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Geldanlage Frühjahrsputz im Fondsdepot

18.01.2007 ·  Wer mehrere Fonds hält, verliert schnell den Überblick. Deshalb wird es Zeit, das Depot auszumisten. Doch nach welchen Kriterien sollten Anleger dabei vorgehen?

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Schrank ausmisten, alte Klamotten zur Altkleidersammlung bringen, auch mal hinter dem Sofa saugen - im Januar wird gerne aufgeräumt, schließlich will man ohne Altlasten ins neue Jahr starten. Auch im Fondsdepot ist hin wieder Aufräumen angesagt. Doch nach welchen Kriterien sollten Anleger dabei vorgehen?

Die Analysten von e-fundresearch.com haben in einem aktuellen Beitrag einige Kriterien zusammengestellt. Zeit für einen Verkauf sei es, wenn der Anleger Geld benötigt, die Wertentwicklung des Fonds unterdurchschnittlich ist, die Fondskosten sehr hoch sind oder die Mischung im Depot nicht mehr den Wünschen entspricht.

Weg mit schlechten Fonds

Der erste Verkaufsgrund ist schnell abgehandelt: Wer das Geld benötigt, sei es, weil er in Rente geht oder vor einer großen Anschaffung steht, kann dazu natürlich einen Fonds verkaufen. Doch welchen?

Am ehesten wohl das Produkt, das den Anleger durch eine schlechte Wertentwicklung enttäuscht hat. „Liegt ein Fonds etwa über mehrere Zeiträume hinter dem Sektordurchschnittschnitt oder seiner individuellen Benchmark zurück, sollte man verkaufen“, schreiben die Analysten aus Wien.

Mit welchem Index vergleichen?

Auf zwei Punkte gelte es aber zu achten: „Erst eine konsistente Underperformance über kurz-, mittel- und langfristige Zeiträume zählt als ein klares Verkaufssignal.“ Wenn der Fonds zum Beispiel über ein, drei und fünf Jahre deutlich hinter dem Vergleichsindex liegt, ist das ein klares Zeichen.

Außerdem sei zu klären, welche Benchmark die richtige ist, schließlich könne jeder Fonds an mehreren Vergleichsindizes gemessen werden. Die Fondsdatenbank Lipper führe derzeit mehr als 14.000 Indizes. „Der Einfachheit halber empfiehlt sich - besonders für Privatanleger - als Messlatte der jeweilige Sektordurchschnitt aller Fonds in dieser Kategorie.“

Zu teuer darf ein Fonds nicht sein

Neben einem enttäuschenden Abschneiden des Fonds gebe es aber auch noch andere Gründe für einen Verkauf: Zum Beispiel sehr hohe laufende Kosten, gemessen etwa an der Total Expense Ratio (TER).

„Obwohl diese Kennzahl nicht das alleinige Kriterium sein sollte, ist allgemein Skepsis gegenüber Fonds mit ungerechtfertigt hoher TER angebracht“, schreiben die Fondsexperten. Schließlich schmälere jedes Gebührenprozent den Ertrag des Investors. „Wer den langfristigen Zinseszins-Effekt kennt, weiß, warum Anleger um jedes Prozent bzw. auch um jedes Zehntelprozent kämpfen sollten.“

Das gesamte Portfolio im Blick behalten

Aber auch ein Verkauf von erfolgreichen Fonds könne im Einzelfall Sinn ergeben - dann nämlich, wenn die Gewichtung der Anlageklasse im Portfolio zu groß geworden ist.

„Wer zum Beispiel seit 2003 eine strategische Gewichtung von 50 Prozent Europa-Aktien und 50 Prozent Euro-Anleihen verfolgt, hätte heute aufgrund der guten Kursentwicklung von Aktien und dem relativ bescheidenen Abschneiden von Anleihen heute eine Gewichtung von 63 Prozent Aktien und 37 Prozent Anleihen“, so die Analysten. In diesem Fall sei zu überlegen, das Portfolio wieder an die ursprüngliche Ausrichtung anzupassen und Aktien zu verkaufen.

„Qualität ist wichtiger als Quantität“

Entscheidend sei es auch, im Portfolio auf eine ausgewogene Mischung der Anlagekategorien zu achten. „Innerhalb dieser sollten keinesfalls mehrere Fonds gekauft werden, die eine ähnliche Ausrichtung aufweisen“, schreiben die Analysten aus Wien. „Anstatt zum Fonds-Junkie zu werden, sollte man lieber nur vier bis sechs sich stark voneinander unterscheidende Fonds gezielt auswählen und diese dann gegebenenfalls länger halten.“

Laut empirischen Studien seien mehr als zehn verschiedene Fonds nicht sinnvoll, da dadurch das gesamte Portfoliorisiko kaum mehr sinke. „Zudem verliert der Anleger bei zu vielen Einzelfonds schnell den Überblick, weshalb ein regelmäßiger 'Frühjahrsputz' im Portfolio nicht schaden kann“, raten die Experten. Denn: „Qualität ist bei Fonds wichtiger als Quantität.“

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