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Geschlossene Fonds Anleger suchen bei Kapitalbeteiligungen Sicherheit

01.07.2011 ·  Altbewährtes lässt sich zurzeit am leichtesten plazieren. Die Anleger sind wieder bereit zu investieren - angesichts des hohen Stellenwerts, den sie Sicherheit beimessen, nicht selbstverständlich. Ein Marktüberblick über neue geschlossene Fonds.

Von Christian Hiller von Gaertringen
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Auf dem Markt für unternehmerische Beteiligungen suchen die Anleger derzeit bewährte, bekannte und vor allem sichere Geldanlagen. So hatte die DWS wenig Schwierigkeiten, die Zwillingstürme der Deutschen Bank zu plazieren. Immerhin dürfte wohl jeder Anleger die beiden gläsernen Banktürme in Frankfurt kennen. Die Rendite ist mit durchgehend 5 Prozent jährlich für einen geschlossenen Immobilienfonds nicht überragend. Doch die Deutsche Bank ist durch einen fünfzehnjährigen Mietvertrag an den Fonds gebunden. Und vor allem ist der Mieter bekannt. Das hilft in diesem unsicheren Marktumfeld.

Die Beteiligungsbranche hat sich auf die Wünsche der Anleger eingestellt, wie unser jüngster Marktüberblick zeigt, den diese Zeitung in regelmäßigen Abständen auf Basis von Daten der Ratingagentur Scope Analysis gibt. Die Anleger sind auch wieder bereit zu investieren. Im Mai haben die Initiatoren laut Scope ein Eigenkapital von mehr als einer Milliarde Euro emittiert. Das ist mehr als im gesamten ersten Quartal 2011.

Nicht ohne Risiken

Die Rückkehr der Anleger ist angesichts des hohen Stellenwerts, den sie Sicherheit beimessen, nicht selbstverständlich. Denn geschlossene Fonds sind eine unternehmerische Beteiligung an einem Investitionsobjekt. Das kann ein Gebäude sein, ein Flugzeug, ein Schiff, ein Wald, ein Solarkraftwerk, eine Windkraftanlage oder selbst ein Portfolio an Versicherungspolicen oder Unternehmensbeteiligungen (Private Equity).

Der Fondsinitiator sammelt dazu bei jenen Anlegern Geld ein, die bereit sind, sich für eine festgelegte Dauer zu beteiligen – mit allen Chancen und Risiken, die sich aus einer unternehmerischen Beteiligung ergeben. Dafür erhält der Anleger im Idealfall jährliche Ausschüttungen und am Laufzeitende seinen Einsatz zurück. Hinzu kommt meist eine Fremdfinanzierung, so dass häufig das Fondsvolumen über dem Eigenkapitalvolumen liegt. Dass geschlossene Beteiligungen nicht ohne Risiken sind, haben jüngst jene Anleger erfahren, die sich an Beluga oder davor an Riesenrad-Projekten unter anderem in Berlin beteiligt haben.

„Sicherheit hat ihren Preis“

Geschlossene Immobilienfonds sind nach wie vor unter den unternehmerischen Beteiligungen am beliebtesten. Im Mai waren sie für mehr als 80 Prozent des gesamten Emissionsvolumens verantwortlich. Schon im vergangenen Jahr zählten Immobilienfonds mit deutschen Objekten zu den Favoriten. Anleger investierten nach Angaben des Branchenverbandes VGF 2010 fast 50 Prozent mehr Kapital in diese Beteiligungen als 2009. Die starke Nachfrage in diesem Segment hat nun zu einem breiteren Angebot geführt.

Auch bei geschlossenen Immobilienfonds dominiert der Wunsch nach Verlässlichkeit. So ist nicht nur eine gute Lage entscheidend. In den meisten Fonds, die zurzeit vertrieben werden, ist nur ein Mieter untergebracht wie beim DWS Access Deutsche Bank Türme. Zwei Drittel der aktuell zur Zeichnung aufgelegten Fonds setzen laut Scope auf einen einzelnen Mieter. Offenbar fühlen sich viele Anleger mit einem einzigen solventen Mieter sicherer als mit einer Vielzahl von Mietern. Unter diesen Umständen gehen sie längere Laufzeiten ein. „Anleger müssen bei diesen Modellen niedrigere Renditen in Kauf nehmen“, heißt es bei Scope. „Sicherheit hat eben ihren Preis.“

Private-Equity-Fonds gelten als riskant

Vom Wunsch nach verlässlichen Renditen profitieren auch Energiefonds. Besonders beliebt waren im vergangenen Jahr Photovoltaik-Beteiligungen. „Diese Fonds waren für sicherheitsorientierte Anleger wegen der staatlich garantierten Einspeisevergütungen attraktiv“, heißt es bei Scope. Allerdings hängt deren Rendite davon ab, dass in den relevanten Ländern – neben Deutschland werden Italien oder Frankreich auch gern genommen – die staatliche Förderung nicht gekürzt wird. Doch in der Vergangenheit haben die Zeichner von geschlossenen Beteiligungen nicht immer gute Erfahrungen gemacht, wenn die Rendite wesentlich von politischen Entscheidungen abhing.

Selbst Private-Equity-Fonds lassen sich mittlerweile wieder plazieren. So vertreibt das Münchener Emissionshaus BVT derzeit einen geschlossenen Dachfonds, dessen Einzelfonds eine Einheit der Deutschen Bank aussucht, die DB Private Equity. Dabei gelten Private-Equity-Fonds als riskant. Deshalb setzt BVT auf Secondary-Investitionen: Der Fonds investiert nicht während der Investitionsphase der Zielunternehmen, denn da fallen in der Regel Verluste an. Der Fonds steigt erst ein, wenn die Zielunternehmen Erträge generieren. Dadurch ist zwar die Rendite geringer, doch die Rückflüsse aus dem Fonds sind leichter kalkulierbar.

Qualität eines Fonds erfassen

Auch wenn die Fondsinitiatoren versuchen, das Risiko zu senken, sollte sich der interessierte Anleger stets vor Augen halten, dass geschlossene Fonds unternehmerische Beteiligungen sind und entsprechend riskant sind. Außerdem unterscheiden sich die einzelnen Beteiligungen nicht nur vom Investitionsobjekt, sondern auch in Bezug auf Laufzeit, Auszahlungen und Renditeerwartungen.

Mit ihrem Investment-Rating versucht die Ratingagentur Scope die Qualität eines Fonds zu erfassen. Es ist in der letzten Spalte unserer Tabelle zu finden. Die beste Note erhalten jene Fonds, bei denen die Renditeerwartung und das Risiko, gemessen anhand der Schwankungsanfälligkeit (Volatilität) in besonders günstigem Verhältnis stehen. Die Benotung reicht von „AAA“ (hervorragende Qualität) bis „D“ (sehr geringe Qualität). Die Plus- und Minuszeichen zeigen Tendenzen in der Benotung. Die Ratings berechnet Scope über Stresstests. Dabei kommen statistische Verfahren zum Einsatz, die die Auswirkung einer Vielzahl unterschiedlicher Szenarien auf die Fondsrendite und das Risiko eines Fonds untersuchen. Doch auch diese Einschätzung bietet keine uneingeschränkte Sicherheit.

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Jahrgang 1964, Redakteur in der Wirtschaft.

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