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Hedge Fonds Hedge-Fonds-Zertifikate können sich sehen lassen

05.02.2004 ·  Der Vertrieb von Dach-Hedge-Fonds ist nun in Deutschland zugelassen. In Form von Zertifikaten sind sie allerdings schon länger auf dem Markt und gewinnen meistens stetig an Wert. Mehr wurde nicht versprochen.

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Hedge Fonds begeisterten vor allem während der Baisse die Phantasie der Anleger. Wahre Wunder schienen sie leisten zu können. Denn selbst in fallenden Märkten sollen sie gutes Geld verdienen können. Und das war vor allem in der Phase interessant als die Märkte scheinbar keinen Boden mehr fanden.

Nach der jüngsten Rally hat die Hype etwas nachgelassen. Immerhin haben manche „normale Fondsmanager“ in den vergangenen Monaten eine bessere Wertentwicklung erreicht, als viele der ominösen Hedge Fonds. Was die Phantasie zumindest in Deutschland trotzdem aufrecht erhält ist die Tatsache, daß solche Investmentvehikel nun in Deutschland zugelassen sind. Zumindest in rudimentärer Form von Dachfonds.

Hedge Fonds regen vor allem Phantasie der „Vertriebsmaschinerie“ an

Die „Wunderinstrumente“, die an sich keine und schon gar keinen homogenen sind, scheinen allerdings vor allem die Phantasie der Vertriebsmaschinerie der Finanzdienstleistungsbranche anzuregen. Manche Branchenvertreter scheinen zumindest der Meinung zu sein, es würde sich nun ein neuer Massenmarkt öffnen. Sie gehen wohl davon aus, mit dem Verkauf und den dabei erzielten Provisionen auf die Schnelle eine goldene Nase verdienen zu können. Wenn sie sich dabei nur keine Illusionen machen.

Denn die Produkte sind an sich gar nicht so neu. So gibt es schon einige Zeit verschiedene Hedge-Fonds-Zertifikate auf dem Markt. Sie verbriefen nichts anderes, als Anteile an Dach-Hedge-Fonds. Und ihr Erfolg ist recht unterschiedlich. Während einige wie versprochen eine mehr oder wenig stetige Wertsteigerung an den Tag legen, so kommen andere kaum vom Fleck. Insgesamt können sie sich jedoch durchaus sehen lassen. Siehe auch: Performance von Hedge-Fonds-Zertifikaten. Dabei dürfte der Anleger zunächst kaum beurteilen können, ob die Performance auf Pech, Glück oder Knowhow zurückzuführen ist und wie nachhaltig sie ist. Hier wird sich erst noch die Spreu vom Weizen trennen müssen. Anbieter, die schon länger am Markt sind und eine überzeugende Historie vorweisen können, dürften Vorteile haben.

Dazu kommen die Kosten. Denn Dachfonds sind alles andere als günstig. Erstens nimmt der Manager des Dachfonds erst einmal einen kleinen Obolus vom verwalteten Vermögen und dazu möglicherweise eine weitere erfolgsabhängige Vergütung. Genau das wiederholt sich dann auf der Ebene der ausgewählten Einzelfonds. Sind sogar mehrere Dachfonds hintereinandergestaffelt, so ergibt sich eine richtiggehende „Gebührenkaskade“. In der Regel will auch der Vertrieb gut vergütet werden, was sich beim Anleger in Form eines zum Teil saftigen Ausgabeaufschlages bemerkbar macht. Aus diesem Grund müssen die ausgewählten Fondsmanager, die tatsächlich das Geld verwalten, wirklich gute Renditen erzielen, damit für den Anleger am Ende der Schlange überhaupt noch etwas halbwegs Akzeptables übrig bleibt.

Produkte sind stark erklärungsbedürftig

Sollte sich der Markt rasant entwickeln, dürfte es immer schwieriger werden, geeignete Hedge-Fonds-Manager zu finden. Denn manche erzielen zwar in ihrer Marktnische gute Gewinne. Allerdings machen sie ihren Fonds dicht, sobald er eine gewisse Größe erreicht hat. Denn bei Erfolg wachsen sie organisch schon so zügig, daß sie früher oder später an ihre Grenzen stoßen.

Handeln können Anleger die Zertifikate oft entweder direkt mit dem Emittenten oder an der Börse. Die Preisfeststellung ist allerdings eine weitere Schwachstelle vieler Papiere. Manche Banken veröffentlichen den genauen Wert ihres Zertifikats nur monatlich. Faire Kurse kommen dann zwischenzeitlich selten zu Stande. Auch dürfte sich die Spreu vom Weizen noch trennen. Denn für den Normalanleger sind in der Regel nur Produkte interessant, deren Wertentwicklung für ihn transparent ist und aus denen er innerhalb einer vernünftigen Zeitspanne auch wieder zu vernünftigen Preisen aussteigen kann. Bei der Auswahl des richtigen Titels müssen Anleger auch auf die Bonität des Emittenten achten. Sie sollte über alle Zweifel erhaben sein, denn die in Deutschland erhältlichen Hedge-Fonds-Zertifikate sind genau genommen Anleihen. Macht der Schuldner pleite, verlieren Anleger das eingesetzte Geld.

Insgesamt dürften Hedge-Fonds-Produkte äußerst erklärungsbedürftig sein. Damit könnte der Vertrieb nicht nur auf Grund des Mangels an geeignetem Personal schnell an seine Grenzen stoßen. Sondern auch die „Aufnahmefähigkeit“ der Anleger. Denn wer wird sich schon ein Verkaufsprospekt mit 226 Seiten Länge zu Gemüte führen, wie es die Dresdner Bank im Jahr 2000 auf den Markt brachte?

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