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Investmentfonds Alt und gut: Die besten Fonds seit 1970

05.09.2006 ·  Wer langfristig in Aktienfonds investiert, kann das Verlustrisiko fast ausschalten, zeigt eine neue Untersuchung. Besonders wichtig bei langem Anlagehorizont: Ein Blick auf die Kosten.

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Langfristig in Aktienfonds investieren - dann kann beim Vermögensaufbau eigentlich wenig schiefgehen. So läßt sich jedenfalls eine umfangreiche Untersuchung des Fondsanalysehauses e-fundresearch.com aus Wien interpretieren.

Die Analysten haben alle 22 roulierenden 15-Jahres-Perioden zwischen 1970 und 2006 untersucht und festgestellt, daß über diesen Zeitraum das Verlustrisiko fast ausgeschaltet wird. Globale Aktien, gemessen am MSCI World Index, erzielten demnach eine durchschnittliche Rendite von 12,8 Prozent im Jahr. Die Ergebnisse schwankten dabei zwischen 5,6 Prozent von 1987 bis 2002 und 17,8 Prozent von 1974 bis 1989.

Verluste waren nur in Japan möglich

Der MSCI Europe warf durchschnittlich 14,1 Prozent im Jahr ab, der S&P 500 13,8 Prozent und der MSCI Japan 12,1 Prozent. Nur in Japan wären übrigens in einer 15-Jahres-Periode Verluste möglich gewesen, und zwar in Höhe von maximal 3,2 Prozent. Alle genannten Werte sind allerdings nominal, die Inflation wurde also außen vorgelassen. Gemessen am US Consumer Price Index lag sie im 15-Jahres-Schnitt bei 4,5 Prozent, wie e-fundresearch.com mit Lipper-Daten berechnete.

Die beste Rendite über 15 Jahre erzielten Anleger seit 1970 übrigens mit nordischen Aktien. Der MSCI Nordic Countries Index kam auf durchschnittlich 16,1 Prozent. Der zweitbeste Aktienmarkt ist unter diesen Gesichtspunkten die Schweiz: Der MSCI Switzerland Index gewann im Schnitt 14,5 Prozent im Jahr.

M&G Recovery Fund vorne

Schwieriger zu beantworten ist die Frage nach den besten Fonds, wie e-fundresearch.com feststellen mußte: „Bei einzelnen Fonds ist aufgrund der erforderlichen Historie von 35 Jahren das Vergleichsuniversum noch sehr eingeschränkt.“

So gibt es zum Stichtag 31. August 2006 nur 17 Investmentfonds, die bereits seit 35 Jahren am Start sind. Am besten Schnitt der M&G Recovery Fund mit durchschnittlich 15,7 Prozent ab, gefolgt vom Templeton Growth Fund mit 15,1 Prozent und dem M&G British Opportunities Fund mit 14,9 Prozent.

Die beste Rendite in schlechten Börsenphasen

In die Liste der zehn besten Fonds schafft es übrigens auch der Pioneer Fund, der schon 1928 aufgelegt wurde und einer Statistik von e-funddata.com zufolge der älteste Fonds der Welt ist (siehe Tabelle und Charts).

Die Analysten untersuchten außerdem, welcher Fonds die höchste minimale Rendite erzielte und damit die beste Performance in schlechten Börsenphasen. Hier liegt der Templeton Growth Fund ganz vorne: In der schlechtesten der 22 roulierenden 15-Jahres-Perioden seit 1970 erzielten die Anleger immer noch einen Wertzuwachs von 9,8 Prozent im Jahr.

Ein Blick auf die Kosten zahlt sich aus

Der Schluß für Fondsanleger liegt nahe: Ein langer Anlagehorizont zahlt sich aus und mindert das Risiko. Trotzdem sind Verluste möglich: In 20 oder 30 Jahren könnte eine ähnliche Auswertung nämlich ganz anders aussehen. Außerdem wären in einer solchen Statistik dann Fonds berücksichtigt, die etwa auf spezielle Branchen wetten und darum ein wesentlich höheres Verlustrisiko aufweisen. Schlechte Fonds, die nach wenigen Jahren wieder geschlossen werden, könnten in einer 15-Jahres-Statistik gar nicht auftauchen - Geld verlieren werden Anleger mit ihnen trotzdem.

Außerdem zahlt sich bei einem langfristigen Anlagehorizont der Blick auf die Kosten des Fonds ganz besonders aus. In den vergangenen 15 Jahren legte der MSCI World Index im Jahr durchschnittlich um 8,9 Prozent zu. „Eine durchschnittliche Gesamtkostenbelastung von 1,5 Prozent etwa bei Aktienfonds bedeutet demzufolge eine automatische Reduktion des Ertrags um 17 Prozent“, schreiben die Analysten. Der Fondsmanager muß also schon sehr gut sein, um den Index zu schlagen. Oder der Anleger zieht einen anderen Schluß - und investiert gleich in günstige Indexprodukte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @bemi
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