03.05.2004 · Multimilliardär Warren Buffett gilt als erfolgreichster Investor aller Zeiten. Jetzt hat die Legende wieder einmal Stellung bezogen. Auf der Hauptversammlung seiner Firma verriet er vor allem, was ihm momentan nicht gefällt.
Hugh!, Warren Buffett hat wieder einmal gesprochen. Und alle Anleger haben wie immer aufmerksam zugehört. Schließlich gilt der Chef der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway als erfolgreichster Investor aller Zeiten.
Seine Anlageerfolge bedingen, daß kein anderer Börsen-Guru so viel Gehör findet wie er. Seine hohe Wertschätzung zeigt sich auch daran, daß am Wochenende fast 20.000 Aktionäre zur Hauptversammlung der von ihm geführten Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway pilgerten.
Google-Aktien keine Alternative für Buffett
Interessanterweise eignet sich der 73-Jährige dank seines legendären Rufes sogar als Vorbild für die erfolgreiche Gilde der Internet-Unternehmer - und daß, obwohl er den Aktien aus dieser Branche im Regelfall wegen deren hoher Bewertung wenig abgewinnen kann. Dennoch haben sich die Gründer der Internet-Suchmaschine Google beim geplanten Börsengang ihrer Firma darauf berufen, ihr Börsen-Dasein im Sinne der Buffett-Philosophie zu gestalten.
Für diese Wertschätzung hat sich Buffett am Wochenende zwar artig bedankt und Google eine famose Geschäftsidee zugebilligt. Zwischen den Zeilen ließ er aber durchblicken, daß für ihn ein Kauf der Google-Aktien nicht in Frage kommt, da die Titel vermutlich auch zu einem famosen Preis an die Börse gebracht würden.
Diese Vorbehalte haben aber auch mit seiner allgemein vorsichtigen Haltung gegenüber Börsenneulingen zu tun. Seine Grundsatzüberlegung lautet dabei wie folgt: „Normalerweise überlegen sich die Unternehmen genau, wann sie an die Börse gehen. Und in der Regel wählen sie dabei den Zeitpunkt aus, wann sie den höchsten Preis erzielen können und nicht den besten Zeitpunkt für die Anleger.“
Der Dollar hat bei Buffett weiter schlechte Karten
Auch ansonsten übte Buffett vor allem Kritik. Unter anderem wiederholte er seine Warnungen vor einer zu großen Euphorie mit Blick auf die Branche der Hedge Fonds. Seiner Ansicht werden werden die meisten Anleger, die jetzt viel Geld in diese Produkte pumpen, letztlich keine Freude daran haben. Für ihn handelt es sich dabei um eine Modewelle, die er wegen der hohen Gebühren, welche Hedge Fonds typischerweise kassierten, nicht ganz nachvollziehen kann.
Reserviert gibt sich der nach Multimilliardär auch weiterhin bezüglicher der Aussichten des Dollar. Sein diesbezüglicher Pessimismus basiert auf dem wachsenden Handelsbilanzdefizit und seiner Einschätzung, daß die amerikanische Notenbank die Zinsen zu niedrig halte, woraus sich wiederum Inflationsgefahr ableiten lasse. Vor diesem Hintergrund habe er zuletzt sein Engagement in Währungen außerhalb des Dollar zuletzt noch einmal deutlich aufgestockt.
Buffett unterstützt den Demokraten Kerry
Wegen zu hoher Bewertung tut sich die Investmentlegende im übrigen weiterhin schwer damit, geeignete Investitionsobjekte ausfindig zu machen. So erklärt sich auch, warum in den Büchern von Berkshire insgesamt die stolze Summe von 36 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln ungenutzt schlummern. Selbst im Bereich der Hochzinsanleihen, in die er im Vorjahr noch massiv investierte, findet Buffett nach massiven Preissteigerungen keine interessanten Alternativen mehr.
Auch politisch gesehen bezieht Buffett klar Stellung. Bekanntlich fungiert er für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry als Wirtschaftsberater, da er mit den aus seiner Sicht vor allem den Reichen zu Gute kommenden Steuersenkungen von Präsident Bush wenig anfangen kann. „Ich unterstütze John Kerry. Durch die Steuersenkungen habe ich zwar deutlich mehr Geld in meinen Taschen, aber ich halte das trotzdem nicht für eine gute Idee“, so seine Kritik.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |