23.06.2005 · Börsenturbulenzen nehmen keine Rücksicht auf Ferien. Derzeit geht es auf der Kurstafel zwar wieder aufwärts, doch ob der Trend anhält, bleibt abzuwarten. Wer ruhig in den Urlaub fahren will, sollte sein Depot absichern.
Zehn Prozent verlor der Dax im Sommer 2004. Wer aus einem längeren Urlaub zurückkehrte, für den war die Erholung beim Blick ins Depot möglicherweise gleich im Eimer. Experten geben Tips, wie Anleger den Schrecken vermeiden können.
Verkaufsmarken setzen
Vor Reisebeginn sollten Anleger bei möglichen Wackelkandidaten im Depot so genannte Stop-Loss-Kurse festgelegen. Damit verkauft die Bank oder der Finanzverwalter automatisch, wenn die Kurse der Papiere auf den festgelegten Wert stürzen. Investoren können damit bei plötzlich auftauchenden Problemen eines Unternehmens ihre Verluste begrenzen, ohne selbst unmittelbar eingreifen zu müssen. Umsonst ist die Verlustbremse zwar nicht, doch die paar Euro, die die Banken für die Einrichtung von Stop-Loss-Marken in der Regel verlangen, sind gut investiert. An der Börse Hamburg lassen sich sogar für Fonds Stop-Loss-Marken einrichten.
Einstiegspunkte fixieren
Das gleiche Prinzip gilt auch, wenn Anleger günstige Kaufchancen nutzen wollen. Mit einer Stop-Buy-Order wird automatisch die festgelegte Zahl Aktien oder Fondsanteile gekauft, wenn ein vorab bestimmter Kurs überschritten wird. Wird die Kaufmarke innerhalb einer Frist nicht erreicht, verfällt der Auftrag. Auch dieser Service ist nicht kostenlos.
Stellvertreter engagieren
Als zweitbeste Wahl kann eine Vollmacht mit entsprechenden Verhaltensanweisungen für einen zuverlässigen Freund oder Verwandten Ärger ersparen. Mit der schriftlichen Erlaubnis kann der Beauftragte zur Bank marschieren und in Krisensituationen die Notbremse ziehen. Verbraucherschützer raten, die Bank vorab über die Vollmacht zu informieren. Denn die Geldhäuser gehen auf Nummer sicher und verlangten eindeutige Nachweise, ein schnell geschriebener Zettel reicht da meist nicht.
Wie gesagt, ist dies aber nur die zweitbeste Lösung. Selbst wenn dr Stellvertreter erfahren ist und genügend Zeit für diese Aufgabe hat - Geld ist eine höchst subjektive Angelegenheit. Über nichts läßt sich trefflicher in Streit geraten und nichts hat mehr Freundschaften zerstört als der Streit ums Geld.
Kamera installieren
Die Beobachtung des Depots und der Börse vom Urlaubsort aus geht zwar zu Lasten der Erholung (in der Regel besonders dann, wenn man mit Famile unterwegs ist). Sie ist aber allemal besser als einer Vermögensvernichtung tatenlos zuzuschauen. Zwar sollte niemand den Strand zum externen Börsenplatz machen. Tauchen aber unvermittelt Probleme bei Unternehmen auf, sollte es die Möglichkeit geben zu reagieren. Statt auf die vermeintlich sicheren Tipps des Poolnachbarn zu hören, sollten sich Anleger zunächst gründlich über die Lage informieren, etwa im Internet oder über die Nachrichtenkanäle im Fernsehen.
Fernbedienung mitnehmen
Zeigt der Daumen beim einstigen Depotliebling nach unten, kann der Verkaufsauftrag an die Bank oder den Vermögensverwalter auch durchtelefoniert werden. Gleiches gilt natürlich für den Kaufauftrag. Dazu Depotnummer und Geheimzahl nicht vergessen. Noch einfacher geht es für Anleger, die online Zugriff auf ihr Konto haben: Im Hotel oder im nächsten Internet-Café ist die Order schnell abgesetzt.
Wichtig ist auch hier, sowohl Zugangscode wie auch einige der so genannten Transaktionsnummern (TANs) mit auf die Reise zu nehmen. Sie sollten aus Sicherheitsgründen jedenfalls voneinander getrennt verwahrt werden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |