24.01.2001 · Richard Freeman, Portfoliomanager des Smith Barney Aggressive Growth Fund, kauft wieder Technologiepapiere. Weil die “Furcht die Gier abgelöst hat“. Oft bleibt er seinen Unternehmen jahrelang treu.
Langfristige Planung - das ist die Strategie von Richard Freeman, Fondsmanager des Smith Barney Aggressive Growth Fund. Er sucht nach vielversprechenden Unternehmen und bleibt ihnen oft jahrelang treu. Entsprechend liegt die jährliche Umschlagsrate in seinem Portfolio mit nur rund zehn Prozent extrem niedrig im Vergleich zu den meisten Fonds seiner Mitbewerber. Als Wachstumsanleger schaut Freeman zudem mit Nachdruck auf die Bewertungen.
Freemans Portfolio hat sich gut gehalten und den S&P 500 in den letzten drei Jahren mühelos übertroffen. Im vorigen Jahr stieg der Fonds sogar um 19,5 Prozent, während sein Vergleichsindex um 9,2 Prozent zurückfiel. Für den Zeitraum von drei Jahren hat er gerade das Fünf-Sterne-Top-Ranking von S&P erhalten. Im Gespräch mit S&P erklärt Aktienexperte Freeman sein Erfolgsrezept.
Wie würden Sie Ihr Vorgehen beschreiben?
Wir kaufen Unternehmen mit kleiner und mittlerer Marktkapitalisierung, die unserer Meinung nach ein starkes Wachstum versprechen. Etwa ein Drittel unserer Positionen sind aktuell Werte mit einer hohen Marktkapitalisierung, die wir allerdings zu einem Zeitpunkt gekauft haben, als sie noch zu den Small Caps des amerikanischen Kurszettels gehörten. Wir sind Bottom-up-Anleger und suchen gezielt nach aussichtsreichen Unternehmen mit einzigartigen Produkten und einem motivierten Managementteam.
In welchen Branchen sind Sie denn am stärksten vertreten?
Unser größter Sektor ist das Gesundheitswesen. Ein wichtiges Unternehmen im Portfolio, IDEXX Laboratories, geht auf beispiellose Art an die gezielte Heilung von Krankheiten heran. Andere attraktive Werte aus diesem Sektor sind IDEC Pharmaceuticals, Genzyme und Chiron.
Finanzdienstleister sind bei uns ebenfalls vergleichsweise stark gewichtet. Die Branche durchläuft gerade eine Konsolidierungsphase, profitiert aber davon, dass die Wirtschaft ihr eigenes Wachstum finanzieren muss. Außerdem bin ich stets ein Freund des Vermögensverwaltungsgeschäfts gewesen.
Berücksichtigen Sie Bewertungen, wenn Sie investieren?
Ein Wachstumsanleger, der den jeweiligen Bewertungen keine Aufmerksamkeit schenkt, ist ein Narr, dem die Arbeitslosigkeit droht. Ein Beispiel: WIr haben Lehman Brothers gekauft, als dieses Wachstumsunternehmen am Boden lag. Da haben andere viel zu lange abgewartet.
Warum hat sich der Fonds im vorigen Jahr so gut geschlagen?
Wir haben das Portfolio nicht verändert. Auf unserem Tiefpunkt im vergangenen Jahr hatten wir lediglich 0,5 Prozent verloren. Wir setzen auf Unternehmen, die ungeachtet der allgemeinen Wirtschaftssituation wachsen. Dazu gehören insbesondere unsere Biotech-Positionen.
Was sind Ihre größten Titel im Fonds?
Tyco International, Lehman Brothers, Forest Labs, Comcast und IDEXX Laboratories. Tycos Marktkapitalisierung ist von 240 Millionen Dollar, als wir es kauften, auf heute 96 Milliarden Dollar angewachsen.
Auf welche Marktbereiche werfen Sie momentan ein Auge?
Wir sind wieder in die Technologie eingestiegen. Die Bewertungen in diesem Bereich sind aus meiner Sicht nun wieder realistischer. Während die Notenbank die Wirtschaft wieder anheizt, werden Technologieunternehmen wachsen, obwohl deren Ertragserwartungen in diesem Jahr noch weiter fallen dürften. Andererseits glaube ich, dass wir gerade die Talsohle durchschreiten, auf der die Furcht die Gier ablöst.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |