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Fondsvergleich DWS macht bei Europa-Mischfonds das Rennen

04.05.2006 ·  Die DWS führt dank einer hohen Aktienquote die FAZ.NET-Rangliste der besten dynamischen Europa-Mischfonds an. Doch auch die Performance konservativerer Produkte kann überzeugen. Sechs Fonds im Vergleich.

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In den vergangenen Monaten hat sich an der Börse für Fondsanleger eine aggressive Strategie ausgezahlt: Ganz vorne auf den Ranglisten stehen Gold- und Rohstoffonds. Bei den Länderfonds führt auf Sicht von vier Wochen Indonesien die Gewinnertabelle an. Für langfristig orientierte und etwas konservativere Anleger kommen solche Produkte allerdings höchstens als Beimischung in Frage. Besser geeignet scheinen Mischfonds, die neben Aktien auch in Anleihen und andere Anlageklassen investieren können.

FAZ.NET hat sechs dieser Fonds unter die Lupe genommen, die auf Wachstum aus sind und ihren Anlageschwerpunkt in Europa haben (siehe auch: FAZ.NET-Service: Mischfonds Europa). Die Ausrichtung dieser Produkte ist zum Teil sehr unterschiedlich. Manche Fonds sind stärker als andere, in allen Punkten überzeugen konnte aber keiner: Der eine Fonds ist zu wenig international, der andere investiert nur in Produkte der eigenen Gesellschaft; wieder ein anderer hält ein stolzes Fünftel des Vermögens als Liquidität.

„DWS Astra-Fonds“

Die FAZ.NET-Rangliste der dynamischen Mischfonds mit Anlageschwerpunkt Europa führt auf Sicht von drei Jahren der „Astra-Fonds“ der DWS an (siehe Tabelle). Der Wert dieses Fonds hat sich in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt. Der Fonds hat die Benchmark MSCI World in jedem der zurückliegenden fünf Jahre deutlich geschlagen.

Allerdings hat der Fonds eine recht hohe Aktienquote: den jüngsten Zahlen zufolge beträgt sie 86,5 Prozent. Manchem Anleger, der Mischfonds wegen der sicheren Rentenkomponente kauft, ist das wohl zuviel. Zur Zeit allerdings geht die Strategie auf - schließlich befinden sich die Aktien weiter auf dem Weg nach oben, während die Anleihen wegen tendenziell steigender Zinsen unter Druck geraten sind. Außerdem hat der Fonds einen deutlichen Deutschland-Schwerpunkt: Fast die Hälfte der Gelder sind in der Bundesrepublik investiert. Besonders international mutet das nicht an.

„Dit-Allianz Horizont 9+“

Der Dachfonds „Dit-Allianz Horizont 9+“, auf der FAZ.NET-Rangliste auf Platz zwei, trägt seinen Namen wegen der empfohlenen Anlagedauer von mindestens neun Jahren. Das Management kann bis zu 25 Prozent der Gelder in europäische Rentenfonds investieren, den Rest legt es in europäische Aktienfonds an.

Bei einem Blick auf die Fondsunterlagen stört vor allem eines: Die größten Werte im Portfolio sind - welch Wunder - Dit-Fonds. Der Fondsverwalter kauft also Produkte aus dem eigenen Haus und schaut nicht, ob er auf dem Markt nicht bessere Angebote finden kann. Die Performance der vergangenen drei Jahre spricht zwar für den Fonds, die Anleger sollten sich aber im Klaren darüber sein, daß sie ein Dit-Fondspaket kaufen und keine Auswahl der besten Produkte am Markt. Auf Sicht von fünf Jahren hat der Fonds übrigens 6,7 Prozent an Wert verloren, während das Konkurrenzprodukt der DWS 62,7 Prozent im Plus liegt.

„Axa Performance Invest“

Auf Sicht von fünf Jahren liegt der „Axa Performance Invest“ mit einem Wertverlust von 14,7 Prozent am Ende der FAZ.NET-Rangliste, die Performance der vergangenen drei Jahre aber bringt dem Fonds den dritten Platz ein.

