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Indexfonds Mehr als 100 Milliarden Euro in Europa

21.07.2008 ·  Börsengehandelte Indexfonds gewinnen immer mehr Anleger für sich. Im zweiten Quartal haben die auf diese Weise verwalteten und gehandelten Gelder in Europa um 3,23 Prozent zugenommen.

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Börsengehandelte Indexfonds gewinnen selbst in turbulenten Börsenzeiten immer mehr Anleger für sich. Darauf deutet die jüngste Veröffentlichung des Analysehauses Lipper hin.

Danach haben die auf diese Weise verwalteten und gehandelten Gelder in Europa im zweiten Quartal des laufenden Jahres im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3,23 Prozent auf 100,89 Milliarden Euro zugenommen. Das war das erste Vierteljahr, in dem die Marke von 100 Millairden Euro überschritten werden konnte.

Geringe Zuwächse bei Aktienfonds - mehr bei anderen

Das Wachstum zeigte sich zwar quer über alle Vermögensklassen hinweg. Die geringsten Zuwächse konnten jedoch die Aktien-Indexfonds verbuchen, während Indexfonds der Kategorie „andere“ die meisten Mittel auf sich ziehen konnten. Das dürfte nach Ansicht der Lipper-Analysten kaum verwundern. Denn in dieser Kategorie seien unter anderem solche Indexfonds zu finden, die auf fallende Kurse setzen.

Börsengehandelte Indexfonds zeichnen sich grundsätzlich dadurch aus, dass sich ihre Wertentwicklung streng an der eines Index', eines Rohstoffs, einer Anleihe oder einer Währung orientiert. Sie lassen sich ebenso leicht handeln wie Aktien, sind kostengünstig, transparent, diversifiziert und laufen vor allem auch nie schlechter als der Markt. Aus diesen Gründen werden sie bei institutionellen Anlegern immer beliebter, während Privatanleger nur langsam auf den Geschmack kommen.

Erfahrene Marktteilnehmer erklären sich das damit, dass Vertriebsorganisationen von Versicherungen, Banken, Sparkassen und sonstigen Finanzunternehmen mit dem Verkauf von Indexfonds nichts verdienen und ihre Kunden aus diesem Grund systematisch falsch beraten. An der Angebotspalette dürfte es kaum liegen. Alleine an der Börse in Frankfurt sind inzwischen 318 börsengehandelte Indexfonds gelistet, die auf ein durchschnittliches monatliches Handelsvolumen von mehr als neun Milliarden Euro kommen.

72 Prozent aller börsengehandelten Indexfonds beziehen sich auf Aktienindizes

In Europa liegt der Produktschwerpunkt auf der Aktienseite. 72 Prozent aller börsengehandelten Indexfonds beziehen sich auf Aktienindizes, 14 Prozent auf Rentenindizes, vier Prozent auf Rohstoffe, ein Prozent auf Immobilien und acht Prozent auf andere Vermögenswerte. 73 Prozent der verwalteten Mittel sind im Aktienbereich investiert, 21 Prozent in Anleihebereich, drei Prozent in Rohstoffen, 0,48 Prozent in Immobilien und drei Prozent in anderen Indexfonds, die die Wertentwicklung anderer Vermögenswerte abbilden. Drei der zehn größten Fonds mit einem Gesamtvolumen von etwas mehr als zwölf Milliarden Euro beziehen sich in ihrer Wertentwicklung auf den Eurostoxx 50.

Das dürfte kaum verwundern. Denn in diesem Index sind praktisch nur die Werte bekannter Unternehmen zu finden. Und erfahrungsgemäß sind die Schätzungen der Fondsmanager nicht viel besser als der Markt. Am Ende können in einem solchen Umfeld selbst gute Fondsmanager nur Durchschnittsrenditen erzielen - und davon müssen auch noch ihre Kosten bezahlt werden. Indexfonds dagegen schaffen von vornherein den Durchschnitt, und das bei niedrigen Kosten. Das heißt, in solchen Märkten hat es keinen Sinn, auf einen aktiv verwalteten Fonds zu setzen. Genau aus diesem Grund dürften die Indexfonds bis auf weiteres weiteren Zulauf haben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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