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Geldanlage ETF-Sparpläne sind verglichen mit Fonds nicht immer die bessere Wahl

 ·  Die Bundesregierung überlegt, Investmentsparpläne steuerlich zu fördern. Die ETF-Branche reibt sich bereits die Hände. Laut Scope Research zeigt ein Vergleich mehrere Sparpläne jedoch: Nicht immer haben passive Investments die Nase vorn.

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Die so genannten Exchange Traded Funds haben in den vergangenen Jahren so stark in der Gunst der Anleger gewonnen wie vermutlich sonst kaum ein anderes Anlageprodukt. Dahinter verbergen sich börsengehandelte Fonds, die einen bestimmten Index abbilden. Sie werden deshalb auch als passive Indexfonds bezeichnet. Traditionelle Fonds versuchen dagegen mit einem aktiven Management und Abweichungen von der Indexzusammensetzung den Markt zu schlagen.

Ihren Siegeszug antreten konnten die ETF deshalb, weil es vielen Fonds oft nicht gelingt, ihren Vergleichsindex zu schlagen. Außerdem weisen Fonds verglichen mit den ETFs wegen dem größeren Managementaufwand oft eine höhere Gebührenstruktur auf. Denn neben den höheren Managementgebühren kommt bei aktiven Fonds normalerweise auch noch ein Ausgabeaufschlag hinzu, der die Gesamtrendite ebenfalls drückt.

Wegen dieser Pluspunkte können sich Experten vorstellen, dass ETFs auch künftig auf der Überholspur bleiben werden. Laut den Analysten von Scope Research könnte sich die bestehende Tendenz in den kommenden Jahren durchaus noch verstärkt fortsetzen.

Sparpläne sollen steuerlich gefördert werden

Ein weiterer Vorteil wäre es sicherlich, wenn die Bundesregierung tatsächlich bestehende Pläne umsetzen würde, wonach Investmentsparpläne steuerlich gefördert werden sollen. Allerdings würden davon nicht nur ETF-Sparpläne profitieren, sondern auch solche, die in klassische Investmentfonds investieren. Und bei Scope Research weist man darauf hin, dass die passiven Produkte nicht immer die bessere Wahl sind.

Konkret wird derzeit diskutiert, die bestehenden steuerlichen Förderungen der Lebens- und Rentenversicherungen auf Fondssparpläne auszuweiten. Das hätte zur Folge, dass bei einer Einzahlung in einen Fondssparplan von mindestens 12 Jahren bei Fälligkeit nach dem 60. Lebensjahr nur die Hälfte der Kapitalerträge besteuert würde.

Vertreter aus der ETF-Branche erhoffen sich von dieser angedachten steuerlichen Gleichsetzung von Fondssparplänen und Lebensversicherungen eine positive Entwicklung der Fondsbranche. Und natürlich setzen sie darauf, dass ETFs besondern profitieren werden, weil sie als besonders kostengünstig und renditestark gelten.

Um zu überprüfen, ob ETFs verglichen mit aktiv gemanagten Fonds wirklich immer die bessere Wahl sind, hat Scope Analysis einen Vergleich der Investmentalternativen über die vergangenen zehn Jahre erstellt. Im Mittelpunkt stand dabei die Assetklasse „Global anlegende Aktienfonds“. Verglichen wurden drei Sparpläne mit einer monatlichen Einzahlung von je 100 Euro. Der erste investiert in einen ETF auf den MSCI World, der zweite bezieht sich auf den Durchschnitt aller Fonds, die über diese Laufzeit existiert haben, und der dritte legt die durchschnittliche Performance der Fonds zugrunde, die zu den 25 Prozent der besten in dieser Zeit zählten.

Rechnung geht nicht immer zugunsten der ETFs auf

Die Rechnung zeigt: Tatsächlich erreichte der MSCI World im Vergleich zum Durchschnitt aller Fonds eine Outperformance. Ein Investment in diesen Index hätte dem Anleger 1.718 Euro mehr eingebracht. Zurückzuführen ist das auch darauf, dass bei dem Sparplan mit Investition in aktive Fonds ein Ausgabeaufschlag von fünf Prozent eingerechnet wurde.

Anders sieht das Bild laut Scope Analysis bei einem Vergleich des MSCI-Index mit den Top-Fonds aus: Mit einem Investment in die besten Fonds hätten Anleger am Ende 1.753 Euro mehr in der Tasche gehabt als mit dem ETF auf den Welt-Index (Euro) als Investitionsziel. Die Hypothese, dass aktive Fonds den Markt langfristig nicht schlagen können, trifft in diesem Fall also nicht zu. Außerdem wird ersichtlich, dass der Erfolg eines Sparplans mit der richtigen Wahl der Fonds steht und fällt. „Manager-Selektion“ heißt hier das Zauberwort, mit dem aber nur wenige Anleger umgehen können. Geschuldet ist das der niedrigen Informationsqualität in der Branche.

Die Experten von Scope Analysis kommen deshalb zu dem folgenden Schluss: „Steuererleichterung hin oder her - sie würde nicht nur ETFs, sondern auch alle anderen Investmentfonds besser stellen. Ein komparativer Vorteil allein für ETFs ergäbe sich dadurch nicht. Und schlussendlich ist die strategische Wahl eines ETF-Sparplans nicht immer die beste.“

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @JüB
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