19.10.2006 · Eine aktuelle Untersuchung läßt kein gutes Haar an Garantiefonds: Der durchschnittliche Ertrag ist mickrig, die Kapitalgarantie zum Laufzeitende sorgt für hohe Kosten. Auf manchem Tagesgeldkonto ist das Geld wohl besser aufgehoben.
Garantiefonds dürfen als Erfolgsgeschichte gelten - zumindest was den Absatz dieser Produkte anbelangt: Ende 2000 gab es in Deutschland, Österreich und der Schweiz erst 13 Garantiefonds, inzwischen sind es mehr als 200.
„Anleger wollen Sicherheit“, lautet die Erklärung der Fondsanalysten von e-fundresearch.com, die die Fonds einer Performance-, Kosten- und Risikoprüfung unterzogen haben. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Fonds sind vergleichsweise teuer und bieten nur niedrige Renditen.
Schlechte Wertentwicklung
Doch von vorne: Durchschnittlich binden Anleger ihr Kapital in Garantiefonds für acht Jahre, ergab die Untersuchung. Weil die Kapitalgarantie meist nur zum Laufzeitende greift, seien Performance-Vergleiche während der Laufzeit eigentlich wenig sinnvoll, wie die Fondsanalysten aus Wien einräumen. Wer seine Anteile vor dem Ende der Laufzeit verkauft, hätte die Garantiekosten in Höhe von 0,4 bis 1,0 Prozent pro Jahr schließlich umsonst gezahlt.
Der Performance-Vergleich lohnt sich trotzdem, um Anlegern ein Gefühl zu geben, welche Rendite sie bei Garantiefonds erwarten können: nicht besonders viel. In den vergangenen fünf Jahren erzielten die 13 Garantiefonds, die schon über eine so lange Historie verfügen, im Schnitt nur zwei Prozent pro Jahr. „Die 40 Fonds, die eine Vier-Jahres-Historie aufwiesen, erzielten mit 3,7 Prozent über diesen Zeitraum kaum höhere Erträge“, schreiben die Analysten weiter. Die 153 Garantiefonds mit Zwölf-Monats-Historie kamen auf ein Plus von 4,4 Prozent. Das ist immer noch wenig, wenn man bedenkt, daß der MSCI World Index im gleichen Zeitraum 15,8 Prozent zulegte.
Nach Inflation bleibt kein Ertrag
Doch Anleger kaufen Garantiefonds ja nicht nur wegen der Rendite, sondern auch wegen der Kapitalgarantie. „Berücksichtigen sollten Anleger jedoch, daß nach einer durchschnittlichen Laufzeit von acht Jahren eine jährliche Inflationsrate von im Schnitt zwei Prozent den Kapitalwert um insgesamt 17 Prozent schmälert“, geben die Analysten zu bedenken. „Die in den letzten fünf Jahren erzielte Durchschnittsrendite von ebenfalls zwei Prozent pro Jahr hätte deswegen das Kapital inflationsbereinigt nicht vermehrt.“
Die durchschnittliche jährliche Volatilität aller Garantiefonds habe in den vergangenen beiden Jahren 4,8 Prozent betragen, das entspreche etwa jener von globalen Staatsanleihen gemessen am JP Morgan Global Government Bond Index.
Teurer als Anleihenfonds
Neben Rendite und Risiko sollten die Kosten für Anleger ein wichtiges Argument sein. Die jährliche Gesamtkostenbelastung (TER) betrage im Schnitt 1,41 Prozent pro Jahr. Aktiv verwaltete Aktienfonds kämen im Schnitt auf 1,63 Prozent, Anleihenfonds auf nur 0,9 Prozent. Das Fazit der Analysten: „Vor dem Hintergrund, daß die meisten Garantieprodukte überwiegend aus Anleihen bestehen, kann man Garantiefonds durchaus als teuer bezeichnen.“
Für eine kurzfristige Geldanlage dürfen Garantiefonds also als ungeeignet gelten, schließlich wirkt die Kapitalgarantie meist nur am Laufzeitende. Die Untersuchung des Wiener Analysehauses hinterfragt aber auch den längerfristigen Nutzen dieser Fondsgattung. Schließlich sei über einen Zeitraum von acht Jahren das Verlustrisiko bei reinen Aktieninvestments auch nicht sehr groß: In Dollar gerechnet habe der MSCI World Index in jeder der 29 roulierenden Acht-Jahres-Perioden seit 1970 mindestens einen Jahresertrag von 3,9 Prozent erwirtschaftet. „Da sich über lange Anlagezeiträume Kapitalmarktschwankungen meist aufheben, können Anleger also getrost auf den teuren 'Fallschirm' der Kapitalgarantie verzichten“, schreiben die Fondsanalysten.
Manches Tagesgeldkonto bringt mehr
Wer dennoch einen positiven Aspekt bei Garantiefonds sucht: Börsenpsychologisch könnten diese Produkte durchaus Sinn ergeben, mutmaßen die Analysten. „Wenn nämlich an der Börse gerade die Aktienkurse einbrechen, werden Privatanleger in der Regel nervös und verkaufen. Die Garantie zu Laufzeitende schafft aber Sicherheit und läßt die Anleger auch in diesen Zeiten noch ruhig schlafen. Im Endeffekt eignen sich Garantiefonds deswegen vor allem für Anleger mit wenig Erfahrung, Anlagedisziplin und schlechten Nerven.“
Diese Anleger könnten sich auch die aktuellen Festgeldkonditionen anschauen. Bei einer Laufzeit von fünf Jahren und mehr lassen sich durchaus wieder attraktive Zinsen erwirtschaften. Selbst manches Tagesgeldkonto bringt mehr ein als der durchschnittliche Garantiefonds in den vergangenen Jahren.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |