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Gehalt : 119 Millionen Dollar für einen Hedgefonds-Manager

Mit amerikanischen Immobilien lässt sich immer Geld verdienen Bild: AFP

119 Millionen Dollar bekommt der Hedgefonds-Manager James Levin für einen einzigen Wertpapier-Deal. So viel verdienen die Chefs der sechs größten amerikanischen Banken nicht im Jahr.

          Die Boni für Banker sollen begrenzt sein. Bei Hedgefonds lässt sich aber auch gut verdienen. Das zeigt das jüngste Beispiel des 31-jährigen James Levin, Händler beim Hedgefondsanbieter Och-Ziff. Nach einer erfolgreichen Transaktion im vergangenen Jahr, die dem Unternehmen knapp 2 Milliarden Dollar einbrachte, erhielt Levin seinen Bonus: seinerzeit sage und schreibe 119 Millionen Dollar, wie aus einer Meldung an die amerikanische Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Die Entlohnung bekam er nicht in bar, sondern in Aktien des Unternehmens.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Falls Levin nicht verkauft hat, ist sein Bonus mittlerweile 142 Millionen Dollar wert. Der Manager hat außerdem 2013 noch weitere Aktien und andere Optionen erhalten: insgesamt sind die Zuwendungen inzwischen insgesamt 186 Millionen Dollar wert. Da lässt sich auch das fehlende Grundgehalt verschmerzen. Levin hat damit mehr verdient als die Vorstandsvorsitzenden der sechs größten amerikanischen Banken zusammen. Indes ist Levin nicht irgendwer, er ist nun Leiter der Anleihenabteilung und Geschäftsführer von Och-Ziff und hält mittlerweile 4,5 Prozent am Unternehmen.

          Hedgefonds für Fachleute attraktiver als Banken

          Levin hatte stark in strukturierte Anleihen investiert, wie das „Wall Street Journal“ berichtet, und zwar genau in jene Papiere, die die Finanzkrise von 2008 ausgelöst hatten: gebündelte Hypothekenkredite für gewerbliche und private Immobilien. Plötzlich galten die Wertpapiere als „toxisch“, die Banken wollten sie loswerden - und Hedgefonds griffen zu. Och-Ziff ging dabei offenbar mit geringer Absicherung größere Risiken ein. 2012 waren die Papiere sehr gefragt. Mittlerweile herrschen Zweifel, dass hier noch viel zu holen ist. Dennoch hielt Och-Ziff zu Jahresbeginn noch 16 Prozent der verwalteten Vermögenswerte von rund 40 Milliarden Dollar in strukturierteren Anleihen.

          Dass erfolgreiche Hedgefonds so hohe Gehälter zahlen, scheint die Banken zu beunruhigen. Die oberen fünf Prozent der Hedgefonds haben bei der Bezahlung ihrer Händler den Abstand zu den Wall-Street-Banken vergrößert, sagte jüngst die Personalvermittlerin Ilana Weinstein Bloomberg Television. Die Banken spielen das Thema zwar herunter, weil die Hedgefonds-Branche vergleichsweise klein sei. Der Gehaltsunterschied sei aber so enorm, dass Händler, die bei einem Top-Hedgefonds einsteigen könnten, die Banken wahrscheinlich verlassen würden, meint dagegen Weinstein.

          Insgesamt verdienen die 25 Top-Hedgefonds-Manager mehr als 25 Milliarden Dollar – im Durchschnitt also eine Milliarde pro Kopf, schreibt der Online-Dienst gehaltsreporter.de. Eine Umfrage unter 890 britischen Vermögensverwaltern ergab, dass Hedge-Fonds-Manager mit durchschnittlichen Jahressalären von 344.128 Dollar rund 60 Prozent mehr verdienen als  Vermögensverwalter in anderen Sparten.

          Quelle: FAZ.NET

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