31.08.2009 · Während es an den internationalen Börsen in den vergangenen Monaten turbulent zuging, verbuchten etablierte Hedge-Fonds zum Teil überdurchschnittliche Wertzuwächse. Long-Short-Fonds konnten von fallenden und steigenden Kursen profitieren.
Hedge-Fonds sind sehr umstritten. Die einen machen sie für die Krise verantwortlich, die anderen betrachten sie als „das Anlagevehikel“ schlechthin. Medial werden sie phasenweise bejubelt und in anderen Perioden bemitleidet, „da sie hinter dem Markt“ zurückblieben - wie es dann regelmäßig heißt.
Grundsätzlich jedoch sind Hedge-Fonds in ihren differenzierten Ansätzen viel zu unterschiedlich, als dass sie sich über einen Kamm scheren ließen. Zu viele Fondsmanager und Vermögensverwalter bezeichneten sich in den vergangenen Jahres des Booms als Hedge-Fonds-Manager, obwohl sie lediglich mit der Entwicklung des jeweiligen Marktes mitschwammen.
Opportunistische Nutzung günstiger Gelegenheiten
Viele verfügten überhaupt nicht über die Expertise, auf risikoadjustierter Basis eine Überrendite bei begrenzten Risiken erzielen zu können. Manche waren sogar von vorne herein auf Betrug der Anleger angelegt. Zum Beispiel Bernard Lawrence Madoff.
Andere dagegen zeigen, was ein Hedge-Fonds in seinem ursprünglichsten Sinne leisten kann. Nämlich die strategisch-opportunistische Nutzung von günstigen Gelegenheiten an den Märkten in Verbindung mit der Fähigkeit, Risiken im Sinne von Kursverlusten zu begrenzen oder gar von Kursrückschlägen profitieren zu können.
Das originäre Hedge-Fonds-Konzept dieser Art wird heute vor allem durch so genannte marktneutrale oder Long-Short-Strategien verkörpert. Fonds dieser Kategorie setzen gleichzeitig sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse. Das heißt, sie können gute gegen schlechte Marktsegmente oder Einzelwerte ausspielen und auf diese Weise das allgemeine Marktrisiko deutlich reduzieren.
Der Odey Europe Inc. zählt seit Jahren zu den besten Fonds dieser Kategorie. Manager Crispin Odey befindet sich mit seiner Mannschaft und diesem Produkt schon seit dem Jahr 1991 im Markt und konnte in dieser Zeit eine durchschnittliche Jahresrendite von knapp 17 Prozent erzielen. Wer im Jahr 1991 einen Betrag von 100 Euro investierte, kann inzwischen knapp 1.500 Euro in seinem Depot wiederfinden. Der Vergleichsindex kam gerade einmal auf eine Durchschnittsrendite von 6,5 Prozent. Die Risiken waren, gemessen an der Standardabweichung, vergleichbar.
... macht sich in Verbindung mit einer Risikobegrenzung bezahlt
Der Odey Europe Inc. liegt seit Jahresbeginn mit 16 Prozent im Plus, auf Sicht eines Jahres mit 45,4 Prozent und auf Sicht von drei Jahres sogar mit knapp 140 Prozent. Der Vergleichsindex dagegen, der MSCI TR Net Europa liegt auf Sicht eines Jahres mit knapp 18 Prozent im Minus und auf Sicht von drei Jahren knapp 24 Prozent unter Wasser.
Odey hatte vor und während der Krise intensiv auf fallende Kurse bei Finanzwerden gesetzt. Zu Jahresbeginn drehte er seine Position und setzte erfolgreich auf ihre Erholung. Inzwischen hat er netto nicht nur Finanzwerte deutlich übergewichtet, sondern auch die Medien- und Versicherungsbranche, Nahrungsmittel- und Einzelhandels-, sowie Chemie- und Technologiewerte. Zu den größten Positionen gehören die Aktien der Barclays Plc, der Premiere AG, von B Sky B und der Credit Suisse. Dagegen hat man eine generelle Short-Position im Dow Jones Euro Stoxx 50. Genau diese Kombination reduziert das Risiko.
Odey Asset Management
Thomas Mirbach (lurkius)
- 31.08.2009, 15:41 Uhr
ja was für ein schöner Beruf Hedge-Fonds-Manager
Ronald Glas (soondecember)
- 31.08.2009, 23:20 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |