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Investmentfonds Ein Jahr des Grauens

10.02.2009 ·  Die deutschen Fondsgesellschaften kämpfen mit einem Negativrekord: 2008 war das schlimmste Jahr in der Geschichte der heimischen Investmentbranche. Nun setzen die Anbieter verstärkt auf Produkte, die das Risiko begrenzen sollen.

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Angesichts des drastischen Kursverfalls an den Finanzmärkten in den vergangenen Monaten rechnet die deutsche Fondsbranche nicht mit einer baldigen Rückkehr der Anleger. „Wir erwarten nicht, dass Anleger antizyklisch handeln“, sagte Wolfgang Mansfeld, Präsident des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI), am Dienstag in Frankfurt. Mit dem Begriff antizyklisches Handeln ist gemeint, dass die Anleger schwache Marktphasen beispielsweise an den Aktienmärkten nutzen, um sich günstig einzudecken in der Hoffnung auf dementsprechend hohe Kursgewinne.

„Diese Grundstimmung wird sich nicht über Nacht umkehren lassen“, sagte Mansfeld weiter. „Und auch die Anleger, die an den Kapitalmarkt zurückkehren, werden auf mittlere Sicht in ihrer Grundhaltung risikoavers bleiben.“

Minus 40 Prozent

Die schwere Finanzkrise an den internationalen Märkten hat auch die deutschen Fondsanleger mit voller Wucht getroffen. „Das Gesamtjahr war - ohne Wenn und Aber - das schlechteste Jahr der Investmentgeschichte in Deutschland“, sagte Mansfeld.

Internationale Aktienfonds verzeichneten laut BVI im vergangenen Jahr einen Wertverlust von durchschnittlich mehr als 40 Prozent. Rentenfonds auf Unternehmensanleihen gaben mehr als 13 Prozent an Wert ab, Mischfonds auf Euro-Länder knapp 10 Prozent. Am besten unter den klassischen Investmentfonds, die Privatanlegern zugänglich sind, schnitten noch offene Immobilienfonds mit einem Wertzuwachs von 4,7 Prozent ab.

Historischer Negativ-Rekord

Schlimmer noch als die Wertverluste wiegen aus Sicht der Investmentbranche die enormen Rückflüsse. Tausende von Anlegern haben ihre Fondsanteile verkauft - mit der Folge, dass die Zahl der deutschen Fondsbesitzer von 16 Millionen auf 15,9 Millionen sank. Das Volumen der Fonds, die Privatanleger an die Fondsgesellschaften zurückgaben, erreichte im vergangenen Jahr eine Rekordhöhe. 3,8 Prozent des gesamten Vermögens, das die Fondsbranche verwaltet, gaben die Sparer zurück - so viel war es noch nie zuvor.

Auf 27,8 Milliarden Euro summieren sich unter dem Strich die Rückflüsse bei den Publikumsfonds, die in Deutschland verkauft werden. Am schwersten traf es Geldmarktfonds mit einem MInus von 26,5 Milliarden Euro und Rentenfonds mit einem Minus von 17,8 Milliarden Euro. Dass die Summe unter den 27,8 Milliarden Euro liegt, ist darauf zurückzuführen, dass Nettozuflüsse vor allem in wertgesicherte Fonds und wegen der Abgeltungsteuer in Dachfonds das Desaster begrenzten.

Schärferer Kostendruck

Da die Fondsanbieter nicht mehr darauf hoffen, bei den Privatanlegern in diesem Jahr Aktien- oder gar Rentenfonds platzieren zu können, versuchen sie nun, sich auf die Krise einzustellen. Denn angesichts dieser hohen Rückflüsse dürften viele Investmentgesellschaften nun auch erhöhten Kostendruck geraten.

Garantieprodukte werden künftig nach Einschätzung Mansfelds im Mittelpunkt der Verkaufsbemühungen der Fondsbranche stehen. „Fondskonzepte mit Chancenpotenzial bei gleichzeitiger Risikobegrenzung“ nennt Mansfeld diese Konstruktionen. Damit spielt er auf Garantiefonds an, mit denen Anleger sich beispielsweise an den Aktienmärkten engagieren können, wobei die potenziellen Verluste innerhalb einer bestimmten Laufzeit durch Derivate begrenzt werden.

Immobilienfonds haben es auch schwer

Auch Absolute Return Fonds dürften in dieses Raster passen. Dabei orientieren sich die Fondsmanager nicht an einer Referenzgröße wie dem Aktienindex Dax, sondern an einem absoluten Renditeziel, das weitgehend unabhängig von der Entwicklung der Aktienmärkte erreicht werden soll.

Nicht für Aktienfonds, auch für offene Immobilienfonds dürften die Zeiten in diesem Jahr härter werden. So erwartet die Geschäftsführerin der SEB Investment GmbH, Barbara Knoflach, für dieses Jahr weiterhin schwierige Zeiten an den Immobilienmärkten, wobei die konkrete Wertentwicklung eines offenen Immobilienfonds stark davon abhänge, in welchen Märkten der Fonds engagiert sei.

Alles in allem dürfte die Fondsbranche vor einem weiteren harten Jahr stehen. Mansfelds Resümee für 2009 fällt dementsprechend eindeutig aus: „Wir müssen um unsere Anleger kämpfen.“

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