11.05.2009 · Richtig rund lief es zuletzt zwar nicht für die Fondsbranche. Aber laut einer Feri-Umfrage sehen die Branchenvertreter gutes Absatzpotential. Auch dem ETF-Segment wird weiteres Wachstum prognostiziert.
Die Kreditkrise macht auch den Fondsgesellschaften zu schaffen. Vor einigen Monaten mussten etliche Immobilienfonds schließen und Aktienfonds erlitten herbe Verluste. Im ersten Quartal 2009 flossen aus dieser Anlagekategorie netto 510 Millionen Euro ab.
Doch die Branche blickt zuversichtlich in die Zukunft: Insgesamt wird das Absatzpotential im laufenden Jahr überwiegend als gut bis sehr gut bewertet. Dies geht zumindest aus einer Umfrage der Feri Euro-Rating Services AG hervor, an der 57 Fondsmanager und Mitarbeiter von Fondsgesellschaften teilnahmen.
Nicht alle Antworten erscheinen stimmig
Auch im Hinblick auf die Produktpalette des jeweils eigenen Hauses sind die Experten optimistisch. 38 Prozent glauben, dass diese sich 2009 vergrößern wird. „Unstimmigkeiten ergeben sich allerdings, wenn man diese Aussagen mit denen zu einer möglichen Konsolidierung des Produktangebotes der gesamten Branche vergleicht“, so Feri-Vorstandsmitglied Tobias Schmidt. „Zwar gehen nur 32 Prozent der von uns befragten Experten davon aus, dass es in ihrem Haus zu Reduktionen innerhalb der Produktpalette kommt. Allerdings meinen über 70 Prozent, dass sich das Produktangebot der Fondsbranche insgesamt verkleinern und stark verkleinern wird.“
Gute Absatzchancen für Rentenfonds - eher Skepsis bei Aktienfonds
Insgesamt sind 69 Prozent der Befragten der Meinung, das Absatzpotential im Bereich Renten sei für das Jahr 2009 gut oder sehr gut. Das Absatzpotential von Fonds aus dem Bereich Gemischte Sondervermögen bewerten 64 Prozent der Experten mit gut oder sehr gut. Immobilienfonds sehen 58 Prozent der Befragten positiv, Geldmarktfonds 55 Prozent und Wandelanleihefonds 50 Prozent. Lediglich für Aktienfonds und Fonds im Bereich Alternative Investments ist weniger als die Hälfte der Umfrageteilnehmer positiv gestimmt (44 bzw. 34 Prozent). Die Mehrheit geht hier von einem schwachen oder sehr schwachen Absatzpotential aus.
Unter den Aktien-Segmenten gibt es keine klaren Favoriten. Knapp 13 Prozent sehen das Segment Global anlegender Aktienfonds oder Valuefonds im Vorteil, was schon das beste Ergebnis ist. Am schlechtesten sollen Fonds mit Schwerpunkt Osteuropa & Mittlerer Osten sowie Small-Cap-Fonds abschneiden. Uneinigkeit besteht auch hinsichtlich des Potentials von Branchenfonds: Rund 25 Prozent nominierten diese Anlageklasse als diejenige mit dem schwächsten Absatzpotential. Knapp 13 Prozent sehen dagegen hier das höchste Potential.
Bei Rentenfonds herrscht mehr Einigkeit . Hier sehen die Profis Unternehmensanleihen vorn (42 Prozent). Für Rentenfonds in den Bereichen Emerging Markets und Staatsanleihen prognostizieren sie dagegen überwiegend schlechte Chancen (22 und 18 Prozent).
Wachstum für ETF-Segment prognostiziert
Insgesamt 89 Prozent der Fondsexperten halten es für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich, dass sich das positive Wachstum im ETF-Segment fortsetzen wird. Nach Meinung von 61 Prozent der Experten werden auch die Managementgebühren von ETFs auf gleichem Niveau bleiben. Nur knapp 9 Prozent nehmen an, dass die Gebühren steigen, 30 Prozent dass sie sinken werden.
Die Managementgebühren für aktiv gemanagte Fonds werden sich nach Einschätzung der Befragten wie folgt entwickeln: 66 Prozent meinen, die Gebühren werden gleich bleiben. 32 Prozent gehen davon aus, dass die Gebühren eher steigen werden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |