18.10.2005 · Über weite Strecken dieses Jahres haben viele Investoren dividendenstarke Aktien bevorzugt. Derzeit können Dividenden-Indizes aber nicht glänzen. Gleichwohl ist nun ein Indexfonds auf den Markt gekommen, der auf Titel mit hoher Ausschüttungsquote setzt.
Über weite Strecken dieses Jahres haben viele Investoren dividendenstarke Aktien bevorzugt. Die dahinter stehende Argumentation: Angesichts fallender Renditen am Anleihemarkt schlagen Aktien mit hoher Ausschüttungsquote schon allein durch die Dividende die Rententitel, zusammen mit Kursgewinnen ohnehin. So kommt der Dax derzeit durchschnittlich auf eine Dividendenrendite von 2,5 Prozent und damit soviel wie in zwei Jahren fällige Bundesanleihen, während zehnjährige Bundesanleihe knapp 3,3 Prozent bringen und vor sechs Wochen nur noch gut drei Prozent abwarfen. Und für 2006 rechnen Analysten nach Angaben der DZ Bank für den Dax mit einer Ausschüttungsquote von drei Prozent.
Zudem hat die historische Erfahrung gelehrt: Aktien von Unternehmen, die die Anteilseigner am Gewinn beteiligen, laufen mehr oder weniger besser als Titel von Konzernen, die den Profit lieber einbehalten oder investieren statt diesen auszuschütten.
Zu der guten Stimmung um Dividendentitel paßte die Konstruktion des DivDax - also eines Tochterindex des Dax, der die 15 dividendenstärksten Aktien im deutschen Leitindex vereinigt. Gleiches gilt für die Emission von Fonds, die auf Indizes gemünzt sind, die wiederum auf Aktien mit hoher Ausschüttungsquote setzen. So brachte der zur Hypo-Vereinsbank gehörende Anbieter jeweils einen Indexfonds (Exchange Traded Fund) auf den Div Dax, den Dow Jones Euro Stoxx Select 30 und den Dow Jones Stoxx Select 30 heraus.
Dividendentitel schwächeln etwas, Renditen steigen
Seit einigen Tagen ist auch der Dow Jones US Select Dividend ex-Fonds von Indexchange gelistet, der den gleichnamigen Index abbildet. Diese Emission fällt allerdings in eine Phase, in der Dividendentitel nicht mehr glänzen können und Wachstumsaktien wieder mehr in Mode gekommen sind. Gleichzeitig befinden sich die Kurse der zehnjährigen Anleihen auf dem Rückzug. In Amerika ist die Rendite seit Ende August von knapp 4,10 auf 4,55 Prozent geklettert und im Vereinigten Königreich von etwa 4,12 auf 4,46 Prozent.
Der DivDax hat im Jahresvergleich mit dem Dax die Nase vorn. In Prozenten ausgedrückt beträgt der Kursanstieg 31,25 Prozent zu 26,3 Prozent. Auch im Viertelsjahrsverhältnis hat der Tochterindex die Nase vorn. Doch auf Monatsbasis liegt der Dax in Front. Der Dow Jones Euro Stoxx Select Dividend hat seit Anfang Mai, als der Fonds aufgelegt wurde, 15,8 Prozent gewonnen, der Euro Stoxx 50-Index 13,6 Prozent. Doch im Monatsvergleich liegt der Mutterindex mit einem Minus von 0,3 Prozent gegenüber einem Abschlag von 0,8 Prozent etwas besser.
Deutlicher sieht es bei der Gegenüberstellung des Dow Jones Industrial Average Index und des Dow Jones US Select Dividend Index aus. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Dividendenindex zwar mit einem Plus von fast 8,5 Prozent viermal so gut entwickelt wie der Leithammel - dieser aber hat in den jüngsten drei Monaten und vier Wochen weniger stark verloren als der Abkömmling. Dies wiederum paßt ins Bild der entsprechenden deutschen und europäischen Indizes.
Zuletzt höhere Rendite bei geringerem Risiko
Um für den neuen Fonds zu werben, verweist Indexchange auf die in der Rückschau überdurchschnittlichen Renditen von Dividendentiteln, die mit einem relativ geringeren Risiko einhergegangen seien. Die sogenannte Post-Performance ist aber keine Garantie für eine Überrendite in der Zukunft, obschon die Gleichmäßigkeit in der Vergangenheit eine solche Erwartung nährt und gerechtfertigt erscheinen läßt.
Die Frage ist nun: Kündigen die jüngsten Performance-Zahlen eine Trendwende an, also eine länger anhaltende Phase? Denn in den Vereinigten Staaten wird angesichts der jüngsten Inflationsdaten mit weiter steigenden Leitzinsen gerechnet. Und die von Analysten geschätzte Ausschüttungsquote ist beim marktbreiten S&P 500-Index nach Angaben der DZ Bank mit 1,8 Prozent für dieses Jahr und zwei Prozent für 2006 nicht halb so hoch wie die Rendite zehnjähriger Treasuries, während es in Deutschland für Dividendentitel besser aussieht.
Vor diesem Hintergrund sei die Frage erlaubt, warum ein Anleger den neuen Amerika-Dividendenfonds kaufen sollte. Die Handelsvolumina der jüngsten Tage ist jeweils sehr übersichtlich gewesen und deutlich geringer als beim DivDax-Produkt von Indexchange, das dieselben Vorteile aufweist: eine geringe Verwaltungsgebühr, die Möglichkeit, zu den Börsenzeiten ge- und verkauft werden zu können und die dafür notwendige fortlaufende Preissetzung.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |