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Indexfonds : Einfach den ganzen Aktienmarkt kaufen

Die Nachfrage nach börsengehandelten Indexfonds (ETF) ist so hoch wie nie Bild: Getty Images/Fotosearch RF

Börsengehandelte Indexfonds (ETF) sind gut für Anleger, denen das Tagesgeld zu wenig Zinsen abwirft und einzelne Aktien zu riskant sind. Das ist günstig - hat aber auch Tücken.

          Wenn man sein Vermögen unbeschadet durch die Krisen der Jahrhunderte bringen will, dann braucht man Aktien. Das ist das Credo großer Bankiers wie Friedrich von Metzler, dessen Frankfurter Bankhaus seit 1674 alle Herausforderungen der Geschichte überstanden hat. Was aber macht man als Kleinsparer, wenn man sich nicht zutraut, die richtigen Aktien auszuwählen - und einem für die Beauftragung eines Privatbankiers das nötige Kleingeld fehlt?

          Ein Weg, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut, sind börsengehandelte Indexfonds, Englisch „Exchange Traded Funds“ - kurz ETF genannt. Diese Wertpapiere gibt es seit etwa 20 Jahren, aber so viel Zulauf wie im Augenblick hatten sie noch nie. Voriges Jahr flossen den Indexfonds weltweit etwa 263 Milliarden Dollar zu. Und die Erfolgsstory geht weiter. Gordon Rose, Analyst bei der Fondsagentur Morningstar, berichtet, vor allem Indexfonds auf Aktienmärkte hätten derzeit starke Zuflüsse.

          Lob von Verbraucherschützern

          Die Hauptstärken der Indexfonds sind dabei Einfachheit und niedrige Kosten. Sie sind „passive“ Fonds - im Gegensatz zu „aktiv gemanagten“ Investmentfonds. Das heißt: Es gibt keinen Fondsmanager, der entscheidet, welche Aktien für den Fonds gerade über- oder untergewichtet werden. Indexfonds haben das Ziel, den Index originalgetreu nachzubilden - deshalb bestimmt der Index die Zusammensetzung des Fonds.

          Der Anleger weiß also, warum er gerade Geld gewinnt oder verliert: Kauft er etwa einen ETF auf den Dax und der Index gewinnt zwei Prozent, dann gewinnt auch der Besitzer des Indexfonds zwei Prozent. Zugleich spart er einen großen Teil der Gebühren, die sonst bei Aktienfonds fällig werden. Mehr als 0,3 Prozent der investierten Summe muss man in der Regel bei einem Indexfonds, der den Dax abbildet, nicht zahlen. Gemanagte Fonds hingegen verlangen eine jährliche Verwaltungsgebühr von bis zu zwei Prozent; hinzu kommen unter anderem in der Regel ein Ausgabeaufschlag der jeweiligen Bank und unter Umständen eine von der Wertentwicklung abhängige Performancegebühr.

          Der Indexfonds ist also so etwas wie die Billigvariante des Aktienfonds und wird dafür von Verbraucherschützern sehr gelobt. Er hat den Nachteil, dass man nicht von möglicherweise unterbewerteten Aktien mit einer großen Zukunft profitieren kann. Allerdings zeigen viele Studien, dass es Fondsmanagern nicht zuverlässig gelingt, den Markt zu schlagen. Warum also nicht mit einem Indexfonds den Markt kaufen?

          Branche entwickelt unterschiedlichste Produkte

          Voraussetzung ist, dass man dem jeweiligen Index eine gute Entwicklung zutraut. Das klingt trivial, ist es aber nicht: Der Dax steht bei rund 7770 Punkten und damit nahe seinem historischen Höchststand. Wo er zum Jahresende steht, weiß kein Mensch. Insofern ist ein Investment in einen Indexfonds riskanter als ein Tagesgeldkonto. Dafür sind die Chancen auch größer. Es gibt Anzeichen, dass der Dax steigen könnte. Reinhard Pfingsten vom Frankfurter Bankhaus Hauck & Aufhäuser meint, gemessen an den Fundamentaldaten, also der Unternehmensentwicklung, könnte der Dax zum Jahresende bei 8300 Punkten stehen. Er liegt damit im oberen Bereich der Schätzungen. Aber mehr als 8000 Punkte trauen dem Index viele Experten zu.

          Voraussetzung für den Kauf eines Indexfonds ist ein Wertpapierdepot. Man kann es bei einer Filialbank oder einer Online-Bank einrichten, bei Letzterer ist es oft kostenlos. Für den Kauf eines Indexfonds fallen Gebühren an, die in der Regel vom Volumen abhängen und bis zu ein Prozent ausmachen können. Auch hier sind Online-Banken deutlich günstiger. Einige wenige wie Flatex haben Pauschalgebühren.

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