07.12.2006 · Europäische Fonds werden zumindest im Durchschnitt immer teurer. Nach einer Analyse des ZEW ist die Summe der laufenden Fondskosten (TER) als Prozentsatz des Fondsvolumens zwischen 2001 und 2005 von 1,22 auf 1,3 Prozent gestiegen.
Die Gesamtkostenquote europäischer Anlagefonds, auch Total Expense Ratio oder kurz TER genannt, ist in den vergangenen Jahren im Durchschnitt gestiegen. Das zeigt eine Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim, die im Auftrag der Europäische Kommission durchgeführt wurde und die 14 EU-Länder umfaßt.
Im europäischen Durchschnitt erhöhte sich die Kennzahl, die die Summe der laufenden Fondskosten als Prozentsatz des durchschnittlichen Fondsvolumens innerhalb eines Geschäftsjahres ausdrückt, in den Jahren von 2001 bis 2005 von 1,22 auf 1,3 Prozent.
Aktienfonds: Gesamtkosten in Frankreich, Großbritannien und Deutschland legen zu
Das ZEW legt seiner Analyse für alle in die Betrachtung einbezogenen EU-Länder die gleiche und über den Untersuchungszeitraum hinweg konstant bleibende Portfoliostruktur zugrunde: Aktienfonds 55 Prozent, Anleihefonds 15 Prozent, Geldmarktfonds 20 Prozent, Mischfonds sieben Prozent und Dachfonds drei Prozent. Diese Aufteilung entspräche der durchschnittlichen Fondsallokation in Europa im Jahr 2001, heißt es.
Seit dem Jahr 2001 sind die Gebühren, die den Ausgabeaufschlag nicht enthalten, für das Musterportfolio in Deutschland, Großbritannien, Österreich, den Niederlanden, Dänemark und Polen gestiegen. Spanien ist das einzige Land, in dem die Fondskosten im gesamten Untersuchungszeitraum kontinuierlich gesunken sind. Allerdings bleibt Spanien neben Italien nach wie vor eines der teuersten Länder für die Fondsanleger. Auf Grund der relativ niedrigeren Kosten in Finnland, Schweden, Belgien und den Niederlanden wird oft von einem Nord-Süd-Gefälle bei der Betrachtung der durchschnittlichen TERs gesprochen. Eine Ausnahme ist der französische Markt, der durch ein konstantes, relativ niedriges Kostenniveau gekennzeichnet ist.
Leicht sinkende Kosten hat das ZEW für 2004 und 2005 für das Portfolio aus Fonds identifiziert, die in Luxemburg und Irland beheimatet sind und europaweit vertrieben werden. Allerdings sind die Gebühren für dieses Portfolio weiterhin höher als im EU-Durchschnitt.
Die Analyse der Aktienfonds ergab einen leichten Anstieg des europäischen Durchschnitts der TER von 1,59 Prozent im Jahr 2001 auf 1,73 Prozent im Jahr 2005. Diese Zunahme ist insbesondere auf die gestiegenen Gesamtkosten in Frankreich, Großbritannien und Deutschland zurückzuführen. Die höchsten durchschnittlichen Gebühren mit teilweise mehr als zwei Prozent weisen Aktienfonds in Spanien, Luxemburg und Italien auf. Die TER in den zwei wichtigen Aktienfondsmärkten Irland und Luxemburg ist seit 2003 gesunken, dabei sind die Fonds in Irland deutlich günstiger als die in Luxemburg.
Nord-Süd-Gefälle bei der Betrachtung der durchschnittlichen TER
Die Kosten für Anleihenfonds in Europa sind seit dem Jahr 2001 im Durchschnitt von 0,89 Prozent auf 0,86 Prozent marginal gesunken. Am stärksten sanken die Kosten in Spanien mit 40 Basispunkten, gefolgt von Irland mit 30 Basispunkten. Die Anleihefonds in Großbritannien befinden sich im Gegensatz zu den Aktienfonds zusammen mit den Fonds in Italien und Irland im oberen Kostenbereich. Im Jahr 2005 waren mit 0,58 Prozent belgische Rentenfonds sowie mit 0,59 Prozent schwedische und österreichische Produkte am günstigsten, obwohl sich österreichische Fonds in den vergangenen Jahren leicht verteuert haben.
Bei dern mit dem verwalteten Fondsvermögen gewichteten TER für Geldmarktfonds fällt neben dem allgemein niedrigen Niveau der durchschnittlichen Kostenquote von 0,4 Prozent im Jahr 2005, der Trend zu moderat sinkenden Gebühren in den meisten Ländern auf. Ferner zeigt sich bei einem Ländervergleich ein ähnliches Bild wie für Aktien- und Anleihenfonds: Französische und österreichische Produkte liegen mit 0,25 Prozent und 0,33 Prozent im unteren Gebührensegment. Besonders teuer sind spanische und italienische Produkte mit 0,97 beziehungsweise 0,72 Prozent.
Die regional teilweise hohen und vor allem auch steigenden Kostenquoten bei Aktienfonds lassen Indexfonds immer attraktiver werden. Denn Untersuchungen zeigen immer wieder, daß teuere Fonds nicht gleichzeitig gut sein müssen. Nicht selten gehören sie trotz - oder möglicherweise gar wegen - der hohen Kosten zu den schlechteren. Fragt sich nur, wieso sich der Anleger solche Anteile ins Depot legen sollte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |