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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Goethe und das Geld Die Suche nach dem sicheren Geld durchzieht die Jahrhunderte

 ·  Im Rahmen der Goethe-Festwoche zeigt das Goethe-Haus eine Ausstellung zu Geld und präsentiert echte und gefälschte Münzen der Vergangenheit sowie Raubdrucke der Werke Goethes.

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© Setzer, Claus Schicke Schlittschuhe: Goethe fuhr gerne mit seinem Bankerfreund Friedrich Metzler auf dem vereisten Main.

Der Mephistopheles in der Dichtung trägt im wirklichen Leben den Namen John Law. Der schottische Abenteurer hatte im Paris des frühen 18. Jahrhunderts mit der Genehmigung der Krone Papiergeld erschaffen. Was vielversprechend begann, endete in einer großen Inflation. Seitdem gilt Law als Bankrotteur.

Diesem John Law begegnet der Besucher in einer Ausstellung, die an diesem Donnerstag im Frankfurter Goethe-Haus eröffnet wird und einen Programmpunkt im Rahmen der diesjährigen Goethe-Festwoche, die „Goethe und das Geld“ thematisiert. 350 Exponate sind zu sehen, darunter echte und gefälschte Münzen aus dem 18. Jahrhundert, Goethes Schlittschuhe, die man damals „Schrittschuhe“ nannte, ein 20 Kilogramm schweres Kontobuch des Bankhauses Bethmann, ein Haushaltsbuch von Goethes Vater und Raubdrucke des „Werther“.

Geld als Mittel zum Zweck

Was die Menschen des 18. und 19. Jahrhunderts bewegte, hat auch heute nichts von seiner Bedeutung verloren - das liebe Geld, dessen gelegentlicher Mangel und dessen gelegentlicher Überfluss. Die Sorge vor Inflation ist gerade in diesen Tagen wieder ein aktuelles Thema. Johann Wolfgang von Goethe ist vor allem als Dichterfürst bekannt. Doch Geld spielte für ihn zeitlebens ein wichtige Rolle. Als Sohn eines wohlhabenden Elternhauses sah Goethe im Geld vor allem ein Mittel zum Zweck.

Auch war Goethe Zeuge bedeutender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen wie der in Deutschland damals aufkeimenden Industriellen Revolution. Der Dichter beobachtete mit Faszination die technischen Entwicklungen, erkannte gleichwohl ihre Ambivalenz. Der Einsatz von Maschinen ermöglichte die Massenproduktion von Gütern. Die spezialisierte Arbeitsteilung machte die breite Bevölkerung jedoch mehr und mehr abhängig vom Gelderwerb und stürzte viele Menschen ins Elend. Um den steigenden Kapitalbedarf zu decken, entwickelte sich parallel zur Industrialisierung das Bankwesen. Doch die kräftige Nachfrage förderte auch die Idee, auf einfache Weise schnell zusätzliches Geld zu schaffen.

Die Tendenz zum Papiergeld hatte nichts Widernatürliches an sich. Beim damals üblichen Münzgeld bemaß sich der Wert am Materialwert, und gerade auch Goethe schätzte diese Stofflichkeit des Geldes. Die Münzen aus Kupfer, Silber und Gold mussten jedoch aufwendig produziert und transportiert werden. Außerdem wurden Münzen oft manipuliert und gefälscht - der Begriff „Falschmünzer“ stammt nicht zufällig aus der Epoche des Münzgeldes. Papiergeld galt Goethe nicht als wirkliches Geld, und es wurde oft missbraucht. Aber es hat sich seinerzeit ebenso durchgesetzt, wie sich heute das elektronische Buchgeld durchgesetzt hat.

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