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Investmentfonds ETF-Markt erhält immer mehr Zuwachs

11.07.2007 ·  Unverändert boomt das Segment der ETFs. Ständig werden neue Produkte aufgelegt, neuerdings auch für den Geldmarkt. Davon profitiert vor allem die Deutschen Börse als größter europäischer Handelsplatz. Indes ist das Interesse der Anleger recht ungleich verteilt.

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Die Zahl der ETFs nimmt immer mehr zu. Allein in den vergangenen Tagen haben die großen Emittenten iShares, ABN Amro und Deutsche Bank 26 neue Fonds im XTF-Segment der deutschen Börse eingeführt.

Ende Mai handelten allein dort rund 220 Produkte, die es bei fast 70.000 ausgeführten Orders auf einen Umsatz im Xetra-Orderbuch von immerhin 8,35 Milliarden Euro brachten. Gemeinsam verwalteten die Fonds ein stattliches Vermögen von 55,65 Milliarden Euro.

Marktführer XTF

Damit bringt es das XTF genannte Segment der Deutschen Börse nach eigenen Angaben und gemessen am Umsatz europaweit auf einen Marktanteil von 43,4 Prozent und ist damit der mit Abstand größte Handelsplatz, weit vor dem ewigen Konkurrenten Euronext dessen Nexttrack-Segment es auf einen Umsatz von rund fünf Milliarden Euro und einen Marktanteil von 26,2 Prozent brachte.

Platz drei wird von der Borsa Italiana knapp vor der London Stock Exchange gehalten, was nicht zuletzt das große Interessen der beiden Marktführer an den Mailändern erklärt.

Am besten liefen seinerzeit Brasilienfonds die es auf ein Plus von über zwölf Prozent brachten, gefolgt von zwei Rohstoffaktienfonds der Indexchange, die es auch einen Zuwachs von elf bis zwölf Prozent brachten. Im Mai lief auch noch der Dax recht gut, so dass der Hebelfonds der französischen Gesellschaft Lyxor auf den LevDax auch einen beachtlichen Wertzuwachs von mehr als zehn Prozent verzeichnete.

Ungleich verteiltes Volumen

Der Orderumsatz ist indes noch recht ungleich verteilt. Mit 3,66 Milliarden Euro vereinte der Dax-Ex-Fonds der Indexchange (Isin DE0005933931) fast 44 Prozent des Umsatzes auf sich. Dagegen nehmen sich die Umsatz des DJ Euro Stoxx 50 Ex (Isin DE0005933956) des gleichen Anbieters von 0,95 Milliarden (11,4 Prozent des Gesamtumsatzes) bescheiden aus.

Überhaupt ist die Verteilung sehr ungleich. Die beiden umsatzstärksten Fonds bringen es damit auf 55 Prozent der Umsätze, die größten drei auf 62 Prozent. Lediglich die zehn größten Fonds bringen es auf ein Umsatzvolumen von über einem Prozent, neunzig Prozent der Fonds handeln mit einem unterdurchschnittlichen Volumen.

Nicht ganz so extrem sieht die Verteilung nach der Zahl der ausgeführten Orders. Auch hier kommt der Dax Ex auf einen satten Anteil von 21 Prozent und die vier größten Fonds auf eine Quote von 37,7 Prozent. Immerhin noch 75 Prozent der Fonds wurden unterdurchschnittlich gehandelt.

Exotische Neuemissionen

Auch wenn drei Viertel des Orderbuchvolumens auf Deutschland- und Euroland-Indexfonds entfallen, so kommen die Neuemissionen aus neuen und bisweilen exotischeren Bereichen. So hat ABN Amro mit dem Market Access FTSE/JSE Africa Top 40 Index Fund (Isin LU0270000028) einen Fonds aufgelegt, der den Leitindex der südafrikanischen Börse nachbildet.

Er ist damit auch unter herkömmlichen Fonds der einzige, der dieses Land in einem Fonds abbildet. Lediglich der Magna Africa Fund (Isin IE00B0TB5201) weist noch eine Gewichtung von 32 Prozent in südafrikanischen Aktien aus, legt aber ansonsten hauptsächlich in Russland an. Zudem verlangt die Fondsgesellschaft Charlemagne einen Ausgabeaufschlag von fünf Prozent, Verwaltungsgebühren von insgesamt 1,775 Prozent und eine Performancegebühr von 20 Prozent. Der ABN-Amro-Fonds kommt dagegen auf eine Gesamtbelastung (TER) von 0,7 Prozent.

Auch ein Geldmarkt-ETF ist dabei

Mittlerweile sind die ETFs auch längst über den Bereich der Aktien hinaus expandiert. Immerhin knapp fünf Prozent des Orderbuchumsatzes und der Orders entfallen bereits auf Rentenfonds, allen voran der Eb.rexx Jumbo Pfandbriefe (Isin DE0002635265), ein Pfandbrieffonds der Indexchange.

Ganz neu auf den Markt gekommen ist mit dem db x-trackers Eonia Total Return (Isin LU0290358497) ein Geldmarkt-ETF, der eine täglich rollierte Einlage zum Eonia-Satz abbildet. Der Euro (Euro Over Night Index Average ist der von der EZB festgestellte effektive Tagesgeldsatz, der als gewichteter Durchschnitt aller unbesicherten Tagesgeldausleihungen im Interbankenmarkt berechnet wird und der derzeit bei 4,07 Prozent steht.

Der Fonds berechnet lediglich eine Managementgebühr von 0,15 Prozent pro Jahr. Dagegen verlangt Axa für ihren Eonia-Fonds (Isin FR0010002014) zwar nur Gebühren von 0,09 Prozent, daneben aber noch eine Performancegebühr von nicht weniger als 50 Prozent des Betrages, um den die Wertentwicklung des Fonds den Wertzuwachs des Eonia Capitalisé Index um vier Prozent übersteigt. BNP Paribas nehmen eine Managementgebühr von immerhin 0,5 Prozent und zudem einen Ausgabeaufschlag von fünf Prozent (Isin LU0180174582).

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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