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Genussscheinfonds In Bedrängnis

06.03.2009 ·  Nach den ABS-Fonds und den offenen Immobilienfonds kommen nun Genussscheinfonds in Bedrängnis. Die Fondsgesellschaft Cominvest nimmt keine Anteile mehr zurück. Der Markt ist extrem illiquide geworden.

Von Christian Hiller von Gaertringen
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Nach den ABS-Fonds und den offenen Immobilienfonds kommen nun Genussscheinfonds in Bedrängnis. Die Fondsgesellschaft Cominvest nimmt bis auf weiteres keine Anteile ihres Genussscheinfonds mehr zurück. Dies geschehe zum Schutz der Anleger, sagte ein Sprecher der Cominvest.

Der Handel mit Genussscheinen sei völlig illiquide geworden. Teilweise komme kein Handel mehr zustande. Seit dem Herbst haben die Anleger schätzungsweise 130 Millionen Euro aus dem Fonds abgezogen. Um diese auszubezahlen, musste die Fondsgesellschaft die Barreserven angreifen. „Jetzt ist die Liquidität des Fonds aufgebraucht“, sagte der Cominvest-Sprecher. Um verkaufswillige Anleger auszubezahlen, müsste der Fondsmanager nun Genussscheine verkaufen - dies sei zurzeit jedoch kaum möglich oder nur mit hohen Abschlägen. Von der Aussetzung sind vor allem private Anleger mit einem Anlagevolumen von 115 Millionen Euro betroffen. Die Reaktionen der Betroffenen seien nicht „überbordend“ ausgefallen, hieß es bei der Cominvest.

„Der Markt ist höchst illiquide geworden“

Genussscheinfonds besetzen mit rund 800 Millionen Euro eine Nische unter den Investmentfonds. Insgesamt gibt es weniger als zehn verschiedene Fonds. Das liegt auch daran, dass Genussscheine eine Spezialität sind, die es in dieser Form fast nur in Deutschland gibt. Jeder Genussschein hat letztlich eine individuelle Ausgestaltung. Gemein ist ihnen, dass sie eine Zwischenform zwischen Aktien und Anleihen bilden. Häufig wird den Käufern eine Zinszahlung in Aussicht gestellt, die jedoch vom Gewinn des Emittenten abhängt. Genussscheine bieten in der Regel zwar eine höhere Verzinsung als entsprechende Anleihen, allerdings auch ein höheres Risiko.

Die Entscheidung der Cominvest traf die Anleger nicht überraschend. „Der Markt ist höchst illiquide geworden“, warnte der Fondsmanager des Cominvest Genussscheinfonds schon im März 2008 und riet davon ab, in diesen Markt zu investieren. Mitte September, nach dem Konkurs der amerikanischen Investmentbank Lehman, habe sich die Lage im Handel mit Genussscheinen nochmals verschärft, heißt es nun bei der Cominvest. Seit Ende September nimmt HSBC Trinkaus & Burkhardt Anteile ihres Genussscheinfonds nicht mehr zurück.

Genussscheinfonds geschlossen

Nun warten die Anleger, ob weitere Fondsgesellschaften folgen. Die DWS, die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, beispielsweise verwaltet 550 Millionen Euro in drei Genussscheinfonds. „Die Liquiditätssituation ist zurzeit so, dass wir nicht reagieren müssen“, heißt es dort ganz vorsichtig. Auch bei der Cominvest ist ihr zweiter Fonds, Genussschein Plus A, davon bisher nicht betroffen. Dieser investiere auch in Staats- und Unternehmensanleihen. Die Verwerfungen am Genussscheinmarkt treffen nicht nur die Fonds aus diesem Segment. Auch vielen Rentenfonds sind Genussscheine beigemischt, um die Rendite zu steigern. Besonders stark nutzte die DWS diese Möglichkeit bei ihrem Fonds Inrenta. „Sämtliche Rentenfonds wurden durch die Verwerfungen an den Märkten in Mitleidenschaft gezogen“, heißt es bei einer Fondsgesellschaft.

Noch lässt es die Cominvest offen, wie lange der Genussscheinfonds geschlossen bleibt. Das Investmentgesetz setzt der Fondsgesellschaft keine konkrete Frist, heißt es beim Branchenverband BVI. Eine frühe Öffnung ist auch nicht immer im Interesse der Anleger. Als Frankfurt-Trust im August 2008 nach gut einem Jahr ihren Fonds FT Abs-Plus öffnete, stürzte der Preis um 30 Prozent.

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Jahrgang 1964, Redakteur in der Wirtschaft.

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