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Investmentfonds Robecos neuer Rentenfonds zielt auf Gewinne in jedem Zinsumfeld

15.02.2006 ·  Das Zinsumfeld ist in den vergangenen Jahren auch nicht sicherer geworden. Erst wartete man auf steigende Zinsen, dann hatte man sich mit niedrigen abgefunden, dann stiegen sie doch. Auch Robeco setzt jetzt auf Konzepte, die für jedes Zinsumfeld geeignet sind.

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Eine Roadshow verbindet man landläufig meistens mit einem jungen Unternehmen, das an die Börse strebt. Auf die Fondsgesellschaft Robeco trifft nichts davon nicht zu. 1929 gegründet, verwaltet die Gesellschaft derzeit 131 Milliarden Euro, vor allem für institutionelle Investoren.

Wenn also eine Kapitalanlagegesellschaft wie Robeco „on the road“ geht, dann hat sie einige Produkte im Gepäck, die sie unter das Anlegervolk bringen will. Das sind entweder neue Produkte oder aber etablierte Produkte, die wieder einen Schubs brauchen.

Erprobtes Konzept mit neuer Variation

Zu den neuen Produkten gehört der Robeco Flex-o-Rente (ISIN: LU0230242504), ein Fonds, von dem Robeco verspricht, daß er auch in der Lage sein wird, auch in jedem Zinsumfeld, also auch bei den vielfach erwarteten steigenden Zinsen, gute Gewinne machen zu können.

Im Prinzip setzt Robeco dabei auf ein etabliertes Konzept: der Lux-o-Rente (ISIN: LU0084302339) wurde bereits im Juni 1994 aufgelegt und war in den vergangenen fünf Jahren der erfolgreichste Fonds unter den weltweit anlegenden Rentenfonds.

Der Fonds investiert in Anleihen erstklassiger Bonität und setzt dabei auf ein rein quantitatives Modell, das bestrebt ist, vor allem auf zwei Wegen einen Mehrwert zu erwirtschaften.

Neben einer aktiven Länderallokation setzt man bei Robeco dabei auf ein aktives Durationsmanagement. Unter der Duration versteht man den Umstand, daß eine Anleihe um so weniger stark auf Zinserhöhungen reagiert, je kürzer ihre Laufzeit ist. Bei der Durationsallokation wird eine wöchentliche Zinsprognose in den Währungsblöcken Dollar, Euro und Yen erstellt, in dem der Fonds angelegt.

Absolute Return als Reaktion auf ein unsicheres Umfeld

Aus der optimalen Renditestrukturkurve der Staatsanleihen aus dem Verhältnis von Zins und Laufzeit bestimmt und auf eine entsprechende Wertpapierauswahl angewendet. Um auf ein verändertes Umfeld schnell reagieren zu können, wird in Futures investiert.

Der Flex-o-Rente geht einen Schritt weiter als der etablierte Lux-o-Rente, indem er eine negative Duration von bis zu -4,25 Jahren zuläßt. Das bedeutet, daß der Fonds trotz steigender Zinsen und damit fallender Kurse eine positive Rendite erwirtschaften kann.

Da aber alle Anleihenkurse negativ auf Zinserhöhzungen reagieren, kann dies nur durch den Einsatz von Derivaten erreicht werden. Auf diese Weise nähert sich auch der Flex-o-Rente damit dem Hedgefonds-Prinzip an, im klassischen Sinn eines Absolute Return Fonds.

Mit dieser Strategie reagiert die Kapitalanlagegesellschaft auf das Fazit, das Mark Flügel von Robeco über die Rentenmärkte und vor allem die Zinsprognosen der vergangenen Jahre zieht: „Trendwenden vollziehen sich nie, wenn sie jeder erwartet.“ Jahrelang habe man steigende Zinsen prognostiziert - sie fielen. Als die Analysten vor der Märkten kapitulierten, begannen sie zu steigen.

„Man weiß nie, was man bekommt“

Neu ist die Idee an sich nicht. So agieren auch der Deka-Euro Rentenplus CF genauso wie der Activest Total-Return oder der Credit Suisse Bond Fund (Lux) Target Return (Euro) mit dem Prinzip einer negativen Duration.

0,2 Prozent hat der Flex-o-Rente in diesem Jahr bislang an Wert zulegen können. Das ist bislang nicht so erfolgreich. der Activest Total-Return hat es auf 0,73 Prozent gebracht, der Target Return der Credit Suisse auf 0,68 Prozent. Andererseits hat der Fonds der Deka einen Wertverlust von 0,9 Prozent zu verzeichnen.

Ob der Flex-o-Rente eine Erfolgsgeschichte wird, bleibt also erst einmal abzuwarten. Das Vorbild Lux-o-Rente hat laut Mark Flügel in den vergangenen zehn Jahren bei einer monatsweise verschobenen Jahresbetrachtung nur in sechs Perioden eine schlechte Performance erzielt. Allerdings hat er es auf drei Jahre betrachtet nur auf Platz 17 geschafft. Und auch über ein Jahr bleibt nur ein Platz im Mittelfeld.

Für Flügel ist der Flex-o-Rente naturgemäß ein Basis-Investment. Ein großer Vorteil des Produkts sei auch seine hundertprozentige Währungsabsicherung. In punkto Volatilität stellt sich der Fonds dann auch in der kurzen Frist deutlich besser dar.

Letztlich bleibt es also bei dem alten Dilemma der Investition in einen Fonds, für das auch das Motto gilt, das Flügel für die Zinsprognosen dem Film „Forrest Gump“ entlehnt hat und zu dem dessen Protagonist bei seinen philosophischen Betrachtungen an der Bushaltestelle beim Blick in die Pralinenschachtel gelangt: „Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen - man weiß nie, was man bekommt.“

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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