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Hedge Fonds Detailfragen behindern Hedge Fonds

21.09.2004 ·  Ungereimtheiten in rechtlichen Detailfragen erweisen sich als Hemmschuh beim Verkauf von Hedge Fonds in Deutschland. Diesen Eindruck vermittelte das zum dritten Mal stattfindende Forum Alternative Investments, welches am Dienstag in Frankfurt eröffnet wurde.

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Ungereimtheiten in rechtlichen Detailfragen erschweren den Durchbruch für das Geschäft mit Hedge Fonds in Deutschland. Diesen Eindruck vermittelte das zum dritten Mal stattfindende Forum Alternative Investments, welches am Dienstag in Frankfurt eröffnet wurde.

Verzögerungen bei der Zulassung und steuerrechtliche Aspekte führten dazu, daß ausländische Fondsanbieter für eine europäische Zulassung zunehmend nach Luxemburg und Irland auswichen, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Alternative Investments (BAI), Achim Pütz. Hedge Fonds, die so gut wie keinen Anlagebeschränkungen unterliegen, können seit Beginn dieses Jahres in Deutschland aufgelegt und verkauft werden.

Verbesserungen deuten sich an

Gleichzeitig deuten sich aber auch Verbesserungen an. So zirkuliert etwa der Entwurf eines Einführungsschreibens zum Investmentsteuergesetz aus dem Bundesfinanzministerium (BMF), datiert vom 15. September, in der Branche. In diesem Diskussionspapier geht es unter anderem um Details der Besteuerung von Hedge Fonds. Auch die Behandlung von rechtlichen Hüllen um Hedge Fonds wie Zertifikate und Genußscheine wird thematisiert.

Der Berliner Rechtsanwalt Joachim Kayser bewertete den Entwurf nach einer ersten Durchsicht „insgesamt in Linie und Richtung gut". Das Schreiben, dessen endgültige Version im Dezember veröffentlicht werden soll, umfaßt 67 Seiten. Das sei ungewöhnlich und zeigt nach Ansicht von Steuerexperten, wie ernst das Bundesfinanzministerium das Thema nimmt. „Das Steuerrecht war in der Tat bis jetzt der Hemmschuh", faßte Kayser die bisher gesammelten Erfahrungen zusammen.

Streit um die Zuständigkeiten beim Verwahren von Wertpapieren

Auch der Konflikt zwischen Depotbanken und Prime Brokern ist noch nicht abschließend geklärt. Hierbei geht es um die Frage, bei wem die Wertpapiere verwahrt werden. Da Prime Brokern - in der Regel handelt es sich dabei um Investmentbanken - nach internationalen Standards eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von Hedge-Fonds-Transaktionen zukommt, fühlen sich die klassischen deutschen Depotbanken offenbar zurückgesetzt.

BAI-Vorsitzender Pütz gab zu, diesem Problem zunächst eine zu geringe Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Pütz sieht jetzt zwei Lösungswege: Entweder schließt die Depotbank einen Vertrag mit dem Prime Broker als Unterverwahrer, womit die Depotbank für den Prime Broker haftet, oder der Hedge-Fonds-Anbieter beauftragt sowohl die Depotbank wie auch den Prime Broker direkt, gegebenenfalls mit Zustimmung der Depotbank. Die Frage ist allerdings, ob diese Ansätze auch praktisch umsetzbar sind.

Geschäft soll 2005 an Fahrt gewinnen

Schließlich war am Rande der Tagung noch zu hören, daß die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) das sogenannte Plattformgeschäft deutscher Kapitalanlagegesellschaften stärker unter die Lupe nimmt. Dabei bietet sich eine deutsche Fondsgesellschaften ausländischen Hedge Fonds als ein Dienstleister an, der Verwaltungsangelegenheiten wie die Fondsbuchhaltung, die Berichterstattung oder das Risikomanagement abwickelt. Wie etwa die Anlageentscheidungen auf Fondsebene abzulaufen haben, scheint offenbar nicht abschließend geklärt zu sein.

Dagegen wurde das Bafin-Rundschreiben von Anfang September, in dem die Anforderungen für Versicherer bei der Hedge-Fonds-Anlage niedergeschrieben sind, auf dem Forum in Frankfurt ausdrücklich begrüßt. Damit sei die Rechtsunsicherheit für diese sehr wichtige Kundengruppe beseitigt, sagte Matthias Schellenberg vom Fondsanbieter Pioneer Global Investments. Er rechnet nun damit, daß das Geschäft mit institutionellen Kunden im kommenden Jahr an Fahrt gewinnt. Dagegen wirke sich bei den Privatkunden die seit Monaten schlechte Wertentwicklung nahezu aller Hedge-Fonds-Strategien "nicht unbedingt absatzfördernd" aus.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2004, Nr. 221 / Seite 21
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