18.04.2007 · Nach einer gewissen Euphorie während der Baisse müssen Hedge-Fonds inzwischen oft für negative Schlagzeilen herhalten. Dabei bieten sie zumindest langfristig gewisse Reize, die von ihren Risiko-Ertrags-Profilen ausgehen.
Hedge-Fonds sorgten während der Baisse in den Jahren 2000 bis 2003 für Schlagzeilen. Denn ihnen wurde zugesprochen, in der Lage zu sein, unabhängig von der Marktentwicklung interessante und vor allem auch stabile Renditen zu erwirtschaften.
Inzwischen sorgen sie nur noch selten für Furore und wenn, müssen sie für negative Schlagzeilen herhalten: Die Gebühren seien zu hoch, die eingegangenen Risiken zu groß, die Rendite zu gering im Vergleich mit den boomenden Börsen, die Fondsmanager seien nicht in der Lage, marktneutrale Überrenditen zu erzielen, Short Selling benachteilige normale Anleger et cetera.
Unterschiedliche Risiko-Ertragsprofile
Schnell werden entsprechende Artikel formuliert, mit reißerischen Headlines überschrieben und veröffentlicht. Oft bleibt unberücksichtigt, dass Hedge-Fonds ein weites Feld mit vielen unterschiedlichen Anlagestilen sind, die sich schlecht vergleichen lassen. Das Risiko-Ertrags-Profil deckt sich nur bedingt, mit jenem konventioneller Anlagen. Das gilt insbesondere für die Urform der Hedge-Fonds: Die marktneutralen oder die so genannten Long-Short-Fonds. Denn sie sind darauf ausgerichtet, bei beschränktem Risiko eine stetige Rendite zu erzielen.
Alleine schon aus diesem Grund scheinen Hedge-Fonds trotz hoher Gebühren zumindest bei institutionellen Anlegern immer beliebter zu werden, was das deutliche Wachstum der verwalteten Mittel in den vergangenen Jahren erklärt. Ein anderes Kriterium ist das Risikomanagement beziehungsweise die Stetigkeit der Wertentwicklung. Mögen Hedge-Fonds in Zeiten boomender Börsen kurzfristig zwar im direkten Performancevergleich optisch etwas blass aussehen, so ändert sich dieser Eindruck bei einer längerfristigen Betrachtung. Denn unter diesem Aspekt machen sich stetige Durchschnittsrenditen aufgrund des Zinseszins-Effektes deutlich positiv bemerkbar.
Short Selling: Ertragsarm bei relativ hohem Risiko
Die Infografiken zeigen klar, dass einzelne Hedge-Fonds-Stile langfristig sowohl im Vergleich mit dem S&P-500 als auch mit Rentenindizes sehr gut abschneiden und dem Anleger eine Überrendite bringen. Aus diesem Grund dürften sie langfristig interessant sein. Allerdings gilt das nicht für alle. Das zeigt sich alleine schon daran, dass die berühmt-berüchtigten „Short-Seller“, die während der Baisse teilweise „gefeiert“ wurden, sich langfristig kaum über Wasser halten können.
Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie ernst man Hedge-Fonds-Indizes nehmen kann. Immerhin wird nicht auf den ersten Blick klar, wie häufig und in welcher Form die in den Indizes gehandelten Einzelfonds wechseln und ob ein Anleger überhaupt in sie investieren könnte, wenn er denn könnte und wollte.
Das gilt insbesondere auch für Privatanleger. Selbst wenn sie die oft hohen Mindestanlagesummen haben sollten, stellt sich die Frage, ob sie in der Lage sind, die für sich richtigen Fondsmanager herauszufiltern. So bleiben oft Hedge-Fonds-Zertifikate. Allerdings wirkt der Blick auf ihre Performance nicht selten ernüchternd. So scheint zum Beispiel die Wertentwicklung der verschiedenen auf die HFR-Indizes begebenen Zertifikate nur bedingt mit den relevanten Indizes zu korrelieren.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |