http://www.faz.net/-gv6-7h2kc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 30.08.2013, 20:16 Uhr

Fremdwährungsrisiken Währungsabsicherung zahlt sich aus

Immer mehr Anleger sichern sich gegen Fremdwährungsrisiken ab: Spezialisierte Indexfonds verzeichnen deutliche Zuflüsse. Aus europäischer Sicht bleiben Schwellenländerwährungen riskant.

von
© dpa Trotz „Krisenwährung“: Analysten der Commerzbank sehen aktuell ein günstiges Umfeld für den Dollar

Die Absicherung gegenüber Fremdwährungsrisiken hat sich zumindest im bisherigen Jahresverlauf für Anleger gelohnt. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg haben in Nordamerika ansässige spezialisierte Indexfonds mit Währungsabsicherung im bisherigen Jahresverlauf deutliche Zuwächse erzielt: Ihr Volumen stieg von 22 auf 32,5 Milliarden Dollar. Der Zuwachs ergibt sich nicht nur aus der Akquisition neuer Anlegergelder durch das Fondsmanagement, sondern auch durch gute Anlageergebnisse. Aber auch viele andere traditionelle aktiv gemanagte Fonds mit internationaler Ausrichtung setzen Absicherungen gegen Währungsrisiken ein.

Gerald Braunberger Folgen:

Das Interesse an solchen Absicherungen hat seit der Ankündigung der amerikanischen Notenbank Fed, das Volumen ihrer Anleihekäufe reduzieren zu wollen, zugenommen. Die Aussicht auf eine weniger lockere Geldpolitik hat Fondsmanager dazu bewogen, eine Aufwertung des Dollar in ihr Kalkül einzubeziehen. Diese Aufwertung hat sich in den vergangenen Wochen gegenüber Schwellenländerwährungen wie der Rupie oder der türkischen Lira auf spektakuläre Weise vollzogen, aber bisher nicht gegenüber dem Euro.

Ein Argument für den Dollar

Das Kursverhältnis zwischen den beiden führenden Währungen der Welt schwankt seit Monaten nur geringfügig um 1,30 Dollar je Euro. Auch wenn die Erwartungen der Dollar-Haussiers hier bisher getrogen haben, sind sie nicht entmutigt. So sehen die Analysten der Commerzbank in der Krise in den Schwellenländern und den politischen Spannungen wegen Syrien ein sehr günstiges Umfeld für den Dollar, der seit Jahrzehnten das Attribut einer „Krisenwährung“ besitzt. Auch geht die Commerzbank davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) weniger schnell ihre Geldpolitik straffen wird als die Fed. Auch dies wäre ein Argument für den Dollar.

Die Stärke der amerikanischen Wirtschaft werde zu einem wichtigeren Thema am Devisenmarkt, sagen die Analysten der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley voraus. Auch sie betrachten den Euro gegenwärtig als überbewertet; für das zweite Quartal 2014 haben sie ein Kursziel von 1,22 Dollar je Euro ermittelt. Schwellenländerwährungen trauen sie nach dem jüngsten Fall eine Zwischenerholung zu, aber für sie ist die Krise der Schwellenländer noch nicht vorüber.

Für Anleger aus dem Euroraum ist es komplizierter

Aus der Sicht eines amerikanischen Anlegers, der auf mittlere bis längere Sicht eine Aufwertung des Dollar gegenüber nahezu allen anderen Währungen erwartet, bieten sich Absicherungen am Devisenmarkt an. Für Anleger aus dem Euroraum ist es komplizierter. Euro-Anleger, die eine Aufwertung des Dollar erwarten, werden Anlagen in den Vereinigten Staaten nicht absichern wollen. Für Positionen in Schwellenländern ist es jedoch nicht einfach, eine Empfehlung zu geben.