Auch das Axa-Produkt ist übrigens ein Dachfonds, das Management investiert aber in Fonds verschiedener Gesellschaften wie Lupus Alpha, Fidelity, Gartmore, Franklin oder Templeton. Schwer verständlich ist angesichts der erwarteten Zinserhöhung, warum der Fondsverwalter im März die Rentenquote von unter 20 auf knapp 40 Prozent erhöht hat. Wohl auch deshalb liegt der Fonds auf Sicht von einem Monat nur 0,8 Prozent im Plus, während das DWS-Produkt 3,1 Prozent an Wert gewonnen hat.

„Fortis L Fund Strategy Growth SRI Europe“

Der „Fortis L Fund Strategy Growth SRI Europe“ ist unter neutralen Marktbedingungen zu 75 Prozent in Aktien und 25 Prozent in Unternehmensanleihen investiert, die „strenge ethische Anforderungen hinsichtlich der Menschenrechte, der Umwelt und aller Stakeholder erfüllen“, wie es in der jüngsten Fondsveröffentlichung heißt.

Der größte Wert im Portfolio ist BP, Nummer drei ist Shell - viele Anleger werden diese Ölgesellschaften nicht unbedingt als nachhaltig einstufen. Bei der Länderallokation macht Großbritannien mit etwa 30 Prozent den größten Teil aus, gefolgt von der Schweiz und Frankreich. Gut zehn Prozent der Gelder liegen in Deutschland.

„Dexia Sustainable European Balanced High“

Auch der „Dexia Sustainable European Balanced High“ setzt, wie der Name schon sagt, auf Nachhaltigkeit. Der Fonds investiert in „europäische Unternehmen, die innerhalb ihres Wirtschaftszweiges zu den Vorläufern bei der Integration von ökologischen, sozialen und ethischen Aspekten in die Strategie und Unternehmensführung gehören“, schreibt die Gesellschaft. Knapp 25 Prozent des Portfolios machen Staatsanleihen in Euro aus, „wobei sowohl die demokratischen Merkmale dieser Behörden als auch die Kriterien, die in internationalen Vereinbarungen (Menschenrechte, usw.) festgelegt wurden, berücksichtigt werden“.

Größte Werte sind Eni, Royal Bank of Scotland, Vodafone, UBS und Novartis, gefolgt von Staatsanleihen aus Frankreich, Italien und Deutschland. Diese Daten sind allerdings mit Stand Ende 2005, weil die Fondsgesellschaft auf ihrer Website nur Quartalsberichte veröffentlicht. Die anderen Gesellschaften dagegen stellen den Anlegern monatlich aktualisierte Informationen zur Verfügung.

„Sauren Global Balanced“

Der „Sauren Global Balanced“ mag auf Sicht von zwölf Monaten und drei Jahren hinter den anderen zurückbleiben, auf Sicht von fünf Jahren liegt er mit einem Plus von gut 24 Prozent aber hinter dem DWS-Fonds auf Platz zwei. Für den Fonds spricht auf den ersten Blick die mit Abstand niedrigste Managementgebühr der sechs untersuchten Fonds (siehe Tabelle). Allerdings sollten Anleger beachten, daß bei diesem Fonds eine Performance-Gebühr von zehn Prozent des über drei Prozent hinausgehenden Wertzuwachses anfällt.

Der Dachfonds investiert nicht nur in Aktien- und Rentenfonds, sondern auch in Immobilienfonds und bis zu zehn Prozent in Hedgefonds. Der Immobilienfonds „KanAm Grundinvest“, der kürzlich in den Schlagzeilen war, weil er nach Mitteabflüssen vorübergehend geschlossen werden mußte, macht zum Beispiel gut fünf Prozent des Portfolios aus. Was Anlegern nicht gefallen kann, ist die Tatsache, daß der Monatsbericht für März 20,7 Prozent der Gelder als Liquidität ausweist - dann kann der Kunde sein Geld gleich auf ein Tagesgeldkonto legen und muß es nicht in einen Fonds investieren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @bemi
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