24.09.2008 · In Deutschland sind nur wenige Einzel-Hedge-Fonds zugelassen. Ihre Wertentwicklung streut deutlich. Marktneutrale Fonds sind auch hier die „wahren“ Hedge-Fonds, da sie robuste Renditen bei geringen Risiken erzielen können.
In Verbindung mit Hedge-Fonds haben Anleger gemeinhin die Erwartung, sie entwickelten sich unabhängig von den Märkten und böten bei unterdurchschnittlichen Risiken trotz hoher Kosten eine robuste Wertentwicklung.
Dieses Bild lässt sich jedoch nur mit einem geringen Teil der auf dem Markt befindlichen Angebote zur Deckung bringen. Zu unterschiedlich sind die Strategien, die die verschiedenen Fonds verfolgen und zu unterschiedlich ist auch ihre Wertentwicklung.
Große Renditeunterschiede
Das zeigt sich selbst mit einem Blick auf die wenigen am deutschen Markt zugelassenen Einzel-Hedge-Fonds. Während der Alpha Strategien Futures MH-Fonds (Isin DE000A0J2V60; DE000A0M90L3) seit Jahresbeginn einen Ertrag von knapp 30 Prozent erwirtschaften konnte, verlor der Lupus alpha - Dynamic Design (Isin DE000A0BKKE6) mit einem Minus von knapp 17 Prozent deutlich an Wert. Der Verlust ist aber weniger hoch als bei den Dax-Werten, die seit Jahresbeginn im Durchschnitt einen Kursverlust von knapp 25 Prozent verbuchen mussten.
Allerdings ist die Sharpe-Ratio des Hedge-Fonds, also die Überrendite pro Einheit des übernommenen Risikos, bei einer Volatilität von knapp 13 Prozent negativ. Angesichts der Wertentwicklung und der Tatsache, dass der Fonds schlechter gelaufen ist als vergleichbare, könnten Anleger schon zur Frage neigen, was die Fondsmanager dieses Produktes in den vergangenen Monaten wohl für geboten hielten.
Auf der anderen Seite werden sie jedoch bei einer genaueren Betrachtung auch die optisch gute Wertentwicklung des Futures-Fonds mit einer gewissen Skepsis betrachten. Denn erstens ist die Wertentwicklung des Produktes volatil. Zweitens stellt sich angesichts der momentanen Volatilität, in wie weit sich die Ergebnisse der Vergangenheit werden wiederholen lassen. Drittens kann sich künftig die Frage nach dem Geschäftsmodell stellen. Denn sollten die Finanzmärkte künftig stärker reguliert werden als in der Vergangenheit, so werden sich in engen Märkten kaum noch so kräftige Trends etablieren lassen, wie das in der Vergangenheit zum Beispiel in den Rohstoffmärkten der Fall war.
Marktneutrale sind die „wahren“ Hedge-Fonds
Für den langfristig orientierten Anleger sind marktneutralen oder Long-Short-Fonds am interessantesten. Sie entsprechen am ehesten der Ursprungsidee, bei geringem Risiko eine robuste Rendite unabhängig von den Turbulenzen an den Märkten erzielen zu können. Dazu scheinen in den vergangenen Jahren sowohl der Herald Europe von der Bank Medici (Isin DE000A0F5LP39 als auch der Vol Opportunity von Aquila Capital (Iisn DE000A0EAFK8) in der Lage gewesen zu sein.
So konnte der Herald Europe in den vergangenen drei Jahren eine positive Jahresdurchschnittsrendite von knapp fünf Prozent bei einer Volatilität von 3,2 Prozent erzielen. Das heißt, die Rendite liegt auf dem Niveau von Anleihen, allerdings bei geringeren Risiken. Der Dax kam im gleichen Zeitraum auf einen Jahresverlust von 9,25 Prozent bei einer Jahresvolatilität von 22,6 Prozent.
Auf diese Weise wird einmal mehr deutlich, dass sich Hedge-Fonds als solche nie über einen Kamm scheren lassen. Schlagzeilen, wonach sie sich als breite Anlageklasse gut oder schlecht entwickelten, sind zu pauschal, um sie ernst nehmen zu können. Die Wertentwicklung steht und fällt mit dem Fondsmanager. So kommt es darauf an, den richtigen Einzel- oder auch Dachfonds herauszufinden. Das ist nicht einfach.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |