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Investmentfonds Börsengehandelte Indexfonds spielen ihre Stärke aus

14.02.2008 ·  Die krisenhafte Entwicklung der Anleihenmärkte hat die Renditen von Rentenfonds gehörig unter Druck gesetzt. Hier kommt den ETFs ihr Vorteil niedrigerer Gebühren voll zugute.

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Das Geschehen an den globalen Anleihemärkten in den vergangenen zwei Jahren hat Rentenfonds arg zugesetzt. Zunächst wurde es mit den steigenden Marktzinsen immer schwieriger, die gleichzeitig anfallenden Kursverluste auszugleichen. Seit im vergangenen Sommer zudem noch der Markt für forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities, ABS) zusammenbrach und zudem die Risikoprämien für Unternehmensanleihen kräftig anstiegen, ist es für aktive Rentenfondsmanager so gut wie unmöglich geworden, für ihre Anleger einen nennenswerten Wertzuwachs zu erwirtschaften.

Die Krise als Steilvorlage

Der Abstieg der klassischen Rentenfonds ist inzwischen zu einer Steilvorlage für börsengehandelte Indexfonds geworden, die passiv die Marktentwicklung verschiedener Rentenmarktsegmente nachbilden. In unserer aktuellen Rangliste mit Rentenfonds, die über die vergangenen drei Jahre eine überdurchschnittliche Wertentwicklung bei einer gleichzeitig unterdurchschnittlichen Schwankungsanfälligkeit des Anteilspreises aufweisen, finden sich sechs dieser auch unter der Bezeichnung Exchange Traded Funds (ETF) bekannten Anlageinstrumente.

Fünf dieser Fonds aus der Produktfamilie „I-Shares eb.rexx“ kommen aus dem Hause Barclays Global Investors (BGI) und ein Lyxor-Fonds von der französischen Bank Société Générale. Es könnten durchaus mehr sein, wenn diese Form des Zugangs zu den Anleihemärkten nicht relativ neu wäre.

Mehr netto dank niedrigerer Kosten

Der erste Renten-ETF der damaligen Hypo-Vereinsbank-Fondsgesellschaft Indexchange kam 2003 auf den Markt. Die Konkurrenz hat in der Zwischenzeit nachgezogen. Allerdings genießt Indexchange - die Gesellschaft wurde nach der Übernahme der Hypo-Vereinsbank an den britischen Wettbewerber BGI verkauft - derzeit noch den Vorteil des frühen Markteintritts. Die konkurrierenden Produkte können derzeit nicht die notwendige Historie von drei Jahren nachweisen, um Berücksichtigung in unserer Rangliste zu finden.

In dem nun schon längere Zeit andauernden schwierigen Marktumfeld für Anleihen kommt der entscheidende Vorteil von Indexfonds zum Tragen. Die jährlich fällige Verwaltungsgebühr ist vergleichsweise niedrig. So kostet etwa der Pfandbrief-ETF von BGI, der den Verlauf des Rentenindex eb.rexx Jumbo Pfandbriefe der Deutschen Börse nachbildet und dabei in bis zu 25 Pfandbriefe investiert, nur 0,09 Prozent des investierten Geldes. Die übrigen Renten-ETFs von BGI verlangen 0,15 Prozent im Jahr.

Für einen klassischen Rentenfonds nehmen Investmentgesellschaften dagegen im Durchschnitt ein Prozent jährlich. Die Verwaltungsgebühr wird vom Fondsvermögen abgezogen. Das heißt, der Portfoliokonstrukteur eines klassischen Rentenfonds muss erst einmal einen Wertzuwachs von einem Prozent erwirtschaften, bevor er überhaupt einen Gewinn für seine Anleger vorweisen kann. Dieser Abschlag fällt bei Renten-ETFs wesentlich geringer aus, was sich inzwischen auch im Wettbewerbsvergleich niederschlägt.

Kostenvorteil als Vertriebsnachteil

Trotz der Vorteile von börsengehandelten Indexfonds stellen Privatanleger unter deren Kundschaft nur eine verschwindend geringe Minderheit dar. Zurückzuführen ist dieser Umstand ausgerechnet auf den geschilderten Vorteil: Die niedrige Gebührenbelastung lässt keine Provisionszahlungen an Banken, Sparkassen und Finanzmakler als wichtigsten Fonds-Vertriebskanälen zu.

Da die Anlageberatung in Deutschland überwiegend auf Provisionsbasis vergütet wird, haben diese Fondsverkäufer kein Interesse an der Vermittlung von Börsenfonds, weil sie kein Geld damit verdienen. Wo die Anlageberatung jedoch heute schon auf Honorarbasis erfolgt, sind ETFs inzwischen gern genutzte Instrumente für die Strukturierung von Kundendepots.

Quelle: sfu./ F.A.Z., 14.02.2008, Nr. 38 / Seite 20
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