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Investmentfonds Schwellenmärkte behalten ihre Favoritenrolle

Die Schwellenländer-Rally hat den dort investierten Fonds in den vergangenen drei Jahren zu einer guten Wertentwicklung verholfen. Fondsmanager sehen trotzdem weiteres Potential.

© FAZ.NET

Geht es nach der Erwartungshaltung der meisten global investierenden Fondsmanager, dann sind die großen Gewinner der vergangenen drei Jahre auch die Gewinner des kommenden Jahres. Die Schwellenmärkte haben seit dem Ende der Baisse nach der Jahrtausendwende einen beeindruckenden Kursaufschwung genommen. Das schlägt sich auch in unserer aktuellen Rangliste mit Aktienfonds nieder, die über die vergangenen drei Jahre hinweg die beste Wertentwicklung vorweisen können. Dort sind die Spezialisten für die Regionen jenseits der Industrieländer weitgehend unter sich.

In den Ausblicken auf das kommende Jahr wird diese Erfolgsgeschichte nun fortgeschrieben. Nach der jüngsten Fondsmanagerumfrage der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch sehen zwei Drittel der Portfoliokonstrukteure die Gewinnaussichten von Unternehmen aus Schwellenländern als besonders vielversprechend an. Deshalb werden Titel aus Schwellenländern in globalen Portfolios am häufigsten übergewichtet gehalten. In der Argumentation spielt dabei weiterhin der Verweis auf die wachsende Unabhängigkeit dieser Länder von den großen Industrienationen eine wesentliche Rolle.

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Korrekturrisiko überschaubar

„In vielen Schwellenländern ist die Wirtschaftsleistung nicht auf Exporte, sondern auf die steigende Inlandsnachfrage zurückzuführen“, sagt Allan Conway, verantwortlich für die Anlage in Schwellenmarktaktien bei der britischen Fondsgesellschaft Schroders. Als Beispiel nennt der Fondsmanager China, wo selbst eine signifikante Verlangsamung der Exporte das Bruttoinlandsprodukt nicht schwächen würde. Zudem seien die am schnellsten wachsenden Exportmärkte Chinas andere Schwellenländer.

Infografik / Aktienfonds 2 281207 © FAZ.NET Vergrößern

Die Gefahr einer Kurskorrektur wegen der mehrjährigen Aufwärtsbewegung an den Schwellenländerbörsen blenden Anlagestrategen wie Conway nicht aus, sie halten das Risiko aber für überschaubar. „Obwohl wir in einigen dieser Märkte - vor allem auf dem chinesischen Inlandsaktienmarkt - Hinweise auf eine Spekulationsblase sehen, sind die Bewertungen nicht hoch.“ Im Vergleich zum Aktienindex MSCI World würden die Schwellenländer insgesamt betrachtet noch immer unter den Höchstwerten von 1994 liegen.

Breite Streuung statt Schwerpunktsetzung

„Auch wenn nach Jahren der Hausse Korrekturen nicht auszuschließen sind, trauen wir osteuropäischen, lateinamerikanischen und asiatischen Aktien in den kommenden Monaten durchaus noch einiges zu“, schließt sich die französische Fondsgesellschaft Axa Investment Managers in ihrem Ausblick an. Selbst wenn die Kursgewinne etwas geringer ausfallen sollten als zuletzt - der Wachstumsvorsprung der Schwellenländer gegenüber den Industrieländern dürfte ihrer Ansicht nach erhalten bleiben.

Im Portfolio des derzeit besten global investierenden Schwellenmarktfonds Fidelity Emerging Markets ist aktuell kein Schwerpunkt in Richtung einer der drei Regionen Osteuropa, Asien oder Lateinamerika zu erkennen. Vielmehr setzt der Fonds auf eine breite Streuung. Nach den zuletzt veröffentlichten Fondsinformationen stellten Aktien aus Korea die größten Positionen, gefolgt von Papieren aus Brasilien und Russland.

Lateinamerika in Bewegung

Stärkere Bewegungen werden in nächster Zeit innerhalb der lateinamerikanischen Schwellenmärkte erwartet. So sieht die britische Fondsgesellschaft Threadneedle dort die Zeit für eine stärkere Differenzierung gekommen. Zwar sei die Abhängigkeit von der Wirtschaft in den Vereinigten Staaten in den vergangenen fünf Jahren gesunken.

Dennoch könnte eine konjunkturelle Schwäche des nordamerikanischen Nachbarn auch den lateinamerikanischen Schwellenmärkten deutlich schaden. Am sensibelsten würde Mexiko auf eine Abschwächung reagieren, erwartet Threadneedle-Fondsmanagerin Katy Dobson. Immerhin 85 Prozent der mexikanischen Exporte gingen in die Vereinigten Staaten.

Quelle: F.A.Z., 27.12.2007, Nr. 300 / Seite 20

 
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