11.05.2010 · Offene Immobilienfonds haben Gegenwind. Die vom Bundesfinanzministerium geplante stärkere Regulierung könne die Marktbereinigung in der Branche beschleunigen, ergibt eine Studie der Rating-Agentur Scope.
Offene Immobilienfonds haben Gegenwind. Die vom Bundesfinanzministerium (BMF) geplante stärkere Regulierung könnte die Marktbereinigung in der krisengeschüttelten Branche anheizen, erklärte die Ratingagentur Scope am Dienstag bei der Veröffentlichung ihrer Studie „Offene Immobilienfonds Rating 2010“.
Die Auswirkungen der Krisen an den internationalen Immobilienmärkten hätten erkennbare Spuren, heißt es dort. Markt- und immobilienspezifische Risikofaktoren hätten sich gegenüber dem Vorjahr deutlich stärker ausgeprägt. Sowohl Immobilienrenditen als auch die Performance der Produkte standen im abgelaufenen Jahr unter Druck.
Bundesfinanzministerium hat Anleger stark verunsichert
Produkte, die bereits im Vorjahr niedrige Bewertungen von Scope Analysis erhielten, rutschten in der Benotung weiter ab. Gut aufgestellte Produkte mit geringeren Marktrisiken und stabilen Ertragsstrukturen konnten sich gegen die Marktschwäche vergleichsweise gut behaupten.
Der Vorstoß des Bundesfinanzministeriums habe Anleger stark verunsichert und einige Fonds veranlasst, keine Anteile mehr zurückzunehmen. Der durch den Entwurf ausgelöste Vertrauensschaden könne die Konsolidierung in dem Investmentsegment beschleunigen, heißt es weiter. Die Perspektiven jener Fonds, die schon vorher nur geringe Zuflüsse verzeichneten und deren Aussichten auf Wiederöffnung ungewiss seien, hätten sich nun weiter verschlechtert. Dagegen könnten Kapitalanlagegesellschaften ihre Anleger bei der Stange halten, die sich an Privatanleger richteten, die im Branchenvergleich eine relativ hohe Wertentwicklung auswiesen und welche sich auf starke Vertriebe stützen könnten.
Fonds dagegen, die ihre Liquiditätsbasis aufgrund von Fremdvertrieben und einem hohen Anteil institutioneller Anleger bisher nur schwer steuern konnten und deshalb von einer angemessenen Regulierung am meisten profitiert hätten, am stärksten von der Veröffentlichung des BMF-Entwurfs betroffen sein. Der Gesetzentwurf versetzt die Branche seit Tagen in Unruhe. Er sieht vor, dass die Anleger künftig frühestens nach zwei Jahren ihre Anteile verkaufen können und eine ebenso lange Kündigungsfrist einhalten müssen. Zudem sollen Fonds mit einem deutlich reduzierten Wert ihrer Immobilien kalkulieren, um Anleger vorsorglich vor Einbußen durch Abwertungen zu schützen.
Vorsicht, wenn sich „Risikofaktoren verdichten“
Nach Bekanntwerden der Pläne zogen viele Anleger in Deutschland Geld aus Offenen Immobilienfonds ab. Aus Angst vor massiven Mittelabflüssen stoppten in der vergangenen Woche schließlich Kan-Am Grundinvest und SEB Immoinvest die Rücknahme ihrer Anteile für zunächst drei Monate. Nach Angaben des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI) sind inzwischen neun von 45 Offenen Immobilienfonds „dicht“.
Scope hatte in der diesjährigen Studie 29 Fonds untersucht. 23 Produkte verschlechterten sich im Vergleich zum Vorjahr, nur zwei konnten sich verbessern. Als stabilisierende Faktoren werden große Fondsvolumina und Deutschland-Portfolios genannt. Als bester Europa-Fonds und als bestes Produkt insgesamt ging der Grundbesitz Europa von RREEF Investment vor dem Hausinvest Europa von Commerz Real aus dem Rating hervor. Bester Deutschlandfonds und achter in der Gesamtwertung wurde der UniImmo Deutschland. Als bester Globalfonds wurde der Deka-ImmobilienGlobal vor dem UniImmo ausgezeichnet.
Dagegen haben es global aktive Fonds wegen der besonders schwierigen internationalen Immobilienmärkte in Asien und Nordamerika schwer. Eine Reihe von Globalfonds verschlechterten sich deutlich. Beispiele seien der TMW Immobilien Weltfonds, der HausInvest Global sowie der Degi International. Sie spürten die Risikofaktoren wie erhöhte Leerstände, sich verschlechternde Mieterstrukturen und hohe Kreditquoten deutlich; insbesondere dann, wenn es zu einer Verdichtung, also zu einer Konzentration, der Faktoren komme.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3232 | −0,05% |
| Rohöl Brent Crude | 117,85 $ | −0,04% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |