dem Vorbehalt einer stabilen außenwirtschaftlichen Entwicklung, doch setzt die Bank weiter auf einen starken Binnenmarkt.

          Sorgen machen Beobachtern auch eine Zange von Fiskal- und Geldpolitik. Denn während die Zentralbank die Inflationsrate drücken will, plant die Regierung die Mindestlöhne sowie die Aufkaufpreise für Reis zu erhöhen, gleichzeitig aber den einheimischen Reispreis zu subventionieren, was zusammen genommen die Inflation antreiben könnte. Ausländer haben schon jetzt ihre Zweifel. Sie gehören seit Tagen zu den Nettoverkäufern am thailändischen Aktienmarkt.

          Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

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