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Geldanlage Vorsicht bei Millionen-Abschlüssen für die Kids

31.01.2005 ·  Versicherer werben für Kinderpolicen mit bis zu 65 Jahren Laufzeit und hoher Rendite. Doch Verbraucherschützer zeigen sich gegenüber den mitunter verlockend klingenden Angeboten skeptisch.

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Sie heißen „Biene Maja“, „Teddy“ oder „Einstein“ und sollen Kindern ein Vermögen bescheren: Immer mehr Versicherer setzen auf so genannte Kinderpolicen mit Laufzeiten bis zu 65 Jahren, und stellen den Eltern traumhafte Renditen sowie Auszahlungen in Millionenhöhe in Aussicht.

Verbraucherschützer sehen die Produkte jedoch skeptisch. „Die Angebote sind fragwürdig, und wenn es um den Vermögensaufbau geht, gibt es weitaus bessere Anlagemöglichkeiten“, sagt Thomas Dambier vom Magazin „Finanztest“ der Stiftung Warentest.

Oft hohe Renditeversprechen

Rund ein Dutzend Kinderpolicen werden zurzeit angeboten. Dabei schließen Eltern oder Verwandte einen Vertrag ab, der später vom Versicherten selbst weitergeführt werden soll. Am Ende der Laufzeit kann er sich dann für eine Einmal-Auszahlung oder eine Privatrente entscheiden. Die Versicherungsmodelle sind je nach Anbieter unterschiedlich, zumeist handelt es sich jedoch um fondsgebundene Rentenversicherungen. Vielfach werden die Produkte mit weiteren Absicherungen wie Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen kombiniert.

Wenn es um die Rendite geht, sind die Anbieter nicht kleinlich. In ihren Beispielen präsentieren sie jährliche Wertsteigerungen bis zu 15 Prozent. So rechnet ein Versicherer vor, daß aus einem Monatsbeitrag von 75 Euro nach 60 Jahren 1,34 Millionen Euro werden können oder man wahlweise Anspruch auf 6.700 Euro Monatsrente hat.

Allerdings sieht das Beispiel bei dieser fondsgebundenen Rentenversicherung eine gleich bleibende Wertsteigerung von neun Prozent vor. Solche Prognosen sind nach Ansicht des Bundes der Versicherten (BdV) utopisch. Was die Kunden erwartet, hat der BdV am Beispiel-Angebot eines Versicherers geprüft. Dabei wurde für einen am 1. Januar 1996 geborenen Schüler eine fondsgebundene Rentenversicherung mit 57 Jahren Laufzeit abgeschlossen, die am 1. Februar 2004 begann. Inklusive einer Jahresrente von 5.400 Euro bei Schul- oder Erwerbsunfähigkeit betrug der Monatsbeitrag im ersten Jahr 13,03 Euro. Die Gesellschaft berechnet bis zum 26. Lebensjahr des Kindes (Monatsbeitrag dann 31,33 Euro) ein mögliches Fondsguthaben von 648.502 Euro.

Das gilt jedoch nur bei einer jährlichen Wertsteigerung von 15 Prozent. Geht man von einer derzeit wahrscheinlicheren Wertsteigerung von fünf Prozent aus, verspricht die Gesellschaft nach 57 Jahren nur einen Betrag von 20.341 Euro. Der Kunde hätte in dieser Zeit selbst 17.038,22 Euro einbezahlt.

Geldanlage und Versicherungsschutz trennen

„Bei Kinder-Policen sollte man unbedingt nachrechnen, eine empfehlenswerte Geldanlage sind sie nicht“, sagt BdV-Geschäftsführerin Lilo Blunck. Und auch die Absicherung des Todesfall-Risikos für Kinder sei unsinnig. Empfehlenswert seien eine Unfallversicherung mit Invaliditätsschutz für Kinder sowie eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei Studien- oder Berufsbeginn. „Wenn Eltern außerdem etwas für den Vermögensaufbau tun wollen, sollten sie auf herkömmliche Sparprodukte zurückgreifen“, rät Blunck.

Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hält nichts von Kinder-Policen. „Geldanlage und Versicherungsschutz sollten immer getrennt werden“, sagt Versicherungsexperte Wolfgang Scholl. Denn bei Kombinationsprodukten gehe die Absicherung immer zu Lasten des Vermögensaufbaus.

Die Experten kritisieren zudem die langen Laufzeiten der Versicherungen, bei denen ein vorzeitiger Ausstieg nur mit hohen Verlusten möglich ist. Immerhin wird in Deutschland fast jede zweite Lebensversicherung vorzeitig gekündigt. Zwar bieten einige Anbieter bei den Kinderpolicen Teilauszahlungen vor Versicherungsablauf an, doch ist auch dies mit Nachteilen verbunden. „Diese Flexibilität muß man sich nämlich mit einem Renditeverlust erkaufen“, sagt Finanztest-Experte Dambier.

Und ob eine Kinder-Police tatsächlich das Fundament für lebenslange Sicherheit ist, wie ein Anbieter wirbt, sollten diese doch besser selbst entscheiden. „Vielleicht wollen die Kinder mit ihrem Geld ja etwas ganz anderes machen,“ sagt Dambier.

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