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Interview „Auch 2003 sind mit Goldminen relativ sicher Gewinne drin“

16.12.2002 ·  Der Goldpreis steigt und macht von sich reden. FAZ.NET fragte deshalb den zuletzt erfolgsreichsten Gold-Fondsmanager Martin Siegel, ob der Trend anhält.

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Die jüngste Stärke des Goldpreises hält auch zum Wochenauftakt unverändert an. Mit 334,95 Dollar je Feinunze wurde am Montag ein neues Hoch seit dem Oktober 1987 markiert. Während die wichtigsten Aktienmärkte in der Welt fielen, blickt das Edelmetall in diesem jahr auf ein Plus von rund 20 Prozent zurück.

Mit Goldminenaktien, die in der Regel überproportional von steigenden Goldpreisen profitierten, war sogar noch mehr Geld zu verdienen. Diese Entwicklung kam natürlich auch den Goldfonds zu Gute. So kam der PEH Q-Goldmines (WKN: 986 366) als bester Vertreter seines Faches in den vergangenen zwölf Monaten um fast 65 Prozent voran (siehe unten angehängte Performance-Tabelle). Angelockt durch den Aufwärtstrend beim Gold fragten wir den zuständigen Fondsmanager Martin Siegel im nachfolgenden Interview nach seiner Meinung zu den weiteren Aussichten des Sektors.

Herr Siegel, der Goldpreis ist zuletzt auf ein Fünfjahreshoch gestiegen. Rechnen sie mit weiteren Avancen?

Erst einmal eines vorweg: Der Goldpreis ist ein Spielball verschiedener Macht- und Marktinteressen, und es lässt sich einfach keine verlässliche Preisprognose machen. Deshalb hege ich keine Preishoffnungen. Aber gefühlsmäßig erwarte ich wegen dem positiven Umfeld natürlich steigende Preise, und es lassen sich auch etliche trendbestätigende Argumente finden.

Hat der von Charttechniker vielbeachtete Sprung über 330 Dollar je Feinunze für Sie ebenfalls eine große Bedeutung?

Diese charttechnische wichtige Marke birgt vielmehr sogar die Gefahr, dass sie gezielte Markteingriffe provoziert, deren Ziel es sein kann, dann jetzt vollzogenen Ausbruch letztlich als Fehlsignal darzustellen. Man darf bei allen Überlegungen schließlich nicht vergessen, dass es viele Investmentbanken gibt mit großen Shortpositionen im Gold, die keinerlei Interesse an einem steigenden Goldpreis haben.

Wie agieren Sie vor diesem Hintergrund bei der Zusammensetzung Ihres Fonds?

Ich suche nach Goldminen, die bei einem steigenden Goldpreis überproportional profitieren, aber bei einem fallenden Goldpreis nicht gefährdet sind. Da komme ich dann als Favoriten auf Harmony Gold und Gold Fields aus Südafrika und in Australien auf Croesus Mining und Kingsgate Consolidated. Diese Werte sind in meinem Fonds auch am höchsten gewichtet.

Was für ein Kurspotenzial weisen diese Titel auf, wenn der Goldpreis um zehn Prozent steigt?

Dann erwarte ich hier Kursgewinne von 30 bis 50 Prozent.

Wie ist es möglich, dass diese Werte dann nicht auch bei fallenden Goldpreisen stärker leiden sollen?

Weil diese Unternehmen sehr hohe Gewinne produzieren und ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) haben. Zudem wachsen diese Gesellschaften und zahlen eine relativ hohe Dividende. Wirklich gefährdet wären diese Firmen erst bei einem Goldpreis von unter 250 Dollar.

Ist die jüngste Stärke des Rand aber nicht ein Problem für die von Ihnen genannten südafrikanischen Titel?

Ja, auf jeden Fall, denn die Gewinnspanne reduziert sich dadurch. Dies ist aus meiner SIcht aber bei KGV´s von sieben bis acht schon in den Kursen enthalten. Es war schon immer eingepreist, dass der Rand nicht immer so schwach bleibt wie im Vorjahr. Bei Harmony Gold ist auch zu bedenken, dass Gold Field weltweit absolut gesehen die meisten Gewinne erwirtschaftet hat. Selbst wenn der Gewinn um 25 Prozent fallen sollte, wäre das KGV von zehn noch immer günstig. Trotzdem habe natürlich auch ich die Gewichtung südafrikanische Minen im Fonds tendenziell gesenkt und im Gegenzug die der ebenfalls sehr günstig bewerteten australischen Titel erhöht.

Schlägt sich bei Ihnen die feste Verfassung des Goldpreises auch in den Mittelzuflüssen nieder?

Ja, auf jeden Fall. Gerade in den vergangenen Wochen hat sich das Interesse und das Mittelaufkommen noch einmal zusätzlich belebt. Nach sechs Millionen Euro zum Jahresanfang verwalten wir jetzt rund 21 Millionen Euro.

Was haben Sie sich nach der sehr guten Performance in diesem Jahr für 2003 zum Ziel gesetzt?

Falls sich der Ausbruch über 330 Dollar beim Goldpreis bestätigt und es kein klassisch produziertes Fehlsignal ist, was kurzfristig betrachtet ebenfalls durchaus möglich ist, dann liegt mein Preisziel bei 360 Dollar. Unter der Annahme, dass über die Hebelwirkung die Goldminenaktien bei einem Plus des Goldpreises von zehn Prozent um 30 bis 50 Prozent steigen werden, kann auch der Fonds im Jahr 2003 auf einen Wertzuwachs von 30 bis 50 Prozent kommen. Das wünsche und erhoffe ich mir und das kann auch relativ wahrscheinlich so eintreffen.

Das Gespräch führte Jürgen Büttner

Quelle: @JüB
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