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Investmentfonds Kosten beim Fondskauf unbedingt berücksichtigen

14.10.2005 ·  Anleger achten beim Fondskauf zu wenig auf die Kosten. Dabei sollten sie gerade hier feilschen bis zum letzten. Denn langfristig machen sich selbst kleinste Unterschiede bei der durchschnittlichen Nettorendite überproportional bemerkbar.

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Wer sich im täglichen Leben etwas gönnen will, scheut beinahe keinen Aufwand, um für ein Produkt den besten Preis zu erhalten. Denn nur so lassen sich die ganzen Preisinformations- und Auktionssites erklären, die im Internet nur so aus dem Boden sprießen.

Anleger dagegen scheinen etwas resistenter zu sein. Sonst würden sie sich von den Fondsgesellschaften mit zum Teil unverschämten Ausgabeaufschlägen und hohen jährlichen Gebühren nicht so über den Tisch ziehen lassen. Dabei spielen gerade die oft versteckten und scheinbar nur geringen regelmäßig anfallenden Beträge langfristig eine wichtige Rolle.

Langfristig machen sich kleine Renditeunterschiede überproportional bemerkbar

Denn über einen Zeitraum von 25 Jahren ist es ein markanter Unterschied, ob eine Anlage im Durchschnitt sechs oder acht Prozent erbringt. Wer zum Beispiel einmalig 10.000 Euro investiert und sie für 25 Jahre bei einer Fondsgesellschaft „arbeiten“ läßt, hat am Ende bei einer Durchschnittsrendite von acht Prozent knapp 60 Prozent mehr auf dem Konto, als bei einer Anlage mit einer durchschnittlichen Rendite von sechs Prozent (siehe Graphik). Diese Differenz kann bei einer teuren Fondsgesellschaft locker in den Kostenstrukturen versteckt sein.

In diesem Sinne mögen Kosten bei der Wahl des richtigen Fonds nicht unbedingt der wichtigste Faktor sein, aber sie sollten dennoch ins Kalkül einbezogen werden. Denn wenn man als Anleger nicht sicher sein kann, einen Fonds mit überdurchschnittlicher Wertentwicklung zu finden, dann kann sich als Ausweg immer noch der Kauf eines Indexfonds empfehlen. Denn diese sind erstens unschlagbar günstig und zweitens nie schlechter als der Markt. In diesem Sinne dürften sie sich für Aktienoptimisten grundsätzlich immer als Kerninvestition empfehlen.

Vor allem dann, wenn er ein gutes Händchen für den richtigen Markt zur richtigen Zeit hat. Denn genau diese Entscheidung ist wichtiger als das Vermögen der Fondsmanager, die richtigen Aktien zu „picken“.

Bei Fonds gibt es in der Regel zwei Kostenblöcke. Erstens sind das die Ausgabeaufschläge, mit denen die Gesellschaften in der Regel ihre teuren Vertriebsapparate oder so genannte freie Vermittler alimentieren. Die Kostenspanne erstreckt sich von weniger als 0,5 Prozent bei Geldmarktfonds bis zu sechs Prozent und mehr bei Aktienfonds. Investiert ein Anleger beispielsweise 10.000 Euro bei einem Ausgabeaufschlag von fünf Prozent, so werden effektiv nur 9.500 Euro in den jeweiligen Fonds investiert und 500 Euro von der Bankfiliale oder dem Vermögensberater einbehalten.

In den vergangenen Jahren gab es zwar Druck auf die hohen Ausgabeaufschläge durch Discount-Angebote von Online-Brokern oder Fondsbörsen, in der Gesamtheit sind die Ausgabeaufschläge jedoch durchschnittlich angestiegen. Es dürfte ratsam sein, solche Gebührenschneidereien wenn möglich zu umgehen oder im Zweifelsfall hart zu verhandeln. Gerade wenn größere Beträge angelegt werden sollen, sind die Berater in der Regel zu Zugeständnissen bereit.

Verschiedene Kostenblöcke bei Fondsgesellschaften

Der zweite Kostenblock sind die Verwaltungsgebühren. Sie werden in Prozent des jeweiligen Fondsvermögens berechnet und gelten als Gegenwert für die Leistung des Fondsmanagers, der Depotbank, die die Konten des Fonds führt, die Abwicklung der Transaktionen und die Koordination der Lagerstellen übernimmt. Die Kapitalanlagegesellschaft ist auch für die Einhaltung der Bestimmungen des Investmentfondsgesetzes verantwortlich.

Seit einigen Monaten wird die prozentuale Gesamtkostenbelastung bei Fonds in einer eigenen Kennzahl veröffentlicht, der TER oder der Total Expense Ratio. Das ist im Vergleich zu früher ein Fortschritt in der Kostentransparenz. Allerdings enthält auch sie nicht sämtliche Kosten, die Fondsgesellschaften ihren Anlegern insgeheim berechnen.

Tatsache ist, daß Fondsgesellschaften ihre Performancezahlen zwar auf Nettobasis, also nach Abzug der Kosten, veröffentlichen. Damit sind sie zumindest mit Blick auf die Vergangenheit vergleichbar. Allerdings wären gute Fonds noch besser, wenn sie geringere Kosten hätten. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, daß teure Fonds tendenziell schlechter sind als günstige. In diesem Sinne scheint sich der Markt ein Stück weit selbst zu regulieren, wenn sich Anleger auf die „guten Fonds“ konzentrieren. Insgesamt dürfte es ratsam sein, beim Kauf von Fonds auch auf kleine Kostenunterschiede zu achten. Denn langfristig macht sich selbst ein geringer Renditeunterschied überproportional bemerkbar.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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