In den vergangenen 18 Monaten wurden europäischen Anlegern von vielen Beratern Anleihen aus Schwellenländern in Heimatwährung nahegelegt. Die Idee bestand darin, nicht nur einen höheren Zinskupon als in Europa zu vereinnahmen, sondern auch von einer erhofften Aufwertung der Schwellenländerwährungen gegenüber dem Euro zu profitieren. Diese Strategie hat sich zumindest aus heutiger Sicht in vielen Fällen nicht bewährt.

Schwellenländer im „globalen Finanzsturm“

Manche Analysten meinen, dass die Währungen der Schwellenländer sich nahe eines Tiefs bewegen und, wenn auch unter Schwankungen, auf mittlere Sicht gegenüber Euro und Dollar aufwerten sollten. Es gibt aber auch andere Auffassungen. So sieht der seit vielen Jahren mit den Devisenmärkten vertraute Londoner Hedgefondsmanager Stephen Jen die Schwellenländer inmitten eines „globalen Finanzsturms“.

Die Krise dieser Länder befindet sich nach seiner Ansicht noch nahe an ihrem Anfang und keinesfalls nahe an ihrem Endes: „Die Anpassung nach zehn Jahren kontinuierlicher Kapitalzuflüsse und Kreditvergabe vollzieht sich nicht in zehn Wochen.“ Außerdem begännen viele Anleger erst zu erkennen, dass die wirtschaftlichen Fundamentaldaten vieler Schwellenländer schlecht seien. Wer diese Einschätzung teilt, wird Anlagen in Schwellenländern gegen Währungsschwankungen absichern wollen.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Rohstoffe Rekordhohe Zuflüsse in Goldfonds

Investitionen in Gold-Indexfonds haben im ersten Halbjahr 2016 eine Rekordhöhe erreicht. Die Entwicklung seit Anfang Juli mahnt jedoch zur Vorsicht. Mehr Von Kerstin Papon

27.07.2016, 18:22 Uhr | Finanzen
Nach dem Brexit Finanzplatz Frankfurt wittert die große Chance

Noch 2015 war die City of London laut des Statistischen Bundesamts der bedeutendste Finanzplatz der Welt. Vor New York, Hongkong, Singapur. Das deutsche Finanzzentrum Frankfurt dagegen liegt auf Platz 14. Zweitklassig, ein bisschen provinziell wirkt Frankfurt am Main gegenüber den gigantischen Finanzmetropolen der Welt. Doch mit dem Brexit könnte sich das ändern. Mehr

06.07.2016, 17:07 Uhr | Finanzen
Marktbericht Commerzbank-Zahlen und Stresstest machen Anleger nervös

Der Dax ist am Dienstag etwas fester aus dem Handel gegangen. Die Anleger blieben aber aus Angst vor Milliardenlöchern in den Bilanzen europäischer Banken skeptisch. Die Commerzbank-Aktie war mit mehr als 6 Prozent im Minus der Verlierer des Tages. Mehr

26.07.2016, 18:31 Uhr | Finanzen
Schrumpfende Kapitalquote Was soll ein Anleger mit Commerzbank-Aktien machen?

Eine überraschend gesunkene Eigenkapitalquote und ein Gewinneinbruch der Commerzbank hat nicht nur deren Aktionäre auf dem falschen Fuß erwischt. Die Sorgen um deutsche Banken nehmen vor der Ergebnisveröffentlichung des Stresstests wieder zu. Mehr

26.07.2016, 12:24 Uhr | Finanzen
Nachfrage sinkt Konjunktursorgen und Überangebot belasten Ölpreis

Die Nordseesorte Brent fällt unter 45 Dollar je Barrel. Spekulationen auf einen Anstieg lassen dementsprechend nach - aus zwei ganz bestimmen Gründen. Mehr Von Markus Frühauf

26.07.2016, 06:21 Uhr | Finanzen
Name Kurs %
Carmignac Patrimoine A € Acc -- --
DWS Top Dividende LD -- --
Deka-ImmobilienEuropa -- --
FvS Sic Multiple Opp R -- --
Ethna-AKTIV A -- --