07.09.2010 · Im internationalen Währungshandel werden im Tagesdurchschnitt 4000 Milliarden Dollar umgesetzt. Private Anleger haben daran kaum einen Anteil, obwohl es in Deutschland viele Produkte gibt, mit denen sie an Änderungen der Kurse partizipieren könnten.
Von Daniel MohrDer Handel mit Devisen ist so liquide wie kein anderer Teil der Finanzmärkte. Nach einer Untersuchung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) wurden im April im internationalen Währungshandel im Tagesdurchschnitt 4000 Milliarden Dollar umgesetzt, rund 20 Prozent mehr als drei Jahre zuvor. Privatanleger haben daran praktisch keinen Anteil. Der Handel findet vor allem zwischen Banken statt, mittlerweile spielen aber auch Versicherer, Hedge-Fonds und Pensionskassen eine größere Bedeutung.
Die Privatanleger sind jedoch nicht zur Passivität verurteilt. So gibt es in Deutschland viele Tausend Währungsprodukte, mit denen sie an Änderungen der Wechselkurse partizipieren können. Die Papiere sind jedoch fast ausschließlich hochspekulativer Natur. Sie begnügen sich nicht mit der bloßen Abbildung der Wechselkurse, sondern vervielfachen die Entwicklung durch einen entsprechenden Hebel.
Der Hebel funktioniert in beiden Richtungen
So hat zum Beispiel Goldman Sachs Mitte April ein Mini Future Short genanntes Hebelpapier auf einen steigenden Schweizer Franken zum Preis von knapp 9 Euro mit der Wertpapierkennnummer (WKN) GS201X emittiert. Ein Euro kostete damals 1,44 Franken. Mittlerweile hat der Franken stark an Wert gewonnen und es müssen nur noch 1,31 Franken für einen Euro gezahlt werden, ein Kursgewinn von rund 9 Prozent. Das Hebelpapier ist mittlerweile jedoch gut 16 Euro wert, ein Kursplus von etwa 80 Prozent. Anleger, die jetzt einsteigen, kaufen die Währungsentwicklung des Franken zum Euro mit einem Hebel von etwas mehr als 6.
Da die Börse jedoch keine Einbahnstraße ist, sollten Anleger stets beachten, dass der Hebel natürlich in beide Richtungen funktioniert. Wer im Frühjahr auf einen Wertverfall des Franken gesetzt hat, verbuchte kräftige Einbußen. Auch ist zu berücksichtigen, dass es sich bei Mini Futures um Produkte handelt, die bei Durchbrechen einer bestimmten Kursschwelle praktisch wertlos verfallen. Beim beschriebenen Produkt ist dies der Fall, wenn für einen Franken wieder mehr als 1,50 Franken gezahlt werden müssten. Ein Kursverlust gegenüber seinem derzeitigen Stand von nicht einmal 14 Prozent reichte damit aus, um das Hebelpapier bis auf einen kleinen Restbetrag wertlos verfallen zu lassen.
Anleger, die nach der Rekordjagd des Franken nun zunächst mit einem Kursverlust für die Schweizer Währung rechnen, können zum Beispiel den Mini Future Long mit der WKN GS3BPZ kaufen. Hier gewinnt der Anleger bei Kursverlusten des Franken gegenüber dem Euro das knapp achtfache der tatsächlichen Kursbewegung. Sollte der Franken jedoch weiter an Wert gewinnen und für einen Euro dereinst weniger als 1,16 Franken gezahlt werden müssen, verfällt das Papier praktisch wertlos. Wegen ihrer sprunghaften Wertentwicklung werden Hebelpapiere daher meist nur zur kurzfristigen Geldanlage genutzt.
Wer auf sanftere Art und Weise an Wechselkursänderungen partizipieren möchte, der kann zum Beispiel Staatsanleihen oder solide Unternehmensanleihen aus dem entsprechenden Währungsraum kaufen. Hier bekommt der Anlegern neben dem erhofften Währungsgewinn Zinskupons gezahlt. Allerdings schwanken die Kurse von Anleihen, so dass der Anleger hierdurch Verluste erleiden könnte.
Das mit Abstand meistgehandelte Währungspaar auf der Welt ist Euro/Dollar. In jüngster Zeit fanden jedoch auch Spekulationen im japanischen Yen wieder regeren Anklang. Auch hieran können Privatanleger partizipieren. Wer zum Beispiel zu der Auffassung gelangt, die erheblichen Gewinne des Yen zum Euro sind angesichts der niedrigen Erwartungen an das Wirtschaftswachstum in Japan und der hohen Staatsverschuldung dort übertrieben, der kann das Hebelpapier auf einen steigenden Euro zum Yen mit der WKN TB8UUV kaufen. Mit einem Hebel von 8 partizipieren die Anleger an der Kursentwicklung. Sollte ein Euro statt wie derzeit gut 108 Yen eines Tages weniger als 94,38 Yen kosten und der Yen damit entgegen der Erwartung weiter an Wert gewonnen haben, verfällt das Hebelpapier jedoch wertlos. Wer auf eine Fortsetzung der Yen-Gewinne spekulieren möchte, der bekommt die Wertentwicklung unter der WKN TB81U4 mit einem Hebel von gut 5.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |