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Indexfonds Der künstliche Dax

Wer auf Dax, FAZ-Index oder Eurostoxx 50 setzen will, hat viele Möglichkeiten: Fonds, Zertifikate oder Optionsscheine. So findet jeder die für ihn passende Geldanlage. Ein Blick in die Bastelstuben der Banken.

© FAZ Vergrößern

Ein Aktienindex ist eine schöne Sache. Wer Deutschland im Depot haben will, braucht sich nicht mehr mühsam 30 oder 100 deutsche Aktien zu kaufen, sondern nur ein einziges Wertpapier. Nämlich eines, das den Dax oder den F.A.Z.-Index abbildet. Das spart viel Gebühren und Zeit, weil man sich nur auf die Entwicklung des einen Wertpapiers konzentrieren muss.

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So ein Wertpapier kann ein Zertifikat oder ein Optionsschein auf einen Index sein. Oder ein Fondsanteil. Klassisch sind die Fonds, bei denen ein Fondsmanager sich zwar an einem Index orientiert, aber durch gezielte Übergewichtung vermeintlich besonders chancenreicher Aktien besser als der Index sein will. Dieses aktive Fondsmanagement ist das Gegenstück zu den Indexfonds (ETF). Sie versprechen, dass sich ihr Fonds möglichst exakt so entwickelt wie der zugrundeliegende Aktienindex, sie wollen gar nicht besser sein.

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Des Indexfonds' Kern ist der Stein des Anstoßes

Ein Fondsmanager und ein Researchteam sind hier überflüssig, denn die Auswahl der Aktien gibt der Index vor, sie muss nicht erst durch umfangreiche Analysen wie bei den aktiven Fondsmanagern ermittelt werden. Daher heißen die ETF auch Passivfonds und sind besonders preisgünstig, weil viel weniger Personal bezahlt werden muss. Oft verdienen Anleger mit ihnen sogar mehr Geld, weil zwei Drittel der konkurrierenden aktiv geführten Fonds regelmäßig schlechter abschneiden als der Index. Und dafür auch noch teurer sind als die Indexfonds.

Illu Zertifikate © Bengt Fosshag Vergrößern

Aus diesen Gründen sind Indexfonds in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Doch jetzt ist der Aufschwung in Gefahr. Eine neue Debatte bringt manche ETF in Misskredit. Dabei geht es um die Sicherheit der Produkte. Besonders hervor trat dabei die Fondsgesellschaft Blackrock, die über ihre Marke iShares einer der Marktführer in Deutschland ist. Ihrer Kritik hat sich in der vergangenen Woche auch die britische Finanzaufsicht FSA angeschlossen.

Im Kern geht es in der Diskussion darum, wie Indexfonds konstruiert sein sollen. Der klassische Weg ist, den Index voll nachzubauen, indem man die Aktien, die er enthält, im gleichen Gewicht kauft. Voll replizierend nennt sich das Verfahren. Diesen Weg geht iShares bei den meisten ihrer Fonds.

Hat ein Index viele Aktien, wie etwa der amerikanische Standard & Poor's 500 mit 500 Aktien, dann ist das ein teures Unterfangen. Einige Anbieter bauen den Index daher nur zum Teil nach, indem sie etwa nur die großen Titel kaufen, die den Index wirklich beeinflussen. Oder sie investieren in ein Aktienportfolio, das in seiner Rendite- und Risikostruktur dem Index sehr nahekommt. Dann würden Fonds etwa für einen Dax-ETF europäische Aktien kaufen, die sich ähnlich wie deutsche Aktien entwickeln.

Synthetisches mit Verlustrisiko

Viele Konkurrenten von Blackrock wie die Deutsche-Bank-Tochter db x-trackers, Lyxor oder Comstage verzichten ganz auf den Nachbau des Index und bilden ihn synthetisch nach. Es ist daher nicht ganz uneigennützig, dass Blackrock genau diese Konstruktionsweise kritisiert. Die Fondsgesellschaft und jetzt auch die FSA monieren, dass synthetisch gebaute ETF ein erhöhtes Risiko haben, weil sie mit Banken Verträge schließen, die im Insolvenzfall der Bank zu Verlusten des Fonds führen können. Denn die Fondsgesellschaft vereinbart mit einer Bank ein Tauschgeschäft, einen Swap.

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Veröffentlicht: 20.06.2011, 17:07 Uhr

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