21.09.2009 · Viele Anleger ziehen derzeit Indexzertifikate den Indexfonds vor, denn die Zertifikate sind günstiger. Die Rechnung geht allerdings nur auf, wenn der Emittent des Zertifikats nicht insolvent wird - denn dann droht der Totalverlust.
Von Daniel MohrNach der Insolvenz des Zertifikateemittenten Lehman Brothers galten Indexzertifikate als Auslaufmodell. Allenfalls in einigen exotischen Märkten hatten sie noch ihre Daseinsberechtigung, denn dafür gab es oft noch keine Indexfonds. Sonst aber waren sie praktisch unverkäuflich. Kaum ein Anleger wollte ein Indexzertifikat zum Beispiel auf den Dax kaufen, wo er im Falle einer Insolvenz des Emittenten mit einem Totalverlust zu rechnen hatte, wenn er doch auch günstig in Indexfonds investieren konnte, die als Sondervermögen im Insolvenzfall geschützt sind.
Mittlerweile ist die Lehman-Insolvenz mehr als ein Jahr her, und das Gros der Anleger schätzt das Risiko, dass ein Zertifikateemittent insolvent werden könnte, als verschwindend gering ein. Dem großen Vorteil der Indexfonds wird somit kaum mehr ein Gewicht beigemessen. Dafür rückt das Kostenbewusstsein der Anleger wieder stärker in den Blick, und hier sind die Indexzertifikate auf den Dax den Indexfonds überlegen.
Der günstigste Indexfonds (Exchange Traded Fund, ETF) auf den Dax - ein Produkt der Comstage (Isin LU0378438732) - kostet jährlich eine Verwaltungsgebühr von 0,12 Prozent. Der Spread, als Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis für den Anleger ein weiterer Kostenfaktor, soll maximal 1,25 Prozent betragen. Am Montag waren es gut 0,5 Prozent. Bei Indexzertifikaten hat der Anleger diese Kosten nicht. So bietet die Deutsche Bank ihr Dax-Indexzertfikat (Isin DE0007093353) ohne Verwaltungsgebühr und auch ohne Spread an. Das Anlegerinteresse an dieser Form der Indexpartizipation ist längst zurückgekehrt. Manche Anbieter beschreiben es als reger denn je.
Begrenztes Risiko, begrenzte Rendite
Gleichwohl stoßen auch die Indexfonds auf den Dax auf eine ungebrochene Nachfrage der Anleger, denn sie sind weiter eine günstige Form, breit gestreut an der Wertentwicklung großer deutscher Aktiengesellschaften samt ihren Dividendenausschüttungen teilzuhaben. Aktiv gesteuerte Aktienfonds hingegen kosten oft eine Verwaltungsgebühr von 1,5 Prozent im Jahr, und oft wird zudem ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent fällig.
Wer das volle Aktienrisiko scheut, kann mit einer ganzen Reihe von Zertifikaten mit geringerem Risiko in den Index investieren. Damit wird in den allermeisten Fällen jedoch auch die Rendite begrenzt. So erhält der Anleger bei einer Indexanleihe des Bankhauses Sal. Oppenheim auf den Dax maximal eine Rendite von 6,5 Prozent (Isin DE000SL1EF28). Diese gibt es, wenn der Dax am 17. September 2010 mindestens auf 5000 Punkten notiert - aktuell sind es rund 5670 Punkte. Liegt der Dax in einem Jahr hingegen bei 7000 Punkten, hat der Anleger von den Kursgewinnen nichts, steht er allerdings unter 5000 Punkten, reduziert sich die Rückzahlung - bei 4000 Punkten zum Beispiel sinkt die Rendite des Anlegers auf minus 12 Prozent. Das Produkt eignet sich daher am ehesten für Anleger, die den Dax in einem Jahr nahe oder knapp unterhalb seines heutigen Niveaus erwarten.
Mut zum Hebel lukrativ
Ebenfalls risikogemindert können Anleger mit Bonuszertifikaten auf den Dax in den Index investieren. Ein Produkt der Commerzbank mit Laufzeit bis Dezember 2010 bietet zum Beispiel einen Risikopuffer bis 4200 Punkte (Isin DE000CM8QDC0). Fällt der Dax im nächsten halben Jahr nie unter 4300 Punkte, erhält der Anleger je Zertifikat 64 Euro ausgezahlt. Aktuell kostet ein Papier 56 Euro. Auf ein Jahr gerechnet, beträgt die Rendite somit gut 11 Prozent. Auch hier partizipiert der Anleger nicht an steigenden Aktienkursen, so dass sich das Produkt für seitwärts gerichtete oder leicht fallende Aktienmärkte eignet.
Längst ist aber auch die Indexfondsbranche dazu übergegangen, verschiedene Produkte auf einen Index anzubieten. Besonders mutige Anleger können zum Beispiel ein Produkt des zur Société Générale gehörenden Indexfondsanbieters Lyxor auf den Lev-Dax kaufen (Isin LU0252634307). Es verfügt über einen Hebel von ungefähr 2. Steigt der Dax zum Beispiel an einem Tag um ein Prozent, erhöht sich der Lev-Dax um etwa 2 Prozent. Besonders risikofreudige Anleger finden auch Produkte, die über Hebel von mehr als 200 verfügen. Hier reicht allerdings bereits eine Bewegung von 0,5 Prozent in die falsche Richtung aus, um das Papier wertlos verfallen zu lassen.
Etwas risikogemindert gegenüber dem Dax ist die Variante Protective Put von Lyxor (Isin LU0288030280). Durch die Indexstrukturierung partizipiert der Anleger mit einem Hebel kleiner als 1 an den Dax-Veränderungen. Er gewinnt also in steigenden Märkten unterdurchschnittlich, verliert dafür aber auch im Abschwung nicht ganz so stark (siehe Grafik). Wer hingegen fest mit fallenden Kursen rechnet, kann auch einen Indexfonds der Deutschen Bank auf den Short-Dax kaufen (Isin LU0292106241). Er fällt um ein Prozent, wenn der Dax um ein Prozent steigt, und umgekehrt.
Barriere
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Holger Lang (hl-savior)
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| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |