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Immobilienfonds Jetzt kommen die ersten Kita-Fonds

Anbieter entdecken die Lücke bei der Kinderbetreuung und bringen Immobilienfonds auf den Markt, die auf den Bau von Kitas spezialisiert sind. Das erste Angebot verspricht eine Rendite von 7 Prozent.

© dapd Kitas nicht nur für Kinder: Auch Anleger werfen darauf einen Blick

Des einen Leid, des andern Freud’: Am Mangel an Kindertagesstätten können nun auch Anleger mitverdienen. Die ersten Anbieter geschlossener Beteiligungen bringen nun spezielle Immobilienfonds auf den Markt, die auf den Bau von Kitas spezialisiert sind. 50 Millionen Euro Eigenkapital hat der Fondsinitiator Aviarent Capital Management für den Kita-Fonds Kinderwelten I eingesammelt. Seit einigen Wochen nun wird schon eine ehemalige Schule in Essen in einen Kindergarten für 64 Kinder umgebaut. 24 Plätze sind für Kinder unter drei Jahren reserviert, aber schon vollständig vergeben.

Die Ausschüttung soll bei jährlich 7 Prozent liegen. Dieser Fonds richtet sich an institutionelle Investoren wie Altersvorsorgeeinrichtungen, Versicherer, Banken oder Vermögensverwalter. Das erste Argument für Kita-Fonds ist der Mangel an Kita-Plätzen: Rund 220.000 Plätze fehlen noch für Kleinkinder, um den 2007 beschlossenen Aufbau von durchschnittlich 33 Prozent deutschlandweit in der Betreuung der ganz Kleinen zu erreichen, teilte das Statistische Bundesamt kürzlich mit. Auch die langen Mietlaufzeiten mit festen Betreibern sprechen für diese neue Fondskonstruktion.

Infografik / Der Markt für geschlossene Fonds © F.A.Z. Vergrößern

Doch der Bau von Kindertagesstätten ist eine komplexe Angelegenheit, weil besonders viele Interessengruppen mitreden wollen, städtische Ämter, Kommunalvertreter, Eltern und private, kirchliche oder gemeinnützige Betreiber. „Diese Tatsache hat bis dato viele Fondsanbieter davon abgehalten, in Kitas zu investieren“, sagt Dan-David Golla, Managing Partner bei Aviarent. Rund 30 Objekte werden in diesem ersten Fonds enthalten sein, so dass die operativen Risiken auf eine Vielzahl von Objekten verteilt sind. Bei geschlossenen Immobilienfonds ist häufig nur ein Objekt enthalten.

Andere Fondsinitiatoren folgen dem Beispiel: Das Emissionshaus Habona Invest hat ebenfalls schon einen Kita-Fonds entwickelt. Allerdings hat dieser noch nicht die Vertriebszulassung von der Finanzaufsichtsbehörde Bafin erhalten. Die Verantwortlichen von Aviarent sind überzeugt, dass weitere Anbieter mit Kita-Fonds auf den Markt kommen werden. Die Anbieter von geschlossenen Fonds tut sich ohnehin schwer, Themen zu finden, mit denen sie die Anleger noch locken können.

Diese interessieren sich derzeit immer weniger für unternehmerische Beteiligungen, wie aus den Zahlen des Verbands Geschlossener Fonds abzulesen ist: Demnach haben die Emissionshäuser im zweiten Quartal 797 Millionen Euro plaziert. Das sind zwar 4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Doch der Anteil der privaten Anleger betrug Mitte vergangenen Jahres 87 Prozent, Mitte dieses Jahres waren es nur noch 70 Prozent.

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Dazu hat beigetragen, dass viele Anleger mit Schiffsfonds schlechte Erfahrungen gemacht haben und in den Jahren davor mit vielen anderen Beteiligungsmodellen. Auch die Kürzung der Subventionen für große Solaranlagen belastet die Branche. „Zur schwierigen Situation auf der Plazierungsseite kommt die generelle Unsicherheit am Markt, die durch den Regulierungsprozess ausgelöst wurde“, heißt es in einer noch unveröffentlichten Studie der Ratingagentur Scope. „Einige Emissionshäuser, wie zum Beispiel Nordkapital, kündigten gar an, keine geschlossenen Fonds mehr aufzulegen.“

Gut plazieren lassen sich allenfalls noch geschlossene Immobilienfonds. Deshalb weiten viele Emissionshäuser ihr Spektrum aus und bringen Beteiligungen an Nischenimmobilien auf den Markt: Pflegeimmobilien, Parkhäuser, Fachmarktzentren, Studentenwohnungen oder eben auch Kitas. All diesen Immobilienklassen sei gemein, dass sie relativ wenig vom Konjunkturverlauf abhängig seien und ziemlich alltägliche Bedürfnisse befriedigten. „Insgesamt bieten Nischenimmobilien eine langfristig hohe Einnahmesicherheit“, heißt es in der Scope-Studie weiter. Damit kämen sie dem Bedürfnis der Anleger nach maximaler Sicherheit entgegen.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 09.11.2012, 18:38 Uhr

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