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Hedgefonds Ein schwaches Jahr für Managed Futures

Verluste setzen sich in diesem Jahr fort . Viele Hedgefonds-Strategien gehen dennoch auf.

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Managed Futures haben bei vielen Privatanlegern einen festen Platz eingenommen. Mit dieser standardisierten Hedgefonds-Strategie erzielten die Anleger in der Vergangenheit zum Teil respektable Gewinne. Doch im laufenden Jahr hat sich diese Strategie wieder einmal nicht ausgezahlt. 4 Prozent Verlust erlitten im laufenden Jahr per Ende November Managed Futures im Durchschnitt, wie aus dem jüngsten Hedge Fund Index von Credit Suisse und Dow Jones hervorgeht (siehe Grafik).

Infografik / Viele Hedgefonds-Strategien im Plus

Schlechter schnitt in diesem Jahr bisher nur die Hedgefonds-Strategie „Dedicated Short Bias“ mit Verlusten von durchschnittlich 18 Prozent ab, einer beliebten Strategie, um auf fallende Kurse zu setzen. Bei dieser Strategie leiht sich der Hedgefonds von einer Wertpapierhandelsgesellschaft Aktien oder Aktienoptionen, die er als überbewertet einstuft. Diese verkauft er sofort auf den Finanzmärkten in der Hoffnung, sie später zu gefallenen Kursen zurückzukaufen, um sie dann dem Wertpapierhändler zurückzugeben.

Zinsarbitrage am besten abgeschnitten

Insgesamt haben Hedgefonds bis Ende November einen Gewinn von 6,1 Prozent abgeworfen. Am besten unter den Hedgefonds-Strategien hat in diesem Jahr die Zinsarbitrage abgeschnitten, die durchschnittlich einen Gewinn von etwas mehr als 10 Prozent brachte. Hier versucht der Hedgefonds-Manager möglichst ohne Risiko Preisdifferenzen zwischen unterschiedlichen Anleihen oder anderen Zinsprodukten auszunutzen.

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Dennoch sind Hedgefonds-Strategien nicht sehr erfolgreich im Vergleich etwa zu deutschen Aktien, die, gemessen am Aktienindex Dax, in diesem Jahr bisher um knapp 30 Prozent an Wert zulegten. Allerdings sollte bei einem solchen Vergleich nicht nur die Rendite, sondern stets auch das Risiko beachtet werden, das ein Anleger bei seiner Entscheidung für eine Geldanlage eingeht.

Beliebt seit Ende der 1980er-Jahre

Managed Futures sind kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in den Vereinigten Staaten entstanden und seit Ende der achtziger Jahre beliebt geworden, als Computer quantitative Handelsstrategien leichter berechnen konnten. Klassische Managed Futures versuchen, durch eine statistische Auswertung von Marktpreisen Trends zu erkennen und diesen zu folgen.

Bei Managed Futures bildet sich der Fondsmanager keine eigene Meinung über die künftige Entwicklung bestimmter Marktsegmente wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder auch Währungen. Bekannte Anbieter in Deutschland sind Aquila Capital, Varengold, Winton Capital oder Apano, die Produkte des britischen Hedgefonds-Anbieters Man vertreibt. Laut Apano ist das Handelsvolumen von Managed Futures von rund 5 Milliarden Dollar 1988 bis Ende September 2011 auf mehr als 320 Milliarden Dollar gestiegen.

Vor allem die vielen Interventionen von Regierungen und Notenbanken seit der Finanzkrise machen den Managed Futures zu schaffen. „Politische Märkte sind aus Sicht der Computerprogramme zu erratisch“, sagt ein Branchenvertreter. „Das lässt sich nicht modellieren.“ Die Anbieter von Managed Futures reagierten darauf, indem sie die Handelsgeschwindigkeit in ihren Programmen reduzierten. Viele Produkte wurden aus dem Markt genommen.

Nicht jeder performt

So schloss die Fondsgesellschaft Aquila Capital in Hamburg den AC Pharos Evolution Fund, der auf untertägige Markttendenzen handelte, Ende Oktober wegen Erfolglosigkeit. Schwach entwickelte sich bei Aquila Capital auch der Managed Future AC Quant Spectrum Fund, der im laufenden Jahr rund 20 Prozent an Wert verlor. Noch höher fielen in diesem Jahr die Verluste beim Salus Alpha Managed Futures der Vermögensverwaltung Salus Alpha Capital mit Sitz in Liechtenstein aus. Dieses Produkt verlor im laufenden Jahr rund 45 Prozent.

Besser läuft bei Aquila Capital beispielsweise die Produktfamilie AC Risk Parity Funds. Doch diese Produkte sind streng genommen keine Managed Futures, sind jedoch mit ihrer marktneutralen Strategie ebenfalls in der Welt der Hedgefonds angesiedelt. So hat der AC Risk Parity in den vergangenen zwölf Monaten um etwas mehr als 5 Prozent zugelegt. Managed Futures seien kein Allwetterprodukt, warnen Vertreter der Branche. Anleger sollten diese Produkte nicht eigenständig einsetzen, sondern nur um ein Portfolio gegen Kursverluste abzusichern.

„Politische Märkte sind aus Sicht der Computerprogramme zu erratisch.“

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 19.12.2012, 13:48 Uhr

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