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Aktualisiert: 14.03.2017, 18:03 Uhr

Geständnisse im S&K-Prozess „Schäbig und einfallslos, dumm und gierig“

Ein Deal um ein verkürztes Strafmaß hat die Hauptangeklagten im Frankfurter S&K-Prozess gesprächig gemacht. Nach 17 Prozessmonaten zeigen sie erstmals Reue.

© dpa Die Hauptangeklagten im S&K-Prozess haben gestanden.

Mit der Aussicht auf verkürzte Haftstrafen haben die Hauptangeklagten im Frankfurter S&K-Prozess Geständnisse abgelegt. Vor dem Landgericht ließ Firmengründer Stephan S. am Dienstag über seinen Verteidiger erklären, dass er „die volle Verantwortung“ für seine Taten übernehme. Sein früherer Kompagnon Jonas K. bezeichnete das S&K-Geschäftsmodell als „schäbig und einfallslos“ und sich selbst als „dumm und gierig“. Er entschuldigte sich bei den Geschädigten.

Die beiden Männer stehen im Mittelpunkt eines der größten Betrugsverfahren in der deutschen Rechtsgeschichte. Laut Anklage sollen sie mit ihrem Immobilienunternehmen ein Schneeballsystem installiert haben, mit dem 11.000 Anleger um zusammen 240 Millionen Euro gebracht worden seien. Sie sind gemeinsam mit drei mutmaßlichen Mittätern wegen schweren Betrugs und Untreue angeklagt.

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Aus prozessökonomischen Gründen will die Staatsanwaltschaft nun den Betrugsvorwurf fallenlassen. Nach der vom Gericht verlesenen Absprache können S. und K. nunmehr mit deutlich verkürzten Haftstrafen zwischen achteinhalb und neuneinhalb Jahren wegen Untreue rechnen. Ursprünglich hatte die Anklage Haft im deutlich zweistelligen Bereich angestrebt. Die Angeklagten sitzen bereits seit mehr als vier Jahren in Untersuchungshaft, die aber auf eine spätere Freiheitsstrafe angerechnet wird.

Absprachen zu möglichen Bewährungszeitpunkten sind der Justiz zufolge aber nicht mit dem Deal verbunden. Theoretisch kann die Haftstrafe bereits nach der Hälfte oder nach zwei Dritteln zur Bewährung ausgesetzt werden. Darüber entscheidet eine andere Gerichtskammer, die auch die persönliche Entwicklung der Angeklagten in der Haft zu berücksichtigen hat.

„Vielen Menschen Schaden zugefügt“

Der 37 Jahre alte S. sagte, er habe als „S&K“-Verantwortlicher vieles falsch gemacht. „Mit meiner Ungeduld und Rücksichtslosigkeit habe ich vielen Menschen Schaden zugefügt.“ Gleichzeitig bedauerte er, dass unmittelbar vor seiner Festnahme im Februar 2013 noch ein großes Immobilien-Geschäft mit Bürohochhäusern nicht den erhofften Erfolg und Einnahmen im zweistelliger Millionenhöhe gebracht hätte: „Das wäre vielleicht der Durchbruch gewesen“.

Der zwei Jahre jüngere Jonas K. bezeichnete sich als „rücksichtslos und nur mit dem eigenen Vorteil im Blick“. Seine Gier habe noch nicht einmal vor den Firmeninteressen halt gemacht. Um sich selbst zu bereichern, habe man besonders lukrativ erscheinende Geschäfte auf eigenem Namen abgeschlossen. „In den vergangenen vier Jahren in Untersuchungshaft habe ich mir täglich Gedanken über diese Dinge gemacht“, sagte er.

„S&K“-Mitbegründer S. kam aus bescheidenen Verhältnissen: Nach dem Hauptschulabschluss absolvierte er eine Maurerlehre, danach war er in einem Sonnenstudio engagiert. Die Kenntnisse als Firmenchef im Immobilien- und Kapitalanlagegeschäft stammten „aus der Praxis“, ließ er mitteilen.

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