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Veröffentlicht: 28.03.2017, 15:01 Uhr

Brexit Frankfurt ist nicht attraktiv für Londons Banker

Wohin zieht es die Londoner Banker, wenn sie die britische Hauptstadt verlassen müssen? Das hat die Online-Umzugsplattform Movinga untersucht - mit überraschenden Ergebnissen.

von
© Reuters Londons Banker können sich am ehesten Dublin als Zweitwohnsitz vorstellen.

Es ist ein Thema, auch wenn noch nichts passiert ist. Verliert London wirklich seinen Status als europäische Finanzmetropole? Auch wenn die britische Regierung am Mittwoch den Austritt aus der Europäischen Union offiziell einleiten wird, ist das noch nicht ausgemacht.

Martin Hock Folgen:

Viele Menschen beschäftigen sich aber schon damit, wo die Londoner Banker dann hinziehen werden. Ins manchen als provinziell geltende Frankfurt? Oder doch eher an den Eiffelturm? Oder etwa ins kostengünstigere Polen?

Reinigung, Cocktails, ÖPNV

Dass sich Umzugsunternehmen auch mit diesem Thema befassen, überrascht nicht. Schließlich wäre der (pardon) „Brexodus“ aus London eine gute Einnahmequelle, wird doch der Banker sicher nicht die Möbel selbst in den Miet-Laster packen.

Die Online-Umzugsplattform Movinga hat untersucht, wo es die künftig ehemaligen Londoner hin verschlagen könnte. Ausschlaggebend war hier weniger, wo die Banken ihren künftigen Sitz sehen, sondern in welcher Zweit-Heimat sich die Banker am wohlsten fühlen könnten: Wie steht es mit den englischen Sprachkenntnissen der Einheimischen? Was kosten Top-Zweiraumwohnungen in zentraler Lage? Und wie hoch ist der Spitzensteuersatz? Neben solche zentralen Fragen spielten auch die Kosten eines Reinigungsservices für Wohnungen und Anzüge, für das Fitnessstudio oder für Abend-Cocktails eine Rolle.

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Der beste Ort ist unter diesen Umständen nicht weit, der Weg führt gerade mal über die irische See nach Dublin. Die Vorteile der Hauptstadt Irlands liegen auf der Hand: Nur 70 Minuten Flugzeit nach London, Englisch ist Landessprache, der öffentliche Nahverkehr kostet wenig und die Mieten sind moderat. Nur in Brüssel sind diese noch deutlich billiger, doch da ist es mit dem Englisch nicht so weit her. Und die Anzugreinigung ist vergleichsweise teuer.

Platz zwei geht an Amsterdam, obwohl die Banker für saubere Anzüge hier doch recht tief in die Tasche greifen müssen. Dafür besticht die niederländische Hauptstadt mit guten Englischkenntnissen und geringer Entfernung. Chancenlos scheint dagegen Mailand zu sein: teuer, zu weit weg und wenig Englisch. Da hilft auch die billige Reinigung nicht.

Und Frankfurt? Ach ja, Frankfurt. Die Mainmetropole bringt es auf Platz sechs, noch hinter dem maltesischen Valletta und Luxemburg. Warum? Egal wo, Frankfurt ist Mittelmaß. Und billiger ÖPNV hat noch keinen Banker von der Themse an den Main gelockt. Auch nicht der billige Putzdienst nach Hamburg.

© Tourismus+Congress GmbH Frankfurt /H. Noll, Deutsche Welle Wird Frankfurt Europas neues Finanzzentrum?
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