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Indexfonds Der Markt wächst rasant

19.01.2010 ·  Der Markt für indexorientierte Anlagen wächst mit hohem Tempo. Nun steigt die Deutsche Bank in das Geschäft mit börsengehandelten Rohstoffprodukten (ETCs) ein.

Von Daniel Mohr
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Der Markt für Indexfonds wächst rasant. Nach Angaben des amerikanischen Finanzkonzerns Blackrock stieg das in Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs) angelegte Vermögen im Jahr 2009 um 45 Prozent auf 1,03 Billionen Dollar (710 Milliarden Euro). Noch stärker wächst der Markt in Europa mit einem Zuwachs um 57 Prozent auf 223 Milliarden Dollar. An der Deutschen Börse können Privatanleger mittlerweile mehr als 540 unterschiedliche Indexfonds kaufen. Vor einem Jahr waren es erst knapp 400.

Der meistgehandelte Indexfonds an der Deutschen Börse war im Jahr 2009 das Produkt von Marktführer iShares auf den Dax (Isin DE0005933931). Der Anleger zahlt eine jährliche Verwaltungsgebühr von 0,15 Prozent und partizipiert dafür an der Entwicklung des Dax. Die Gebühr ist deutlich geringer als bei aktiv gemanagten Aktienfonds, wo in der Regel 1,5 Prozent im Jahr fällig werden. Oftmals vermag es das Fondsmanagement zudem nicht, eine bessere Wertentwicklung als der Dax zu erzielen.

Immer noch eine kleine Größe

Deswegen bevorzugen immer mehr Anleger die günstigen Indexfonds bei der Geldanlage. Das Marktwachstum übersteigt jenes der klassischen aktiv gemanagten Fonds seit Jahren deutlich. Nach Erhebungen der Deutschen Bank machen Indexfonds in Europa aber erst 1,2 Prozent des Fondsvolumens insgesamt aus, in den Vereinigten Staaten seien es 2,5 Prozent. Im Produktvertrieb der Banken werden Indexfonds meist nicht aktiv angeboten, da es für die Banken sehr viel einträglicher ist, die teureren aktiv gemanagten Fonds oder Zertifikate zu verkaufen.

Ein Ausfallrisiko gibt es bei Indexfonds grundsätzlich nicht. Die Produkte sind als Fonds Sondervermögen, die im Insolvenzfall vor Verlusten geschützt sind. Eine Ausnahme sind Indexfonds, die den entsprechenden Index nicht exakt nachbilden - also nicht die 30 Dax-Aktien in ihrer entsprechenden Indexgewichtung einzeln kaufen.

Derivatbasierte Fonds und ETCs mit zusätzlichen Risiken

Große Indexfondsanbieter, wie die Nummer zwei in Deutschland Lyxor (Société Générale) oder die Nummer drei DB X-Trackers (Deutsche Bank), sichern dem Anleger zwar mit ihren Indexfonds die Wertentwicklung des entsprechenden Index zu, kaufen dafür aber nicht unbedingt die entsprechenden Aktien. Sie verwenden Swaps, um die Wertentwicklung für den Anleger sicherzustellen. Fällt ein Swap-Partner aus, drohen dadurch Verluste. Der Swap-Anteil darf jedoch maximal 10 Prozent des Fondsvermögens ausmachen. Bei den Lyxor-Fonds sind es aktuell im Durchschnitt 5 Prozent.

Ebenfalls steigender Beliebtheit erfreuen sich börsengehandelte Rohstoffprodukte ETCs (Exchange Traded Commodities). Mittlerweile sind an der Deutschen Börse 141 ETCs notiert. Sie sind vom Namen her den ETFs zwar ähnlich, rechtlich aber völlig anderes konstruiert. Wie Zertifikate sind sie Schuldverschreibungen. Wird der Emittent der Papiere insolvent, droht dem Anleger ein Verlust des angelegten Kapitals. Er sollte sich daher vor dem Kauf darüber informieren, ob seine Papiere im Insolvenzfall besichert sind, um die Verluste zumindest abzufedern.

Angebot an ETCs steigt

Obwohl ETCs keine Fonds sind, die ja eine Diversifikation zwischen verschiedenen Positionen bieten und daher nicht aus Investments in nur einen Rohstoff bestehen dürfen, gehen Indexfondsanbieter dennoch vermehrt dazu über, ETCs anzubieten. Die Nachfrage nach Rohstoffanlagen hat in den vergangenen Jahren zugenommen und nur so können die Indexfondsanbieter die Preisentwicklung einzelner Rohstoffe abbilden.

So steigt auch die Zahl der ETCs. Mit Abstand größter Anbieter in Deutschland ist ETF Securities. Am Montag teilte nun die Deutsche Bank mit, ab dem Frühjahr auch ETCs anbieten zu wollen. Zunächst sollen es vier bis fünf sein, bis Jahresende 20, sagt Thorsten Michalik, Leiter von DB X-Trackers, der Indexfondsabteilung der Deutschen Bank. In der Regel sollen die Produkte mit Gold hinterlegt werden, so dass Anleger im Falle der Insolvenz der Deutschen Bank keine Verluste befürchten müssten.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Wirtschaft.

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