http://www.faz.net/-gv6-8wcnd

Brexit : Frankfurt ist nicht attraktiv für Londons Banker

Londons Banker können sich am ehesten Dublin als Zweitwohnsitz vorstellen. Bild: Reuters

Wohin zieht es die Londoner Banker, wenn sie die britische Hauptstadt verlassen müssen? Das hat die Online-Umzugsplattform Movinga untersucht - mit überraschenden Ergebnissen.

          Es ist ein Thema, auch wenn noch nichts passiert ist. Verliert London wirklich seinen Status als europäische Finanzmetropole? Auch wenn die britische Regierung am Mittwoch den Austritt aus der Europäischen Union offiziell einleiten wird, ist das noch nicht ausgemacht.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Viele Menschen beschäftigen sich aber schon damit, wo die Londoner Banker dann hinziehen werden. Ins manchen als provinziell geltende Frankfurt? Oder doch eher an den Eiffelturm? Oder etwa ins kostengünstigere Polen?

          Reinigung, Cocktails, ÖPNV

          Dass sich Umzugsunternehmen auch mit diesem Thema befassen, überrascht nicht. Schließlich wäre der (pardon) „Brexodus“ aus London eine gute Einnahmequelle, wird doch der Banker sicher nicht die Möbel selbst in den Miet-Laster packen.

          Die Online-Umzugsplattform Movinga hat untersucht, wo es die künftig ehemaligen Londoner hin verschlagen könnte. Ausschlaggebend war hier weniger, wo die Banken ihren künftigen Sitz sehen, sondern in welcher Zweit-Heimat sich die Banker am wohlsten fühlen könnten: Wie steht es mit den englischen Sprachkenntnissen der Einheimischen? Was kosten Top-Zweiraumwohnungen in zentraler Lage? Und wie hoch ist der Spitzensteuersatz? Neben solche zentralen Fragen spielten auch die Kosten eines Reinigungsservices für Wohnungen und Anzüge, für das Fitnessstudio oder für Abend-Cocktails eine Rolle.

          Der beste Ort ist unter diesen Umständen nicht weit, der Weg führt gerade mal über die irische See nach Dublin. Die Vorteile der Hauptstadt Irlands liegen auf der Hand: Nur 70 Minuten Flugzeit nach London, Englisch ist Landessprache, der öffentliche Nahverkehr kostet wenig und die Mieten sind moderat. Nur in Brüssel sind diese noch deutlich billiger, doch da ist es mit dem Englisch nicht so weit her. Und die Anzugreinigung ist vergleichsweise teuer.

          Platz zwei geht an Amsterdam, obwohl die Banker für saubere Anzüge hier doch recht tief in die Tasche greifen müssen. Dafür besticht die niederländische Hauptstadt mit guten Englischkenntnissen und geringer Entfernung. Chancenlos scheint dagegen Mailand zu sein: teuer, zu weit weg und wenig Englisch. Da hilft auch die billige Reinigung nicht.

          Und Frankfurt? Ach ja, Frankfurt. Die Mainmetropole bringt es auf Platz sechs, noch hinter dem maltesischen Valletta und Luxemburg. Warum? Egal wo, Frankfurt ist Mittelmaß. Und billiger ÖPNV hat noch keinen Banker von der Themse an den Main gelockt. Auch nicht der billige Putzdienst nach Hamburg.

          Nach Brexit-Votum : Wird Frankfurt Europas neues Finanzzentrum?

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Selbstbezogen und selbstzufrieden: Donald Trump (hier bei einem Football-Match am 8. Januar 2018, während die Nationalhymne gesungen wird).

          Trumps Politik : Das amerikanische Wirtschaftswunder

          Anders als von vielen erwartet geht es der Wirtschaft in Amerika heute ziemlich gut. Davon profitiert auch der einfache Arbeiter. Wie stabil ist das wohl alles?
          Außenminister Sigmar Gabriel: „Am kommenden Sonntag schaut nicht nur Europa gebannt auf den SPD-Parteitag.“

          SPD vor dem Parteitag : Gabriel: „Die Welt schaut auf Bonn“

          Martin Schulz kämpft in Düsseldorf vor Parteitagsdelegierten um die Erlaubnis für Groko-Verhandlungen. Auch Sigmar Gabriel redet seiner Partei ins Gewissen – und spricht von einer weltweiten Hoffnung auf die Sozialdemokraten.
          Dunkle Wolken am Dienstag über Bonn: Stürmische Tage stehen bevor

          Tief „Friederike“ : Deutschland drohen stürmische Tage

          Das Tief „Friederike“ hat es in sich: Für Mittwoch erwarten die Metereologen kräftigen Wind, Schnee und Glätte. Am Donnerstag muss sogar mit Orkanböen gerechnet werden – eine Region bleibt allerdings verschont.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.