10.11.2004 · Gold- und Hongkong-Fonds haben in den vergangenen Monaten mit einer schönen Wertentwicklung geglänzt - allerdings auf Dollar-Basis. Der Verfall der amerikanischen Währung nagt erheblich an der Fonds-Performance.
Kaum eine Währung der Welt hat in den vergangenen zwölf Monaten gegenüber dem Euro soviel an Boden verloren wie der amerikanische Dollar. Ein Minus von gut zwölf Prozent steht zu Buche. Schwächer hat im selben Zeitraum unter den wesentlichen Devisen nur der Hongkong Dollar abgeschnitten, der einen Ticks mehr verloren hat. Gleichzeitig haben sich Besitzer von Goldaktien- und Hongkong-Fonds über schöne Kurssteigerungen freuen können. Allerdings nur mit Blick auf die Dollar-Basis, die bei vielen dieser Fonds gilt.
Wer die Kursgewinne auf Euro umrechnet, bleibt indes ernüchtert zurück. Denn der Verfall des Wertes der Weltleitwährung im Vergleich zum kontinentaleuropäischen Pendant nagt erheblich am Wertzuwachs der Fonds. Im Fall von Goldaktienfonds hat die Euro-Stärke sogar einen Wertverlust zur Folge, wie Berechnungen von FAZ.NET zeigen.
31,75 Prozent in Dollar, aber nur 5,8 Prozent in Euro gerechnet
Beispiel eins: der World Gold Fund von Merrill Lynch. Auf Jahressicht ist der World Gold der beste Goldaktien-Fonds unter elf vergleichbaren Produkten, die von Standard&Poor´s erfaßt werden und auf der Fonds-Datenbank von FAZ.NET abrufbar sind. In diesem Zeitraum ist sein Preis von 22 Dollar auf 24,25 Dollar gestiegen. Macht ein Plus von 10,2 Prozent. Wer vor einem Jahr 100 Anteile zum Preis von 1,15 Dollar je Euro kaufte, mußte 1.913 Euro bezahlen. Heute bekommt er dafür 1.879 Euro zurück. Das bedeutet einen tatsächlichen Wertverlust von 1,8 Prozent -. obwohl der Kurs des Fonds gestiegen ist.
Beispiel zwei: Der UBS Equity Fund Hongkong: Dieser Fonds ist unter den auf Dollar laufenden Hongkong-Fonds das gemessen am Kursgewinn beste Produkt. Kostete er Anfang November 2003 noch 357,2 Dollar, so notierte er zuletzt mit 423,80 Dollar. Dies bedeutet ein Plus von 18,5 Prozent. Wer seinerzeit zehn Anteile für 3.572 Dollar erworben hat, mußte dafür 3.106 Euro bezahlen. Heute sind diese Anteile umgerechnet 3.285 Euro wert. Macht ein Plus von 5,8 Prozent.
Ähnlich stellt sich die Bilanz beim Greater China Opportunities Fund von Invesco dar: Dieses Produkt hat auf Dollar-Basis einen Kursgewinn von 16,5 Prozent erreicht. Doch in Euro umgerechnet, bleiben dem Investor ganze 3,8 Prozent übrig.
Nur auf Fondsperformance zu schauen, reicht mitunter nicht aus
Trotz des Dollarverfalls hat der Anleger also noch einen Zugewinn - doch mit einem einfachen Indexfonds auf den Dax oder, besser, den MDax hätte er 7,6 Prozent oder 18,2 Prozent gutgemacht, ohne einen Ausgabeaufschlag zu bezahlen. In einem solchen Fall nicht auf Hongkong-Aktien gewettet zu haben, ließe sich angesichts der besseren Performance verschmerzen.
Die Beispielrechnungen zeigen dessenungeachtet: Allein auf die Performance eines Marktes und eines an diesem orientierten Fonds zu schauen, reicht nicht aus, wenn die Fondswährung nicht Euro lautet. Dies gilt auch und gerade für Goldaktien-Fonds.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |