20.08.2007 · Hohe Gebühren für einen Fonds sind gerechtfertigt - aber nur dann, wenn es den Managern gelingt, den Markt zu schlagen. Das schaffen die meisten nicht. So dürfte es kaum verwundern, dass Indexfonds immer mehr Zuspruch finden.
Die Kursturbulenzen der vergangenen Wochen gingen auch an den Fonds nicht vorbei: Während die Aktienfonds zum Teil deutliche Wert- und Kursverluste verbuchen mussten, konnten die Rentenfonds genau das Gegenteil, nämlich deutliche Kursgewinne, verzeichnen.
Während sich Aktienfonds mit den Anlageschwerpunkten Portugal, Mittlerer Osten, Ungarn und Irland sowie der Branche Biotechnologie vergleichsweise robust entwickelten, mussten entsprechende Produkte mit den Schwerpunkten Schweden, Finnland oder der Branche Chemie ebenso deutliche Kurseinbußen hinnehmen wie Fonds, die sich auf Aktien kleiner und mittlerer Unternehmen in Europa spezialisiert haben.
Fonds, die auf Aktien kleiner und mittlerer Unternehmen setzen, in der Defensive
Bei letzteren dürfte die Tatsache eine Rolle spielen, dass diese Werte in den vergangenen Jahren einerseits besonders gut gelaufen waren. Andererseits dürften sich die deutlichen Kursverluste auch durch die unterdurchschnittliche Liquidität der Papiere erklären lassen: Wollen viele Anleger gleichzeitig Kasse machen, so schlägt das deutlicher durch, als beispielsweise bei den viel gehandelten Werten des Dax oder anderer „großer“ Indizes.
Auf der Rentenseite konnten in den vergangenen Wochen vor allem Produkte mit Japan-, Großbritannien und Schweizbezug Kursgewinne verbuchen. Sie lassen sich zu einem großen Teil mit Währungseffekten erklären, da es in den vergangenen Wochen auch am Devisenmarkt zu einer deutlichen Korrektur der vorhergehenden Trends gekommen war: Niedrig verzinsliche Währungen holten auf, während hoch verzinsliche in die Defensive gerieten.
Grundsätzlich ist die Beobachtung bemerkenswert, dass Indexfonds in beinahe allen Fondskategorien vergleichsweise gut abschneiden - sofern sie vorhanden sind. Das dürfte kaum überraschen. Denn erstens zeigen Analysen immer wieder, dass aktive Fondsmanager in liquiden Märkten den Markt - gemessen am Index - in der Regel nicht nachhaltig schlagen können. Gleichzeitig sind sie jedoch deutlich teurer, als passive, börsengehandelte Indexfonds (siehe Tabelle). Sehr wahrscheinlich erklärt sich das eine aus dem anderen, da hohe Kosten an der Performance nach Gebühren zehren.
Indexfonds schneiden vergleichsweise gut ab - Kostenvorteil
Alleine schon aus diesem Grund bieten börsengehandelte Indexfonds Anlegern Reize. Denn langfristig betrachtet führen aufgrund des Zinseszinseffektes selbst kleine Renditeunterschiede zu deutlich unterschiedlichen Resultaten. So dürfte es kaum verwundern, dass börsengehandelte Indexfonds bei Anlegern immer beliebter werden. Zunehmende Volumina - siehe Graphiken - sprechen für sich.
Nach der jüngsten Ausgabe einer regelmäßig „aufgefrischten“ Analyse der Analystin Deborah Fuhr von Morgan Stanley wurden zum Ende des ersten Halbjahres 953 Exchange Traded Funds an 41 Börsen insgesamt 1.494 mal gelistet. 66 Anbieter beziehungsweise Fondsmanager verwalten auf diese Weise einen Gegenwert von knapp 689 Milliarden Dollar. Ihre Anzahl nimmt stetig weiter zu, da vor allem die Großanleger auf diese Produkte „abfahren“. Deborah Fuhr wagt die Prognose, dass bis in vier Jahren auf diese Weise mehr als zwei Billionen Dollar verwaltet werden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |