19.04.2004 · Das Online-Banking hat sich durchgesetzt. Beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren streuen allerdings die Gebühren recht deutlich. Für aktive Anleger dürfte sich ein Vergleich lohnen.
Das Internet verbreitet sich immer weiter. Und das nicht ohne Grund. Denn bei vielen Dingen ist es einfach nur praktisch, sich kurz in Netz zu begeben. Sei es, um sich über das Wetter zu informieren, die aktuellen Nachrichten abzurufen oder auch um schnell die Lösung für ein Problemchen zu finden. Es gibt beinahe zu jedem Bereich eine entsprechende Interessengruppe im Netz, über die man innerhalb kürzester Zeit Tips und Tricks für alles erdenkliche einholen kann.
Und nicht nur das. Bei manchen Tätigkeiten ist es mittlerweile beinahe schon normal geworden, sie über das Internet durchzuführen. Beispielsweise Bankgeschäfte. Mehr als 80 Prozent der Kunden privater Banken führen ihre Girokonten vom Computer aus. Das Online-Banking sei weiterhin sehr beliebt, erklärte jüngst der Bundesverband deutscher Banken.
Online-Konten sind weitgehend etabliert
Nach den zweistelligen Wachstumsraten der vergangenen Jahre habe die Zahl der Online-Konten mit 12,4 Millionen zum Jahresende 2003 das hohe Niveau des Vorjahres bestätigt. "Zum Standard des Online-Bankings gehörten nicht nur Angebotsvergleiche etwa für Kredite oder Baufinanzierungen, sondern auch Kontostandsabfragen, Überweisungen sowie die Abwicklung von Daueraufträgen.
Auch der Kauf und Verkauf von Wertpapieren via Online-Verbindung gehöre zum Angebot im Netz. „Im allgemeinen sind Finanztransaktionen, die online abgewickelt werden, preiswerter als Geschäfte am Bankschalter,“ hieß es weiter. Nichts desto Trotz gibt es in diesem Bereich noch deutliche Unterschiede. Einmal was die detaillierte Ausgestaltung der angebotenen Varianten angelangt, aber auch mit Blick auf die Gebühren.
Vor allem für Kunden, die ab und an auch einmal Orders mit mehr als 5.000 Euro an der Börse handeln wollen, können die Unterschiede ins Gewicht fallen. Das zeigt zumindest ein Vergleich zwischen mehreren selektiv gewählten Direktbanken (siehe Graphik). Bei einer Order im Höhe von 10.000 Euro beträgt die reine Handelsgebühr beim günstigsten Anbieter nur 30 Prozent des teuersten Anbieters, innerhalb der getroffenen Auswahl. Das ist doch ein recht deutlicher Unterschied bei vergleichbarer Leistung.
Es gibt zwar immer wieder Argumente, nach denen solche Rechnereien Haarspalterei seien. Wer allerdings häufiger handelt, läßt im Laufe der Zeit bei einer teureren Bank ein größeres Sümmchen liegen, als bei einer günstigen. Dazu kommt, daß eine Transaktion immer erst mit einem Kauf und einem Verkauf abgeschlossen ist. Es fallen also immer gleich die doppelten Gebühren an. Außerdem sind es nicht die einzigen Kosten. Denn je nach gewähltem Handelsplatz fällt die Geld-Brief-Spanne unterschiedlich aus - weitere indirekte Kosten.
„Extrakosten“ für Teilausführungen und Limitänderungen sind ärgerlich
Oft kommt es auch zu so genannten Teilausführungen. Das heißt, ein Wertpapierauftrag wird nicht mit einer, sondern zwei oder gar mehreren Gegenparteien ausgeführt. Nicht selten werden aber die Teilausführungen einzeln abgerechnet und schlagen in der „Spesensumme“ ganz schön zu Buche. Mit entsprechendem Ärger für die Anleger.
Wichtig sind auch die Kosten, die für die Aufgabe, die Änderung oder Annullierung limitierter Aufträge anfallen. Denn auch sie gehen ganz schön ins Geld, wenn ein Anleger rege damit arbeitet. Beispielsweise bei der regelmäßigen Anpassung von Stopp-Loss-Orders auf dem Weg einer Aktie nach oben. In diesem Fall macht er zwar Gewinne und kann solche Gebühren „locker“ verschmerzen. Aber wieso sollte er, wenn er es bei einer anderen Bank günstiger haben kann?
Insgesamt schneiden bei den Grundgebühren und den Limitgebühren die Citibank und Sino vergleichsweise gut ab. Sino hat den zusätzlichen Vorteil, daß Teilausführungen von Aufträgen nicht gesondert abgerechnet werden. Aber das läßt sich auch durch die Wahl eines geeigneten Börsenplatzes - zum Beispiel Stuttgart - weitgehend ausschließen. Für manche Anleger mögen auch das Angebot an Anleihen, Fonds oder die Höhe der Verzinsung des Kontos eine Rolle spielen. Aber die Breite des Angebots spricht noch nicht für dessen Qualität. Und das Angebot an Anleihen ist sehr breit und in der Regel nur im Telefonhandel zugänglich. Insgesamt läßt sich kein Angebot finden, das überall die besten Konditionen bietet. In diesem Sinne könnte es ratsam sein, mehrere Depots für unterschiedliche Zwecke einzurichten. Eines für die Aktien und eines für Festgelder, Fonds, Anleihen et cetera.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |