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Fremdwährungsrisiken : Währungsabsicherung zahlt sich aus

Trotz „Krisenwährung“: Analysten der Commerzbank sehen aktuell ein günstiges Umfeld für den Dollar Bild: dpa

Immer mehr Anleger sichern sich gegen Fremdwährungsrisiken ab: Spezialisierte Indexfonds verzeichnen deutliche Zuflüsse. Aus europäischer Sicht bleiben Schwellenländerwährungen riskant.

          Die Absicherung gegenüber Fremdwährungsrisiken hat sich zumindest im bisherigen Jahresverlauf für Anleger gelohnt. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg haben in Nordamerika ansässige spezialisierte Indexfonds mit Währungsabsicherung im bisherigen Jahresverlauf deutliche Zuwächse erzielt: Ihr Volumen stieg von 22 auf 32,5 Milliarden Dollar. Der Zuwachs ergibt sich nicht nur aus der Akquisition neuer Anlegergelder durch das Fondsmanagement, sondern auch durch gute Anlageergebnisse. Aber auch viele andere traditionelle aktiv gemanagte Fonds mit internationaler Ausrichtung setzen Absicherungen gegen Währungsrisiken ein.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Das Interesse an solchen Absicherungen hat seit der Ankündigung der amerikanischen Notenbank Fed, das Volumen ihrer Anleihekäufe reduzieren zu wollen, zugenommen. Die Aussicht auf eine weniger lockere Geldpolitik hat Fondsmanager dazu bewogen, eine Aufwertung des Dollar in ihr Kalkül einzubeziehen. Diese Aufwertung hat sich in den vergangenen Wochen gegenüber Schwellenländerwährungen wie der Rupie oder der türkischen Lira auf spektakuläre Weise vollzogen, aber bisher nicht gegenüber dem Euro.

          Ein Argument für den Dollar

          Das Kursverhältnis zwischen den beiden führenden Währungen der Welt schwankt seit Monaten nur geringfügig um 1,30 Dollar je Euro. Auch wenn die Erwartungen der Dollar-Haussiers hier bisher getrogen haben, sind sie nicht entmutigt. So sehen die Analysten der Commerzbank in der Krise in den Schwellenländern und den politischen Spannungen wegen Syrien ein sehr günstiges Umfeld für den Dollar, der seit Jahrzehnten das Attribut einer „Krisenwährung“ besitzt. Auch geht die Commerzbank davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) weniger schnell ihre Geldpolitik straffen wird als die Fed. Auch dies wäre ein Argument für den Dollar.

          Die Stärke der amerikanischen Wirtschaft werde zu einem wichtigeren Thema am Devisenmarkt, sagen die Analysten der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley voraus. Auch sie betrachten den Euro gegenwärtig als überbewertet; für das zweite Quartal 2014 haben sie ein Kursziel von 1,22 Dollar je Euro ermittelt. Schwellenländerwährungen trauen sie nach dem jüngsten Fall eine Zwischenerholung zu, aber für sie ist die Krise der Schwellenländer noch nicht vorüber.

          Für Anleger aus dem Euroraum ist es komplizierter

          Aus der Sicht eines amerikanischen Anlegers, der auf mittlere bis längere Sicht eine Aufwertung des Dollar gegenüber nahezu allen anderen Währungen erwartet, bieten sich Absicherungen am Devisenmarkt an. Für Anleger aus dem Euroraum ist es komplizierter. Euro-Anleger, die eine Aufwertung des Dollar erwarten, werden Anlagen in den Vereinigten Staaten nicht absichern wollen. Für Positionen in Schwellenländern ist es jedoch nicht einfach, eine Empfehlung zu geben.

          In den vergangenen 18 Monaten wurden europäischen Anlegern von vielen Beratern Anleihen aus Schwellenländern in Heimatwährung nahegelegt. Die Idee bestand darin, nicht nur einen höheren Zinskupon als in Europa zu vereinnahmen, sondern auch von einer erhofften Aufwertung der Schwellenländerwährungen gegenüber dem Euro zu profitieren. Diese Strategie hat sich zumindest aus heutiger Sicht in vielen Fällen nicht bewährt.

          Schwellenländer im „globalen Finanzsturm“

          Manche Analysten meinen, dass die Währungen der Schwellenländer sich nahe eines Tiefs bewegen und, wenn auch unter Schwankungen, auf mittlere Sicht gegenüber Euro und Dollar aufwerten sollten. Es gibt aber auch andere Auffassungen. So sieht der seit vielen Jahren mit den Devisenmärkten vertraute Londoner Hedgefondsmanager Stephen Jen die Schwellenländer inmitten eines „globalen Finanzsturms“.

          Die Krise dieser Länder befindet sich nach seiner Ansicht noch nahe an ihrem Anfang und keinesfalls nahe an ihrem Endes: „Die Anpassung nach zehn Jahren kontinuierlicher Kapitalzuflüsse und Kreditvergabe vollzieht sich nicht in zehn Wochen.“ Außerdem begännen viele Anleger erst zu erkennen, dass die wirtschaftlichen Fundamentaldaten vieler Schwellenländer schlecht seien. Wer diese Einschätzung teilt, wird Anlagen in Schwellenländern gegen Währungsschwankungen absichern wollen.

          Quelle: F.A.Z.

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