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Investmentfonds Portfoliomanager setzen weiter auf Aktien

03.01.2007 ·  Auf japanische Renten und europäische Aktien setzen die von Lipper-Reuters befragten Verwalter gemischter globaler Portfolios, während Amerika insgesamt weniger en vogue ist. Insgesamt aber ist Kontinuität Trumpf.

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Groß sind die Erwartungen an das Jahr 2007. Die europäische Konjunktur soll sich der deutschen Mehrwertsteuererhöhung zum Trotz weiter stark zeigen und somit auch die Aktienmärkte. Für die Anleihenmärkte erwarten die meisten Analysten angesichts erwarteter Zinssenkungen indes ein schwächeres Jahr.

Insgesamt sollen sich also die Tendenzen des vergangenen Jahres fortsetzen. Das schlägt sich auch in der jüngsten Asset-Allocation-Umfrage von Lipper-Reuters nieder. So erhöhte sich in den der Umfrage zugrundeliegenden gemischten globaler Portfolios die Aktienquote um 3,14 Prozentpunkte auf 54,52 Prozent, während im Gegenzug die Rentenquote um durchschnittlich 0,65 Prozentpunkte auf 31 Prozent fiel. Dadurch stieg auch die durchschnittliche Kassenposition, nämlich um 1,49 Prozentpunkte auf 13,74 Prozent.

Japanische Rentenpapiere sind gefragt

Und die Manager beabsichtigen nicht, große Veränderungen vorzunehmen. Bereits im Dezember, ließen die befragten Vermögensverwalter ihre Investitionsquote nahezu unverändert und setzen vornehmlich auf Aktien, die sie im Verhältnis zu ihren internen Benchmarks in der Mehrheit übergewichten. Dagegen ist mehr als die Hälfte der Befragten in Renten weiterhin untergewichtet.

Auch die regionale Anlagestruktur spiegelt die gemeinhin herrschenden Überzeugungen wieder. Die befragten Vermögensverwalter haben im Berichtsmonat vorwiegend in europäische und asiatische Aktien investiert und nord- sowie lateinamerikanische Werte
abgegeben. Besonders japanische Aktien haben es den Managern angetan. Keiner der Befragten glaubt, dass diese kurzfristig überbewertet seien.

Interessant ist dagegen das Engagement im Rentenbereich, wo die Verwalter offenbar nicht uneingeschränkt an eine Fortsetzung der Rally amerikanischer Staatsanleihen glauben. Sie haben ausschließlich ihre Positionen in japanischen Papieren ausgebaut und die Bestände an europäischen und amerikanischen Festverzinslichen reduziert. Das dürfte wohl auch mit der verbreiteten Einschätzung zu tun haben, dass der Yen unterbewertet ist.

Amerika ist nicht mehr en vogue

Indes sind Anleihen aus Nordamerika weiter deutlich übergewichtet. Das dürfte nicht zuletzt am höheren Zinsniveau liegen. Denn die Suche nach Rendite hat im Dezember auch de Bereitschaft der Teilnehmer erhöht, Kredit- und Spreadrisiken durch die Übergewichtung von Emerging-Markets-Anleihen im Vergleich zu ihren internen Benchmarks einzugehen.

Die Untergewichtung der europäischen Rentenpapier ist indes relativ. Denn noch immer stellen Eurobonds im Rentenanteil der Portfolios absolut betrachtet die größten
Positionen innerhalb der globalen gemischten Portfolios dar. Offenbar lassen sich die während der Rentenmarkthausse aufgebauten Bestände nicht so schnell wieder abbauen.

Amerika scheint überhaupt nicht mehr en vogue zu sein. In der Kasse wurden die Dollarbestände zugunsten des Euro abgebaut, zumal die Mehrheit der Teilnehmer den Dollar sowie das britische Pfund auf Basis der derzeitigen Marktdaten für überbewertet hält. Auch herrscht die Meinung vor, nordamerikanische Aktien für „fair gepreist“.

Ein kleiner Teil hält auch Aktien aus dem pazifischen Raum (ohne Japan) und aus Lateinamerika für überbewertet. Offenbar scheint der Glanz der BRIC-Story ein wenig matter zu werden.

Dagegen scheint der Glaube an den Rohstoffsektor ungebrochen. Nicht nur, dass der Sektor Grundstoffe der am stärksten übergewichtete Sektor in den Portfolios ist, keiner der befragten Vermögensverwalter plant, seine Gewichtung in diesen Aktien in den kommenden drei Monaten zu verringern. Am stärksten zukaufen wollen die Manager im Gesundheitswesen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: FAZ.NET
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